Bei der FIFA Klub-Weltmeisterschaft 2025™ feierten gleich mehrere Trainer ihr Debüt: Xabi Alonso bei Real Madrid C.F., Cristian Chivu beim FC Internazionale Milano, Simone Inzaghi bei Al Hilal, Miguel Ángel Russo bei den CA Boca Juniors und Jaime Lozano beim CF Pachuca. Beim zweiten mexikanischen Vertreter (CF Monterrey) gab schließlich der 62-jährige Spanier Domènec Torrent seinen Einstand.
Unter ihrem neuen Trainer waren die Mexikaner eine der Entdeckungen der Gruppenphase und schafften, was kaum einer für möglich gehalten hatte: den Einzug ins Achtelfinale trotz so starker Gegner wie Internazionale, CA River Plate und die Urawa Red Diamonds in der Gruppe E. Nach zwei Unentschieden (1:1 gegen Internazionale und 0:0 gegen River Plate) machten sie – wiederum in Los Angeles – mit einem 4:0 gegen das Team aus Japan alles klar.
Monterrey profitierte dabei auch von River Plates Niederlage gegen Inter im abschließenden Gruppenspiel und sicherte sich mit fünf Punkten Rang zwei. Nach dem Ausscheiden von Pachuca nach drei Niederlagen ruhen nun alle mexikanischen Hoffnungen auf Monterrey, die im Achtelfinale in Atlanta auf Borussia Dortmund treffen. "Wir haben an die Qualifikation geglaubt, auch wenn uns Außenstehende kaum Chancen eingeräumt haben. Wir haben gezeigt, dass der mexikanische Fußball mithalten kann", sagte Torrent.
In den drei bisherigen Spielen hat Torrent ein gutes Händchen und viel taktisches Geschick bewiesen. "Für mich ist jede Partie wie ein Schachspiel. Ich schaue, wie sich die Figuren bewegen und wie wir reagieren können", erklärte der Trainer nach dem Achtelfinaleinzug. Als ehemaliger Assistent von Pep Guardiola beim FC Barcelona, beim FC Bayern München und bei Manchester City versteht der Spanier sein Handwerk und hat gezeigt, dass er seine Taktik je nach Gegner anpassen kann.
"Manche verstehen nicht, dass man gegen Inter oder River anders spielen muss", bemerkte er zu seinen Anfangsformationen gegen die Italiener und Argentinier. "Wir wollten bis zur letzten Partie im Rennen bleiben", fügte Torrent hinzu, der bei Monterrey mit Sergio Ramos, Sergio Canales und Óliver Torres drei Landsleute im Kader hat.
Canales wechselte 2023 nach Mexiko, Torres und Ramos folgten 2024 bzw. in diesem Februar. Torrent kam schließlich erst wenige Wochen vor der Klub-WM als Nachfolger von Martín Demichelis. Nach den Jahren an der Seite von Guardiola feierte Torrent 2018 beim New York City Football Club seine Premiere als Cheftrainer. Nach eher glücklosen Abstechern zu CR Flamengo (Brasilien) und Galatasaray Istanbul (Türkei) folgte im Mai 2024 der Wechsel nach Mexiko zu Atlético de San Luis, was gleichzeitig das Sprungbrett für den Transfer zu Monterrey war.
Torrent, der nichts dem Zufall überlässt, gab gegen Inter sein Debüt. Gegen den Finalisten der diesjährigen UEFA Champions League war eine starke Abwehr gefragt, die Monterrey auch lieferte. Dank der Regie von Ramos, der souveränen Leistung des argentinischen Torhüters Esteban Andrada sowie einer für alle drei Spiele maßgeschneiderten Taktik kassierten die Mexikaner lediglich ein Gegentor: in der ersten Partie durch Lautaro Martínez.
"Wir hatten in jeder Partie ein anderes Konzept und spielten in weiten Teilen so, wie ich es mir wünschte: mit viel Ballbesitz und hohem Pressing", betonte Torrent, der zwar eine bestimmte Spielphilosophie verfolgt, aber stets pragmatisch bleibt. Gegen Inter setzte Torrent auf ein 5-3-2-System, das die Abwehr massierte und den Italienern kaum Raum auf den Innenbahnen ließ. Gegen River überraschte er mit einem 4-2-3-1, mit dem das Team das Mittelfeld verstärkte und in der ersten Halbzeit viel Ballbesitz hatte. Gegen die Japaner wechselte er schließlich zu einem 4-2-1-2, um die für den Achtelfinaleinzug nötigen Tore zu erzielen.
"Urawa ist ein schwieriger Gegner. Das wird nicht einfach. Aber wenn wir nicht gewinnen, haben wir es auch nicht verdient, weiterzukommen", sagte Torrent vor dem 4:0-Sieg und machte dabei deutlich, dass jedes Spiel anders ist. So darf man in bestimmten Partien nicht verlieren, während man in anderen gewinnen muss.
Nächster Gegner am Dienstag ist Borussia Dortmund, den Torrent als Assistent von Guardiola bestens kennt, insbesondere aus der Zeit von 2013 und 2016 bei den Bayern. Nach der Niederlage von Inter Miami CF gegen Paris Saint-Germain am letzten Sonntag ruhen die ganzen Hoffnungen der Concacaf auf den Mexikanern, die wie immer bei diesem Turnier mit einem neuen System aufwarten werden.
"Wir treffen auf einen spielstarken europäischen Gegner. Ich habe das Team beobachtet und weiß, was uns erwartet: ein solides Team mit ausgeprägtem Flügelspiel sowie einer Dreierkette und zwei Außenverteidigern, die sehr weit aufrücken. Nicht gleich, aber ähnlich wie Inter", erklärte Torrent, der danach wieder einen Vergleich zum bekannten Brettspiel zog. "Es ist wie ein Schachspiel. Wir machen Zug für Zug, haben aber drei bis vier Tage, um uns der Welt zu zeigen."