Fehlercode: %{errorCode}

Doppelpack, Note 1 und Spieler des Tages: Wer vor Scobel beim Startelfdebüt brillierte

kicker

Veni, vidi, vici - diese geflügelte Redewendung traf am Samstag definitiv auf Piet Scobel zu. Der 20-Jährige stand erstmals in der Startformation des 1. FC Nürnberg. Mit seinen zwei Toren zum zwischenzeitlichen 2:2 und dem Siegtor in der Nachspielzeit avancierte er neben Keeper Jan Reichert nicht nur zum Matchwinner, sondern schoss sich auf Anhieb in die Herzen der Club-Fans. Der Lohn für seinen überzeugenden Auftritt: Die kicker-Note 1,0 und die Auszeichnung als Spieler des Tages.

Ein Kunststück, das vor Scobel schon fünf anderen Startelfdebütanten in der 2. Bundesliga gelang - zwei von ihnen toppten sogar die Leistung von Scobel: Denn sowohl Sebastian Freis wie auch Ken Ilsö trafen bei ihren Startelfdebüts sogar dreimal ins Schwarze. Freis stand am 8. Spieltag der Saison 2004/05 erstmals zum Anpfiff für den Karlsruher SC auf dem Rasen. Zunächst bog er die frühe Führung Rot-Weiss Essens durch einen Doppelschlag in der 16. und 17. Minute um, ehe er in Durchgang zwei in der 50. Minute sein drittes Tor folgen ließ. Den 4:1-Schlusspunkt für den KSC setzte dann Sean Dundee (55.). Insgesamt erzielte Freis in 151 Pflichtspielen für den KSC 41 Tore.

Ilsö stand nach seinem Winterwechsel 2010/11 am 20. Spieltags zum ersten Mal in der Startelf von Fortuna Düsseldorf. Der Däne schlug beim 6:0-Kantersieg gegen den FSV Frankfurt ebenfalls dreimal zu: Wie Freis gelangen ihm zwei Tore vor dem Seitenwechsel (17., 42.), in Hälfte zwei ließ er sich dann bis zur Minute 81 für seinen dritten Treffer Zeit.

Schweinsteiger schoss Braunschweig im Alleingang zum Sieg

Auf zwei Tore sowie die Note 1 und die Auszeichnung als Spieler des Tages kommen bei ihren Startelfdebüts Tobias Schweinsteiger, Artur Sobiech und Ryo Miyaichi. Schweinsteiger gehörte für Eintracht Braunschweig am 8. Spieltag der Saison 2006/07 erstmals zur Startformation. Er avancierte gleich zum Matchwinner beim 2:0 gegen 1860 München, denn im Duell der beiden Löwen-Teams schoss er die Niedersachsen mit seinen beiden Treffern in der 81. und 90. Spielminute im Alleingang zum Sieg.

Größte Parallele zu Miyaichi - Sobiech sollte nicht als Vorbild dienen

Die größte Parallele zu Scobel findet sich bei Miyaichi. Bevor der Japaner am 34. Spieltag der Saison 2015/16 erstmals in der Startelf des FC St. Pauli auftauchte, war er zuvor viermal eingewechselt worden - wie Scobel. Wie Scobel schlug Miyaichi zweimal zu, beim 5:2 gegen den 1. FC Kaiserslautern erzielte er in der fünften Minute die Führung sowie in der 57. Minute das zwischenzeitliche 3:1.

Am schnellsten von allen Kandidaten hatte es Artur Sobiech für Hannover 96 in der Spielzeit 2016/17. Denn gleich am ersten Spieltag kam er erstmals in Liga zwei von Beginn an zum Einsatz - und tütete mit zwei Toren in Hälfte zwei (63., 84.) den souveränen 4:0-Auftaktsieg der Roten beim 1. FC Kaiserslautern endgültig ein.

Ein Vorbild sollte sich Scobel dennoch nicht an Sobiech nehmen. Denn seine beiden Treffer auf dem Betzenberg blieben die einzigen zwei Tore des polnischen Mittelstürmers in dieser Spielzeit, an den folgenden 33 Spieltagen kam kein weiteres mehr hinzu. Nicht nur deshalb trennten sich am Saisonende die Wege, Sobiech suchte ab Sommer 2017 sein Glück bei Darmstadt 98.

Scobel dagegen trägt nun die Hoffnungen eines ganzen Traditionsvereins auf seinen Schultern. Denn der 1. FC Nürnberg und Coach Miroslav Klose suchten in der Hinrunde ebenso händeringend wie erfolglos nach einem Knipser. Trotz eines Überangebots an Stürmern im Kader des Altmeisters konnte kein einziger die Rolle als zentraler Angreifer letztlich überzeugend ausfüllen. Von Adriano Grimaldo abgesehen, der beim späten 2:1 gegen den VfL Bochum mit Wucht zum Sieg einköpfte, steht bei den anderen Kandidaten Artem Stepanov und Mickael Biron die Null - ebenso wie beim bereits nach Bielefeld weitergewanderten Semir Telalovic.

Löst Scobel noch Lubach als Top-Torschützen ab?

So half der eigentlich eher defensiv orientierte Mittelfeldmann Rafael Lubach des Öfteren im Sturmzentrum aus. Und stellte auch auf ungewohnter Position seinen Ruf als "Allzweckwaffe" unter Beweis. Denn mit fünf - teils sehr schönen - Treffern ist er immer noch der beste Torjäger in den Reihen der Rot-Schwarzen. Angesichts des Auftritt Scobels stellt sich aber berechtigterweise die Frage: Wie lange noch?