Jung-Stürmer ist begehrt
Am kommenden Wochenende setzt sich Damion Downs wieder in den Flieger. Dann geht es aber nicht in einen wohlverdienten Urlaub, sondern in die USA. Mit der Nationalmannschaft der Vereinigten Staaten bereitet er sich auf zwei Testspiele gegen die Türkei und die Schweiz sowie Pflichtspiele im Gold Cup vor. Sollte US-Nationalcoach Mauricio Pochettino Downs nicht aus dem endgültigen Kader streichen, könnte sich der 20-Jährige bei einem Einsatz gegen Trinidad&Tobago, Saudi-Arabien oder Haiti für die USA festspielen.
Für Downs, der zuletzt auch für die U 20 des DFB nominiert wurde, ist der Flug in die USA eine Herzensentscheidung. Geboren wurde der Sohn eines US-Amerikaners und einer Deutschen im unterfränkischen Werneck, aufgewachsen ist er aber in den USA - bis zum zehnten Lebensjahr zum Beispiel sprach Downs nur englisch. Zuletzt warben sowohl der amerikanische als auch der deutsche Verband um den talentierten Stürmer, der sich nun entschieden zu haben scheint.
Eine kleine Hintertür gibt es allerdings: Profis, die jünger als 21 Jahre sind, können sich nach zwei Pflichtspielen für eine Nation nochmal umentscheiden. Dann ist allerdings eine dreijährige Karenzzeit fällig ...
Das Dilemma mit dem Lemperle-Ersatz
Simpler gelagert ist der Fall in Sachen Vereinszugehörigkeit. Im vergangenen Sommer veränderte sich Downs' Status vom Talent mit Perspektive hin zum Talent, das als Stammkraft eingeplant ist. 24 Startelfeinsätze in Liga und Pokal kamen seitdem zustande, mit zehn Toren und fünf Vorlagen war er gemeinsam mit Tim Lemperle bester Torschütze des Teams und zweitbester Scorer hinter Lemperle. Ein beeindruckender Einstand, wenn auch hier und da noch die Konstanz fehlte (kicker-Notenschnitt 3,7). Für einen Jung-Stürmer, der seine erste Profisaison als Leistungsträger bestreitet, allerdings kein Wunder.
Downs Profil - eine Kombination aus Tempo, Wuchtigkeit und 1,92 Metern Körpergröße - macht ihn im Verbund mit seinem zweifellos vorhandenen Talent logischerweise auch interessant für andere Klubs. Im Sommer 2026 allerdings endet sein Vertrag in Köln, was ein Jahr vor Ende die klassische Frage aufwirft: verkaufen oder verlängern?
Dass es für talentierte, junge Stürmer, die womöglich sogar Nationalspieler werden, immer einen Markt gibt, ist dabei klar.
Dass der FC gern verlängern würde, ist verbrieft. Zuletzt äußerte sich Sportdirektor Thomas Kessler diesbezüglich offensiv, der Kölner Stadt-Anzeiger schreibt von einem Angebot mit einem Vierjahresvertrag inklusive Millionengehalt. Downs allerdings spürt in der Causa keinen Druck: Sowohl die Trainerfrage als auch die nach der sportlichen Konkurrenz in der kommenden Saison sind derzeit ungeklärt. Spielzeit steht für Downs allerdings im Vordergrund, und da dürfte es eine nicht unwichtige Rolle spielen, wie viele und welche Konkurrenten ihm in diesem Sommer vor die Nase gesetzt werden.
Die WM als großes Ziel
Der FC muss nach dem ablösefreien Abgang von Lemperle schließlich im Angriff aufrüsten - und steckt im Dilemma, einerseits mindestens einen gestandenen Stürmer holen zu müssen, andererseits aber Downs nicht zur Nummer 2 degradieren zu können. Denn das würde Downs wohl eher in Richtung Abschied tendieren lassen, während der FC gleichzeitig behutsam mit einem Talent umgehen muss, das noch keine Saison als Stammkraft in der Bundesliga unterwegs gewesen ist.
Die Aussichten auf Spielzeit im Klub sind dabei besonders wichtig - schließlich hängt davon auch nicht unwesentlich ab, ob es womöglich mit einer Nominierung für den US-Kader im kommenden Jahr klappen könnte. Dann richten die USA eine Heim-Weltmeisterschaft aus. Und man muss nicht in den Kopf des Stürmers schauen können um zu ahnen, dass er da wohl sehr gern dabei wäre ...