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Dragovic: "So kann das hier in Hütteldorf immer sein"

kicker

"Wir sind stolz, dass Wien jetzt violett ist." Für Aleksandar Dragovic stellte sich die Frage nach der Nummer eins in der Bundeshauptstadt nach Austrias 3:1-Derbyerfolg bei Rapid offenbar nicht mehr. "Das Stadion war nach dem Spiel ziemlich schnell leer, so kann das hier in Hütteldorf immer sein", lächelte der 34-Jährige, der mit den Veilchen in der Vorsaison noch beide Saisonduelle im Allianz-Stadion verloren hatte.

Neben Dragovic durfte auch Trainer Stephan Helm über seinen ersten Sieg in der 2016 eröffneten Heimstätte des Erzrivalen jubeln: "Der Schlüssel war, dass wir die Räume extrem eng gemacht haben und unsere Konter ausspielen konnten. Dafür muss man viel arbeiten und extrem diszipliniert sein, weil Rapid eine sehr ballsichere Mannschaft ist."

Am Sonntag war davon jedoch nicht sonderlich viel zu sehen: Die Hausherren leisteten sich auch ohne Bedrängnis immer wieder haarsträubende Ballverluste und eröffneten der Austria damit nicht nur einmal riesige Räume. Diese nutzten die Veilchen, die mit einem Expected-Goals-Wert von 1,83 klar hinter Rapid (2,48) lagen, dreimal eiskalt aus.

Helm lobt Barrys Entwicklung

Früher Knackpunkt im Spiel war das 2:1, das nur wenige Sekunden nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich von Rapid fiel. "Gerade nach dem 1:1 direkt nach dem Anpfiff hat die Mannschaft gezeigt, dass sie sich wieder eine gewisse Stabilität erarbeitet hat", erklärte Helm, dessen Team nach einem total verpatzten Saisonstart nun vier Siege in Folge feierte. "Man sieht einfach, dass wir aus einer Phase, in der nicht alles so super gelaufen ist, wieder gestärkt hervorgegangen sind."

Eine gewichtige Rolle beim Auswärtssieg in Hütteldorf spielte Abubakr Barry, der mit kicker-Note 1,5 zum Spieler des Spiels avancierte. "Ich glaube, er macht jetzt einen Schritt und spürt diese Verantwortung, die er übernehmen kann. Er ist immer besser in die Mannschaft involviert und eine super Persönlichkeit", begründete Helm die starke Leistung seines Mittelfeldspielers. "Es ist ganz wichtig, dass einzelne Spieler eine Entwicklung nehmen."

Dragovic: Rapid hatte nur mehr Verzweiflungsschüsse

Dass Barry in der zweiten Hälfte mit einem Tor und einem sehenswerten Assists glänzen durfte, hatte er gewissermaßen auch Schiedsrichter Walter Altmann zu verdanken. Für sein Foulspiel an Nikolaus Wurmbrand vor dem Foulelfmeter zum 1:1 hatte der 25-Jährige nämlich nicht seine zweite Gelbe Karte gesehen. "Da haben wir Glück gehabt", gestand Dragovic, der den Erfolg seiner Mannschaft über die vollen 90 Minuten als "verdient" bezeichnete.

Aus Sicht des 100-fachen österreichischen Teamspielers hätte der Sieg noch höher ausfallen könnte. "Ohne arrogant zu klingen, hätten wir am Ende vielleicht sogar noch höher gewinnen können", erinnerte Dragovic an die Großchance von Sanel Saljic in der 68. Minute. In Gefahr geriet der Auswärtssieg dennoch nicht mehr, weil Rapid nach dem Ausschluss von Philipp Wiesinger (74.) auch in Überzahl keine Ideen hatte. "Wie wir da verteidigt haben, war überragend", lobte Dragovic seine Teamkollegen. "Rapid hatte keine Torchance, nur mehr Verzweiflungsschüsse aus 20 Metern."