Fehlercode: %{errorCode}

Drei Ex-Klubs im Titelfinale: Warum Leitgeb erstmals mit Handy aufwärmt

kicker

Vergangenheit bei Sturm, Austria und WAC

Im vergangenen Sommer wurde Mario Leitgeb (36) nach knapp acht Spieljahren beim WAC feierlich verabschiedet. Der gebürtige Grazer war in seiner langen Fußballerkarriere sowohl für Sturm Graz als auch für die Austria Wien und die Wolfsberger aktiv. Wenn sich seine drei Ex-Klubs am Samstag um 17 Uhr (LIVE! bei kicker) in der letzten Bundesliga-Runde den Meistertitel ausmachen, wird Leitgeb aber weder im Stadion noch vor dem Fernseher sitzen. Denn der Mittelfeldspieler wird sich da bereits mit dem SV Wildon auf den um 19 Uhr beginnenden Regionalliga-Mitte-Abstiegskrimi in St. Anna/Aigen vorbereiten.

"Wahrscheinlich werde ich zum ersten Mal mit dem Handy aufwärmen", meinte Leitgeb im Gespräch mit dem kicker lachend. Für wen sein Herz im Showdown schlägt, ist unschwer zu erraten: "Schon eindeutig für den WAC - aufgrund der schönen letzten Jahre natürlich." Sein Paralleltermin zum Ligafinale mit Wildon, wo er nach einer turbulenten Herbstsaison beim Konkursklub DSV Leoben noch ein halbes Jahr als Spieler angehängt hat, brachte Leitgeb auf originelle Ideen: "Im Moment bin ich dabei, alle in Wolfsberg und Graz zu überzeugen, nach St. Anna zu kommen. Viel wird im Sturm-Stadion also nicht los sein."

"Alle drei spielen richtig guten Fußball"

Wieder ganz im Ernst drückte der ehemalige WAC-Kapitän seine Bewunderung für alle drei Ex-Klubs aus, die sich im Titelkampf befinden. Bei Sturm, wo Leitgeb von Kindheit an über Akademie und U19 bis zu Amateuren in der Regionalliga ausgebildet wurde, beeindruckt ihn der von Jürgen Säumel und dem Team bewältigte Cut nach dem Abgang von Topspielern und Double-Trainer Christian Ilzer. "Dass sie das Niveau nicht hundertprozentig, aber so gut halten, war nicht unbedingt zu erwarten", so Leitgeb, dessen Zeit bei Sturm 2008 mit dem Wechsel in die 2. Liga zu Austria Lustenau zu Ende ging - nachdem er als Youngster den Sprung in die starke Profitruppe unter Trainer Franco Foda nicht geschafft hatte.

Bei der Wiener Austria verbrachte der defensivstarke Zentrumsspieler zwischen Sommer 2014 und Februar 2016 "sehr lehrreiche und reizvolle eineinhalb Jahre." Auch bei den heutigen Violetten beeindruckt Leitgeb die Arbeit von Trainer Stephan Helm und der "wirklich sehr gute Fußball der Austria", den er beim jüngsten 2:1-Sieg der Wiener im WAC-Stadion live miterlebte. Auch das Wirken von Sportdirektor Manuel Ortlechner und Sportvorstand Jürgen Werner überzeugen ihn. "Sie machen das offenbar sehr clever, den Wirbel und das Rundherum eines Großclubs von Trainer und Mannschaft fernzuhalten, damit sportlich in Ruhe und mit voller Konzentration gearbeitet werden kann."

"Beim WAC wird sicher niemand durchdrehen"

Alle drei Titelanwärter spielen für Leitgeb "richtig guten Fußball". Sein Herz schlägt dennoch klar für den WAC, dessen Kader- und Trainerqualität die Erfolge gar nicht so überraschend machen würden. "Nachdem der Kader fertig war, habe ich schon ein sehr gute Mannschaft gesehen, die auf jeden Fall die Meistergruppe erreichen kann. Aber nicht, dass sie bis zum Schluss ganz oben dabei sind. Sie haben sich nach einem massiven Umbruch, als ich und sehr viele andere Spieler den Verein verlassen haben, auch in der Breite des Kaders sehr gut aufgestellt - mit richtig guter Qualität in allen Mannschaftsteilen."

Gerade die im Vergleich zu Sturm und Austria überschaubare Vereinsstruktur und bodenständige Arbeitsweise stellen für Leitgeb neben der Arbeit von Coach Dietmar Kühbauer einen wesentlichen Erfolgsfaktor dar. "Der Mannschaft tut das gut, wenn nicht so viele Leute reinreden. Beim WAC gibt es einen klaren Chef, den Präsidenten (Dietmar Riegler/Anm.), der am Ende die Entscheidungen trifft. Dazu eine Handvoll Leute um ihn herum. Das erzeugt nur wenige Reibungspunkte. Wenn man das mit anderen, größeren Klubs vergleicht, wo von außen viel hereinprasselt, ist das ein großer Unterschied."

Diese selbstbewusste Bodenständigkeit wird dem WAC laut Leitgeb auch erhalten bleiben. "Ob Double oder nicht - es war eine fulminante Saison. Die nächsten Schritte im Klub und in der Mannschaft werden mit der Zeit kommen. Aber es wird garantiert im Rahmen bleiben und mit großer Sorgfalt passieren. Dort wird sicher niemand durchdrehen, da muss man sich keine Sorgen machen."

"Bin stolz auf meine Reise"

Im Rückblick auf seine Spielerlaufbahn darf Leitgeb mehr als zufrieden zurückblicken. "Ich bin meinen Weg gegangen - meistens drei Schritte vor und einen zurück, aber immer weiter. Insgesamt bin ich sehr stolz auf meine Reise, die mich über einen Umweg doch in die Bundesliga geführt hat. Zweimal ÖFB-Cupfinale mit der Austria und Lustenau und schließlich noch der Sprung ins Ausland (zu St. Gallen in der Schweiz/Anm.)." Aktuell absolviert Leitgeb den Bundesliga Campus - eine zweijährige Sportmanagement-Ausbildung. Auch auf der bereits erlangten UEFA Pro-Lizenz B als Trainer will er weiter aufbauen. Ob er noch eine Saison weiterkickt, wird sich weisen - auch am Samstag in St. Anna.