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Drei Fragezeichen, zwei Wünsche, ein Ziel: Der FCK startet ins neue Jahr

kicker

Rund um den grünen Rasen des ansonsten schneebedeckten Betzenbergs fanden sich am Sonntagmorgen trotz Minusgraden rund 300 Zuschauer ein. Es dauerte etwas, bis man alle 26 Spieler unter den teils dicken Winterklamotten und Mützen identifiziert hatte. Ein unbekanntes Gesicht war aber nicht dabei, einen Neuzugang präsentierte der 1. FC Kaiserslautern zum öffentlichen Trainingsstart also nicht.

Doch zumindest zwei länger ausgefallene Akteure hatte Torsten Lieberknecht im Schlepptau, als Trainerteam und Mannschaft gegen 10:30 Uhr loslegten. Kenny Prince Redondo, der wegen langwieriger Probleme am Zeh seit dem ersten Spieltag fehlte, war ebenso wie Simon Asta wieder zurück im Mannschaftstraining. Das Comeback des Rechtsverteidigers, vor der Saison aus Fürth gekommen, kommt zu diesem Zeitpunkt etwas überraschend. Vor etwas mehr als vier Monaten hatte sich der 24-Jährige einen Teilriss des hinteren Kreuzbands zugezogen.

Der gute Genesungsverlauf führt auch zu veränderten Prioritäten bei der Suche nach potenziellen Verstärkungen im Winter. Weil es in der Hinrunde außer Paul Joly keinen gelernten Rechtsverteidiger gab, nannte Geschäftsführer Thomas Hengen diese Position noch vor wenigen Wochen als verstärkungswürdig in diesem Winter. Jetzt dürfte die absehbare Zeit bis zu Astas vollständiger Eingliederung anders überbrückt werden. "Da bin ich dafür, jetzt erst mal zu sehen, welche Alternative wir im Kader haben, um da für Paul Joly die Konkurrenzsituation herzustellen und einen Ersatz zu haben, wenn etwas ist. Aber das ist jetzt eher sekundär, sich da Gedanken zu machen", erklärte Lieberknecht.

Kims Comeback verzögert sich

Drei größere Fragezeichen beschäftigen die Verantwortlichen und erschweren die Planung. Die Stürmer Ivan Prtajin, der sich am 2. Dezember einen Muskelbündelriss zugezogen hatte, und Mahir Emreli, seit 8. November wegen eines Teilabrisses der Adduktorensehne außen vor, können wieder individuell auf dem Rasen trainieren. Es sei aber "schwer abzusehen, wann sie wieder vollwertig dabei sind", erklärte Lieberknecht.

Noch einen Schritt weiter vom Comeback entfernt ist Innenverteidiger Ji-Soo Kim. Der Koreaner verpasste bereits neun Pflichtspiele wegen muskulärer Probleme und weilte zuletzt bei seinem Stammverein FC Brentford. Beim Premier-League-Klub hat sich der 21-Jährige vor Weihnachten erneut eine muskuläre Verletzung zugezogen. Rückkehr ungewiss.

Der Zettel, den Lieberknecht unter dem Weihnachtsbaum von Hengen und Sportdirektor Marcel Klos platzierte, enthielt daher zwei konkrete Wünsche. "Priorität hat jetzt die Position Sturm und Innenverteidigung in der Dreierkette", so Lieberknecht. Klos befindet sich auf der Suche: "Natürlich überlegen wir auf der Stürmerposition, was zu unserem Spielstil und nach Kaiserslautern passt, und haben das Interesse nachzujustieren", so Klos. Gleiche gelte für die Abwehrzentrale. "Wir spielen eine Dreierkette, die Saison ist lang, wir brauchen genügend Spieler. Insofern kann ich mir vorstellen, dass auch da noch etwas passiert."

Gespräche mit Spielern ohne Perspektive

Doch nicht nur auf der Zugangsseite soll sich etwas tun. Die sportlichen Perspektiven von gleich mehreren Akteuren sind mangelhaft. "Marcel hat im Hintergrund mit dem einen oder anderen Spieler und dessen Berater Gespräche geführt und nahegelegt, dass es aufgrund der sehr eingeschränkten Spielzeit und der Tatsache, dass wir den Kader noch aufwerten wollen, noch einmal ein bisschen schwieriger wird", erläuterte Lieberknecht. Weil sich rein sportlich gesehen die potenziellen Abnehmer vorwiegend im Dunstkreis der 3. Liga oder des Abstiegskampfs in der 2. Liga bewegen, müssten die Akteure jedoch teils sehr deutliche Gehaltseinbußen in Kauf nehmen.

Wer nach dem 2. Februar um 20 Uhr zum Schluss des Transferfensters in Kaiserslautern unter Vertrag steht, muss den hohen Ansprüchen und Zielen der Pfälzer gerecht werden. Nicht nur die 2:3-Niederlage zum Hinrundenfinale gegen Magdeburg, die letztlich zu einem Rückstand von sechs Punkten auf Platz 3 führte, wurmt den Trainer noch immer. "Wir wissen, dass wir Punkte haben liegen lassen, dass wir da ein Defizit haben." Doch mit Blick auf die Gesamtentwicklung sieht Lieberknecht das Positive: "Im Vergleich mit der letzten Saison zum jetzigen Zeitpunkt haben wir das bessere Torverhältnis, einen besseren Tabellenplatz, diese Tuchfühlung nach oben hin und viele junge Spieler integriert. Da gibt es viele positive Dinge, die dafür sprechen, dass wir einen guten Weg bestreiten."

Unverändertes Saisonziel

Konkret muss die Mannschaft besonders am Defensivverhalten arbeiten. "Die meisten Gegentore haben wir bekommen, wenn es der Gegner geschafft hat, aus den Eins-gegen-eins-Situationen herauszukommen und wir in die Umschaltbewegung mussten. Das hat mit Restverteidigung und Gegenpressing zu tun", erklärte Lieberknecht.

Das Saisonziel bleibt unverändert. "Wir wollen besser sein als dieser Platz sieben", betont Klos mit Blick auf die Platzierung der Vorsaison. "Wir sind aktuell Siebter, das heißt, wir müssen jetzt schon noch was dran tun, um einfach auch besser zu sein." So zumindest die zurückhaltende Formulierung. Denn letztlich bedeutet das ja nichts anderes, als aufsteigen zu wollen. Denn wer als Fünfter oder Sechster aus einer Zweitliga-Saison geht, hat in aller Regel bis zum Schluss noch die Chance, auch einen der drei ersten Plätze zu ergattern. Und wer würde diese nicht gerne ergreifen …