Manche Fans, so scheint es, legen mit Betreten des Stadions grundlegende Umgangsformen ab. Dies bekam kurz vor Weihnachten offenbar der 1. FC Kaiserslautern zu spüren, wie Geschäftsführer Thomas Hengen nun in einem Interview mit der Rheinpfalz berichtete. Explizit nannte der 51-Jährige Vorfälle bei der 2:3-Heimniederlage gegen Magdeburg. "Wir wurden beleidigt, mit Hassparolen angefeindet, und es wurde auch in Richtung unserer Bank gespuckt", sagte Hengen.
Generell seien zuletzt "auf der Nordtribüne Dinge vorgefallen, die ich in der Vergangenheit nicht so extrem empfunden habe", meinte Hengen und appellierte an die Fans, "sachlich zu bleiben". Er verstehe es, "wenn sie auch mal unzufrieden sind, die dürfen kritisch sein, denn das sind wir auch". Doch speziell im Spiel gegen Magdeburg seien "Grenzen überschritten" worden.
"Wir reden immer von Fritz-Walter-Werten, von Kameradschaft, von Demut, in guten wie in schlechten Zeiten. Dann muss ich auch in schlechten Zeiten, trotz aller Kritik, fair und inhaltlich sachlich bleiben", sagte Hengen. "Wenn in Richtung der Bank gespuckt wird, dann geht das in dem Moment gegen uns alle. Das können wir nicht akzeptieren."
FCK will im Ernstfall von seinem Hausrecht Gebrauch machen
Auch zu Anfeindungen im Internet äußerte sich der Geschäftsführer des FCK. "Es gibt leider viele Hassnachrichten und Postings in Social Media, was nicht spurlos an einem vorbeigeht", sagte er. Beleidigungen seien zwar "in diesem emotionalen Geschäft irgendwo ein Teil davon. Aber es gibt klare Grenzen. Wenn es beispielsweise gegen die Familie geht, wenn es um die Kinder geht, wenn Straftaten angedroht werden, dann hört es auf."
Hengen kündigte an, weiter gegen derartige Drohungen vorzugehen. "Wir werden künftig noch stärker darauf achten und vermehrt die Personen ansprechen, die sich auf diese Weise im Stadion äußern, und dabei nicht davor zurückschrecken, im Ernstfall von unserem Hausrecht Gebrauch zu machen", unterstrich der Sportchef der Pfälzer.
Kaiserslautern gehört zu den Zweitliga-Klubs mit den meisten Zuschauern in der bisherigen Saison. Im Schnitt kamen 47.206 Fans ins Fritz-Walter-Stadion. Nur Hertha (48.451) und Spitzenreiter Schalke (61.605) rangieren in dieser Statistik vor dem Tabellensiebten, der mit einem Heimspiel gegen Hannover 96 am 18. Januar in die Rückrunde startet.