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Drei Spiele, drei Siege, eine Schlägerei: Ex-Armine Djalovic geht nach 16 Tagen

kicker

Im Training kam es am Mittwoch zu einer handfesten Auseinandersetzung zwischen Omar Rekik und Benjamin Tetteh, Trainer Radomir Djalovic wollte die Hitzköpfe beruhigen, ging dazwischen und bekam selbst einen Schlag ab - das berichteten slowenische Medien am Donnerstag einhellig. Unklar war jedoch, wie es weitergehen würde.

Die Meldungen überschlugen sich: So hieß es einerseits, dass der 42-Jährige, der als Spieler zwischen 2004 und 2006 auch 29 Bundesliga-Spiele (3 Tore) für Arminia Bielefeld gemacht hat, das Handtuch werfen wolle, weil er seine Autorität untergraben sah, und direkt nach dem Vorfall bei den Klubchefs um die Auflösung seines Vertrags gefragt habe. Andere Meldungen lauteten wiederum, dass sich die Spieler beim Coach entschuldigt hätten.

Was sich nach der Schlägerei genau abgespielt hat, ist nicht wirklich bekannt. Fakt ist jedoch: Djalovic führte das Training am Donnerstag nicht mehr, das übernahm Radovan Karanovic. Der für gewöhnlich gut informierte und seriöse öffentlich-rechtliche Rundfunksender RTV SLO meldete jedoch, dass der Coach entschieden habe, den Klub zu verlassen.

Maribor gibt Statement ab

Am Abend bestätigte der Klub die Trennung, und ebenso, dass die Co-Trainer Igor Cagalj, Davor Landeka, Vito Tercolo und Antonio Pavlinovic den Klub verlassen haben. Maribor äußerte sich auch zur Schlägerei und führte diese auf "Emotionen und erhöhte Anspannung" zurück - und merkte ebenfalls an, dass so etwas nicht zum ersten Mal im Fußball geschehen sei.

"Bei intensivem Training auf einem durchnässten Spielfeld kann auch ein zu hartes Einsteigen zu einem Streit führen, wie in unserem Fall geschehen", heißt es mit Blick auf die Vorkommnisse am Mittwoch. Ebenso bestätigte der Verein, dass der Coach einen Schlag abbekommen habe und sich die zwei Spieler bereits für ihre "unangemessene Reaktion" entschuldigt hätten.

Anschließend habe es Gespräche mit dem Trainerstab gegeben und man habe "unter Berücksichtigung aller Umstände die Entscheidung getroffen, den gemeinsamen Weg zu beenden".

Heißer Trainerstuhl in Maribor

"Maribor hat in letzter Zeit oft den Trainer gewechselt? Das hatte ich im Hinterkopf, ich habe es nicht ignoriert", hatte Djalovic Anfang September unmittelbar nach seiner Verpflichtung als neuer Trainer des slowenischen Rekordmeisters gesagt und betont, dass er "keine Angst" vor der Aufgabe habe.

Etwas mehr als zwei Wochen und eine Schlägerei später hat der Montenegriner nun also doch seine Koffer gepackt - und Maribor droht das Chaos, denn es ist schon der zweite Chefcoach, der in dieser Saison geht.

Eigentlich hatten die Slowenen ihre Hoffnungen auf Tugberk Tanrivermis gesetzt, der Türke war zu Saisonbeginn verpflichtet, nach 49 Tagen dann aber wieder entlassen worden. Der Grund: Sportlich lief es nicht für Maribor, das trotz des vermeintlich stärksten Kaders in der Liga nach fünf Spieltagen bereits sieben Punkte Rückstand auf Tabellenführer Celje hatte.

Anschließend führte Karanovic das Team interimsweise für zwei Spiele, ehe Djalovic übernahm. Der Montenegriner, der in der vergangenen Saison mit HNK Rijeka das Double aus Meisterschaft und Pokal in Kroatien gewonnen hat, zu Saisonbeginn nach schwächerem Start und verpasster Europapokal-Qualifikation direkt entlassen worden war, startete in Slowenien gut, feierte drei Siege in drei Spielen - unter anderem sorgte er mit einem 13:0 im Pokal gegen den unterklassigen NK Jurovski Dol für den höchsten Sieg der Klubgeschichte.

Jetzt ist er also wieder weg und der 56-jährige Karanovic muss abermals in die Bresche springen - und muss sich am Samstag (20.15 Uhr) im Topspiel in Celje, das bereits acht Punkte Vorsprung hat, bewähren.