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Drei Tore in zehn Minuten: Frankfurts legendärer Last-Minute-Aufstieg

kicker

Heute vor 22 Jahren am 25. Mai 2003

"Schur stürzt Mainz in das Tal der Tränen" titelte der kicker damals - das Zweitligafinale war an Dramatik kaum zu überbieten. Erst mit seinem Tor zum 6:3-Endstand in der dritten Minute der Nachspielzeit gegen Reutlingen sorgte Alexander Schur dafür, dass die Eintracht in die Bundesliga zurückkehrte. Elf Minuten vor Schluss fehlten Frankfurt noch vier (!) Tore.

Das Braunschweiger Tor zum 1:4 weckt die Eintracht auf

Es schien, als müsse die Eintracht eine weitere Saison in der Zweitklassigkeit verbringen. Mit vier Toren hatte Benjamin Auer Mainz 05 bei Eintracht Braunschweig in Führung gebracht. Doch als Abdoul Thiam für die Niedersachsen verkürzte, wachte Eintracht Frankfurt auf. Durch das 1:4 der Braunschweiger fehlen den Adlerträgern nämlich nur noch drei Treffer zum Aufstieg. Dem eingewechselten Bakary Diakité gelang ein Doppelpack (83. und 90. Minute). Die Nachspielzeit brach an.

In Braunschweig war das Spiel mit einem Mainzer 4:1-Sieg beendet, das Team von Jürgen Klopp drängt sich auf dem Rasen des Stadions um einen Monitor. In Frankfurt rollte derweil eine Angriffswelle nach der anderen. Trainer Willi Reimann hüpfte im Waldstadion wie das berühmte HB-Männchen an der Seitenlinie auf und ab. Er signalisierte seinen Spielern, dass noch ein Treffer fehlt.

Kurz vor Ende der Nachspielzeit dann eine letzte Ecke. Jens Keller brachte sie in den Strafraum, wo gleich drei Eintracht-Spieler zum Ball gingen und sich gegenseitig behindern. Doch Schur behielt die Übersicht und köpfte das erlösende 6:3. "Das ist die unglaublichste Geschichte seit Bestehen der 2. Liga", schrie Premiere-Kommentator Oliver Forster ins Mikrofon. In Braunschweig saß der Mainzer Präsident Harald Strutz weinend auf dem Rasen.

Schur und Toppmöller sind dem Verein noch heute verbunden

  • Klaus Zaczyk wird 80
  • Herward Koppenhöfer wird 79
  • Daniel Passarella wird 72
  • Thomas Zdebel wird 52
  • Oka Nikolov wird 51
  • Miguel Zepeda wird 50

  • Glyn Pardoe im Jahr 2020

Toppmöller war zu diesem Zeitpunkt längst ausgewechselt. Er hatte zwar nicht seinen besten Tag, aber dennoch einen Anteil am Wiederaufstieg. Denn eine Woche zuvor hatte der damals 22-Jährige mit seinem Doppelpack beim 2:0 bei Rot-Weiß Oberhausen dafür gesorgt, dass die Eintracht als Tabellendritter in den 34. Spieltag ging.

Der gebürtige Frankfurter Schur, der 1989/90 mit Klopp zusammen bei Rot-Weiss Frankfurt spielte, macht sich am 25. Mai 2003 mit seinem Doppelpack zum 2:1 und 6:3 bei den Eintracht-Fans unsterblich. Heute ist der 53-Jährige Markenbotschafter des Vereins und Mitarbeiter in der Abteilung Vertrieb und Marketing der Fußball-AG.

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Ein Jahr vor dem Fernduell hatte der kicker den Regionalliga-Spielplan schon mit der SGE gedruckt, weil die DFL der Eintracht die Lizenz entzogen hatte, was später vom Schiedsgericht revidiert wurde. Der neue Trainer Reimann konnte auf dem Spielermarkt kaum noch aktiv werden. Die Eintracht hatte kein Geld und war sehr spät dran. Umso überraschender war der Last-Minute-Aufstieg in die Bundesliga ein Jahr später.