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"Dumm, naiv, Kinderfußball": Aus Kastenmeier bricht es heraus

kicker

"Das darf uns nicht passieren", ärgerte sich Florian Kastenmeier nach dem 2:3 gegen den FCN am Freitagabend bei Sky und führte aus: "Wir haben es endlich geschafft, hier zwei Tore zu schießen. Aber die müssen zu Hause dann auch reichen. Es kann nicht sein, dass wir wieder drei Stück kassieren. Das ist einfach dumm, das ist naiv, das ist Kinderfußball." In der Tat hatte F95 im vierten Heimspiel erstmals getroffen, nur reichten die zwei Tore eben am Ende nicht aus, um auch den ersten Heimdreier einzufahren. Die Rheinländer sind in der Heimtabelle mit einem Punkt auf der Habenseite Vorletzter, nur Magdeburg steht schlechter da.

"Es kotzt mich einfach an", schimpfte Kastenmeier weiter und verwies auf die eigenen Fans. "Schau dir die Kulisse an. Wenn du dir die erste Halbzeit ansiehst, dann haben wir kein einziges Mal aufs Tor geschossen - in einem Heimspiel vor 35.000. Wir schaffen es einfach nicht, zu Hause von Anfang an eine Leistung abzuliefern. Wir spielen nicht für irgendwen, sondern irgendwo für uns selbst. Wir spielen teilweise so schlecht zu Hause, die haben allen Grund, um zu pfeifen oder in der Halbzeit nach Hause zu gehen. Wir müssen uns einfach mal an der eigenen Nase packen, wir haben ganz viel Kredit verspielt. Wir schaffen es nicht, an unser Maximum heranzukommen. Das ist in allen Bereichen wieder zu wenig. Es kotzt mich an."

Großartig Lust, die Leistung der Düsseldorfer zu rechtfertigen, hatte der Kapitän dann auch nicht. "Ich stehe jede Woche hier und muss irgendwas erklären, ehrlich, ich habe gar keinen Bock mehr. Wir sprechen so viel, aber wir kriegen nichts auf dem Platz umgesetzt. Wir sprechen über die Sachen. Und wir werden uns wieder hinsetzen. Aber was soll ich labern und labern und labern. Am Ende sieht es alle zwei Wochen scheiße aus. Letztendlich liegt es an uns Spielern, es umzusetzen, aber wir kriegen es einfach nicht gebacken."

Thioune ärgert fehlende Offensive

Trainer Daniel Thioune hatte wiederum Verständnis für die Emotionalität seines Kapitäns. "Florian muss seit Wochen immer wieder was Neues erklären. Dass es aus ihm herausbricht, ist verständlich. Die Enttäuschung ist groß. Am Ende war es auch nicht gut, was wir gemacht haben. Mich ärgert, dass wir offensiv einfach nicht stattgefunden haben: Ein Fußballspiel lebt von Emotionen und Emotionen entstehen hauptsächlich in der gegnerischen Hälfte. Wir sind nicht reingekommen, hatten kaum Abschlüsse, haben quer- und zurückgespielt. Deswegen mussten wir in der zweiten Halbzeit nur hinterherrennen."

"Man sieht, dass die Jungs wackelige Knie hatten. Auf der rechten Seite haben wir jeden Ball nach hinten gespielt, es fehlte der Drang, offensiv stattzufinden. Es fehlte der Mut und dann kam noch die Schwere des 0:1 hinzu. In der zweiten Halbzeit haben sie alles versucht, aber es hat nicht ausgereicht, um nach den Rückständen und Ausgleichen die Kompaktheit zu haben und selbst was zu initiieren."

Der 51-Jährige nahm seine Mannschaft aber auch in Schutz und stellte dieser ein gutes Zeugnis aus. "Auf diese Mannschaft lasse ich nichts kommen, sie hat einen super Charakter, sie ist einwandfrei." Allerdings sei die Heimmisere eben auch nicht spurlos an ihr vorbeigegangen - und das habe man auch auf dem Platz gesehen. Außerdem fehlte auch noch das Matchglück. "Mit dem Rückstand haben wir alles auf eine Karte gesetzt, aber wir haben auch gesehen, dass es dann wilder Fußball wurde. Wir haben die Kompaktheit verloren und jedes Mal, wenn wir einen reingeschossen haben, haben wir einen reinbekommen. Dann gibt es Handelfmeter und zusätzlich diesen Punch nach dem Anstoß zum 2:2 - das hält keine Mannschaft aus."

Thioune weiß, wie es laufen kann

Und jetzt? Sportvorstand Klaus Allofs betonte, dass es "im Moment schwierige Zeiten" seien und merkte an, dass man beim Trainer, der seit 2022 für die Fortuna arbeitet, keinen Schnellschuss machen werde. "So wie Bochum kein Endspiel war, wird es jetzt nicht morgen eine Entscheidung geben oder um Mitternacht oder wann auch immer. Wenn wir es für richtig halten, werden wir die Signale geben. Ich finde es angebracht, mit den Verantwortlichen zu analysieren und dann zu entscheiden, was das Richtige ist. So werden wir es in den nächsten Tagen bewerten."

Der 68-Jährige merkte aber auch an, dass man den FCN hätte "schlagen" müssen. "Bochum war, was wir sehen wollten. Aber heute konnten wir diesen richtigen Schritt nicht weitergehen", so Allofs vor der anstehenden zweiwöchigen Länderspielpause. weiter "Diese Pause ist grundsätzlich eine Chance, mit der Mannschaft zu arbeiten und Dinge zu verbessern, die nicht funktionieren."

Und das hat Thioune auch vor, wenngleich er auch weiß, dass das nicht in seiner Hand liegt. "Ich habe Bock drauf, ich würde es gerne machen, aber am Ende entschiede ich das nicht", sagte der Coach und gab die Marschroute für die kommenden Tage vor: "Ich werde die Mannschaft ins Training schicken, wir werden regenerieren und Dinge verändern müssen, um nicht noch einmal so ein Heimspiel abzuliefern."

Kastenmeier jedenfalls kann es nicht abwarten. "Wir haben zwei Wochen Zeit und dann Gott sei Dank ein Heimspiel, um es besser zu machen", so der 28-Jährige. Am Freitag, den 17. Oktober (18.30 Uhr), geht es dann daheim gegen die Braunschweiger Eintracht zur Sache.