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Ein Galactico entsteht: Der Durchbruch von Gonzalo García und was er bedeutet

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Für einen Verein, der sich rühmt, die schillerndste Ansammlung an Fußballstars aus aller Welt zu vereinen, hat das Aufblühen eines eigenen Talents stets eine besondere emotionale Bedeutung.

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Ein echter Stürmer aus der eigenen Jugend, der auf der großen Bühne glänzt – das hat Real Madrid seit den Tagen von Raúl, der einst die legendäre Nummer 7 mit furchtloser Eleganz trug, nicht mehr erlebt.

Doch bei der FIFA Klub-Weltmeisterschaft 2025 sorgt nun der 21-jährige Gonzalo García dafür, dass dieser Vergleich wieder in aller Munde ist – und das völlig zu Recht.

García hat in vier Spielen bei der Klub-WM drei Tore erzielt und eine Vorlage gegeben – bei einem Turnier, bei dem viele die Stars wie Kylian Mbappé, Jude Bellingham oder Vinícius Júnior im Rampenlicht erwarteten. Stattdessen ist es ausgerechnet das Eigengewächs aus der Castilla-Mannschaft, das die Schlagzeilen bestimmt.

Nach dem 1:0-Sieg gegen Juventus im Achtelfinale steht Madrid im Viertelfinale – und García ist zusammen mit einem Teamkollegen bester Torschütze des Turniers. Noch vor Bellingham. Vor Endrick. Und vor den Erwartungen.

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Sein erstes Tor erzielte er abgeklärt gegen Al Hilal, dann folgte ein klassischer Stürmertreffer gegen Red Bull Salzburg. Doch es war sein wuchtiger Kopfball gegen Juventus – nach einer perfekten Flanke von Trent Alexander-Arnold –, der wie ein echter Durchbruch wirkte.

Mit jedem weiteren Treffer wird der Vergleich mit Vereinsikone Raúl lauter. Nach dem Spiel gegen Salzburg sagte Trainer Xabi Alonso, der im Sommer die Nachfolge von Carlo Ancelotti angetreten hat, etwas Bemerkenswertes:

"Ich kenne ihn gut", sagte Alonso. "Er ist ein klassischer Neuner. In mancher Hinsicht erinnert er mich an Raúl – er steht immer richtig, wartet auf seine Chance und arbeitet unermüdlich für die Mannschaft."

Solche Vergleiche werden in Madrid nicht leichtfertig gezogen – schon gar nicht von jemandem wie Alonso, der einst selbst mit Raúl auf dem Platz stand und wie kaum ein anderer weiß, wofür der Verein steht. Umso beeindruckender ist Garcías schneller Aufstieg.

Gonzalo García: Ein echtes Eigengewächs

Gonzalo García wurde 2004 in Madrid geboren und kam im Alter von zehn Jahren in die Jugendakademie von Real. Schon früh fiel er durch seine kluge Spielweise und seinen unermüdlichen Einsatz auf – weniger durch Einzelaktionen, mehr durch sein Gesamtpaket.

In der Saison 2022/23 traf er für die U19 (Juvenil A) 35-mal in 43 Spielen – eine beeindruckende Quote. Diese Form setzte er 2023/24 bei Castilla fort, ehe er in der laufenden Saison 2024/25 unter Raúl mit 25 Treffern in 36 Partien regelrecht explodierte.

Und trotzdem hätte kaum jemand damit gerechnet, dass er bei diesem Turnier eine solche Rolle spielen würde. Angesichts der starken Offensivkonkurrenz – mit Spielern wie Mbappé, Endrick, Vinícius, Rodrygo und Brahim Díaz – war zunächst unklar, ob García überhaupt Einsatzminuten bekommen würde.

gonzalo garciareal madrid

Doch Alonso schenkte ihm das Vertrauen. Nach dem Spiel gegen Juventus machte der Trainer klar, wie sehr er auf García baut: "Drei Tore in vier Spielen habe ich nicht erwartet", gab Alonso zu. "Aber ich wusste, dass er alles gibt. Er läuft viel, setzt die Verteidiger unter Druck, arbeitet hart – und hilft der gesamten Mannschaft. Ich vertraue ihm."

Dieses Vertrauen zahlt sich nun aus. Während Mbappé nach einer Virusinfektion erst wieder in Form kommen muss und Endrick sich noch an das europäische Spieltempo gewöhnt, stand García in drei der vier bisherigen Partien in der Startelf. Im Gegenzug liefert er: mit Pressing, Kombinationsspiel – und eben Toren.

Sein Treffer gegen Juventus war sinnbildlich für seinen Spielstil: starkes Positionsspiel, gutes Timing, viel Mut. Er löste sich geschickt von den Innenverteidigern, startete zum richtigen Moment und verwandelte die Flanke von Alexander-Arnold per wuchtigem Kopfball. Kein Spektakel. Keine Show. Einfach effektiv.

Trotz des wachsenden Hypes bleibt García bodenständig. Im Interview mit "El País" nach dem Spiel zeigte er sich bescheiden, als man ihn auf die Vergleiche mit Raúl ansprach: "Mit Raúl verglichen zu werden, ist eine große Sache", sagte er schlicht.

Diese Bescheidenheit hat ihm schon in der Jugend den Respekt von Trainern und Mitspielern eingebracht. Raúl selbst lobte ihn in seiner Zeit bei Castilla mehrfach für seine Einstellung – ohne ihn dabei gleich zu seinem Nachfolger zu erklären.

Unter Carlo Ancelotti durfte García bereits regelmäßig mit den Profis trainieren, kam aber nur zu wenigen Kurzeinsätzen und einem Start in der Copa del Rey. Erst unter Alonso hat er nun eine echte Bühne bekommen.

Gonzalo García: Cool, ruhig und geerdet

Vor dem Viertelfinal-Kracher gegen Borussia Dortmund beginnen viele Madrid-Fans zu fragen, ob man sich den nächsten teuren Starstürmer nicht vielleicht sparen könnte. Denn García liefert – nicht nur in Zahlen, sondern auch mental.

Was ihn besonders macht, ist seine Gelassenheit. Er beschwert sich kaum, verteidigt schon im Angriff und feiert seine Tore mit zurückhaltender Geste – oft zeigt er still gen Himmel. In einer Mannschaft voller Weltstars und Marketinggesichter fällt seine Ruhe und Konstanz besonders auf.

Ein Galáctico ist er (noch) nicht. Aber er bringt etwas mit, das oft noch wertvoller ist: die Prägung von Valdebebas, das Vertrauen seines Trainers – und den Instinkt für Tore, den man nicht lernen kann.

Real Madrid's Gonzalo Garcia scores against Juventus FCMichael Regan - FIFA/FIFA via Getty Images

Mit drei Treffern bisher und nur noch zwei Siegen bis zum Titel steht García nicht einfach nur als Lückenfüller auf dem Platz – er könnte gerade etwas viel Größeres beginnen.
Ob er diese Form über das Turnier hinaus halten kann, bleibt abzuwarten.

Die Rückkehr von Mbappé und die Entwicklung von Endrick werden sicher Einfluss auf die Rollenverteilung haben. Doch eines hat García geschafft, was nur wenigen Eigengewächsen bei Real Madrid gelingt: Er hat sich unverzichtbar gemacht – nicht durch Glanz, sondern durch Verlässlichkeit.

Ein Galáctico? Vielleicht noch nicht. Aber zum ersten Mal seit langer Zeit dürfen die Madridistas von etwas noch Größerem träumen: einem Stürmer, den sie selbst ausgebildet haben. Einer, der das weiße Trikot mit Stolz trägt – und auf den größten Bühnen der Welt trifft. Und genau das bedeutet bei Real Madrid alles.