U-23-Spieler betreibt Eigenwerbung
Hamza Anhari war acht Jahre alt, als er die Nachwuchs-Scouts von Borussia Dortmund von sich überzeugte. Mit 18 unterzeichnete er seinen ersten Profivertrag beim MSV Duisburg - und ein Jahr später feierte er sein Drittliga-Debüt. In der abgelaufenen Saison folgte dann seine Premiere in der 2. Liga, auch wenn Anhari für diesen Meilenstein zunächst einen Schritt zurückgehen musste. Denn als der offensive Mittelfeldmann im vergangenen Sommer die Zebras verließ, war es die U 23 von Fortuna Düsseldorf, die sich seine Dienste sicherte.
Dabei hatte sein erstes richtiges Seniorenjahr beim MSV vielversprechend begonnen, und der damals 19-Jährige kam direkt auf zehn Drittliga-Einsätze als Einwechselspieler. Doch eine Knieverletzung warf ihn zurück und verhinderte, dass er weiter wichtige Erfahrungen sammelte und womöglich den Durchbruch im Kader der Duisburger schaffte. Bereits im Jahr zuvor hatte Anhari eine Meniskusverletzung ausgebremst und Teile der Saison verpassen lassen. Nach diesen Rückschlägen und einer dennoch lehrreichen Zeit folgte nach insgesamt fünf Jahren im Trikot der Meidericher also der Neustart in Düsseldorf.
Durchbruch am 5. Spieltag
Dort erkannte U-23-Trainer Jens Langeneke schnell den Wert des fleißigen und quirligen Offensivspielers. Es dauerte nicht lange, ehe sich Anhari einen Stammplatz erarbeitet hatte. In der Hinrunde gehörte er ab dem 5. Spieltag stets zur Startelf - mit fünf Toren war er im ersten Saisonabschnitt zudem der beste Torschütze seines Teams. Wenig verwunderlich also, dass auch Fortunas Profi-Trainer Daniel Thioune auf den ehemaligen deutschen und marokkanischen U-Nationalspieler aufmerksam wurde und ihn mit ins Wintertrainingslager des Zweitligisten nach Marbella nahm.
Auch dort ackerte Anhari weiter und hinterließ einen guten, bleibenden Eindruck, bis ihn erneut eine Verletzung zurückwarf: Ein Muskelfaserriss sorgte dafür, dass er die ersten Spiele im neuen Jahr verpasste und es nach seiner Rückkehr zur U 23 nicht sofort wieder für eine Belastung über die volle Spielzeit reichte. Gleichzeitig kämpfte er sich aber auch wieder in den Kreis der Profis zurück und durfte regelmäßig gemeinsam mit ihnen trainieren. Als dann auch noch das Zweitliga-Team durch einige Verletzungen dezimiert war, nominierte Thioune den Mittelfeldakteur im Saisonendspurt fünfmal für den Spieltagskader.
"Hamza ist ein mutiger und wilder Spieler, dessen Reise lange noch nicht zu Ende ist", erzählte der Fortuna-Coach. "Wir haben einen guten Eindruck von ihm, deshalb war er bei uns im Kader dabei." Und gegen den SC Paderborn war es dann schließlich so weit: Anhari gab sein Debüt in der 2. Liga. Auch, wenn es nur für eine einzige Minute reichte, war der Kurzeinsatz ein Versprechen an die Zukunft. "Ich habe ihm im Training ein Bild von seiner Einwechslung in Paderborn gezeigt, um ihm aufzuzeigen, dass die Reise begonnen hat. Wo sie letztendlich endet, dafür bin ich aber nicht verantwortlich. Das liegt grundsätzlich an den Jungs selbst", sagte Thioune.
Dass der 50-Jährige an diese Reise und den damit verbunden Weg glaubt, unterstrich er einige Wochen nach Anharis erstem Profieinsatz mit einer erneuten Einwechslung, obwohl sich die Verletztenliste zwischenzeitlich schon wieder etwas geleert hatte: "Wir hatten eine Phase, in der viele Jungs ausgefallen sind. In Braunschweig habe ich mich aber auch nicht gescheut, Hamza nochmal ein paar Minuten zu geben", berichtete der Trainer. In der Vorbereitung auf die neue Saison wird er Anhari sicherlich fest im Blick behalten und seine Reise weiter begleiten, schließlich läuft der Vertrag des U-23-Spielers noch ein Jahr.