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"Einfach mal den Mund halten": Undav verschafft seinem Ärger Luft

kicker

Der Torjubel von Deniz Undav nach dem 3:0 in Gladbach war auffällig und bezeichnend zugleich. Er machte mit seiner rechten Hand eine Geste, als würde diese sprechen - und schlug dann auf diese. "Nach zwei Spielen, wo ich kein Tor gemacht habe, war ich ja wieder der schlechte Stürmer", erklärte der 29-Jährige bei DAZN, "nur weil ich ein paar Chancen nicht reingemacht habe. Ich frage mich: Welcher Spieler macht jede Chance rein?"

Undav schien die Kritik an ihm nach seinem Auftritt in Rom, als er einen rabenschwarzen Tag erwischt und reihenweise Chancen ungenutzt gelassen hatte, noch sehr zu beschäftigen. "Alle reden viel - auch die Medien. Man kann ja Kritik äußern", sagte der Stürmer und betonte auch, dass er sich selbst auch immer wieder kritisch hinterfragt - und mit Blick auf Rom sei ihm auch bewusst, dass "ich die Dinger nicht reingemacht habe. Und ich weiß, dass ich sie reinmachen muss." Dennoch gebe es eben auch schlechte Tage.

Durststrecke? Von wegen!

Was ihn aber besonders wurmte, war wohl, dass so manche öffentliche und von ihm nicht näher präzisierte Kritik seiner Meinung nach einfach zu weit ging. Vor den beiden Spielen gegen Union Berlin (1:1) und in Rom (0:2), wo er torlos geblieben war, habe er wettbewerbsübergreifend zwölf Tore erzielt, erinnerte Undav - und dann von schon von "einer Durststrecke" oder Ähnlichen zu sprechen, sei daher einfach drüber.

"Wenn ich zuvor keine Tore gemacht und die Chancen dann nicht gemacht hätte, dann wäre es okay gewesen", meinte Undav und erklärte seinen Unmut. "Was ich seit November gemacht habe, weiß doch jeder - und dass man nach zwei Spielen dann so von der Seite nervt, von links und rechts, von wegen schlechter Stürmer, er kann nichts und was weiß ich noch. Deswegen wollte ich einfach mal sagen: Einfach mal den Mund halten und fertig."

Lob für die Qualität in der Breite

So oder so: Am Ende stand ein überzeugender Sieg, der auch der Qualität der Mannschaft geschuldet ist, wie nicht nur Undav anmerkte. "Die Teamchemie ist auf einem anderen Level. Wir haben auch in der Breite sehr viel Qualität - und das zeichnet uns aus. Es ist egal, wer reinkommt - die Qualität ist da", erklärte der 29-Jährige mit Blick auf die Tatsache, dass neben ihm mit Chris Führich und Maximilian Mittelstädt zwei weitere Joker ausschlaggebend für zwei der drei Stuttgarter Treffer waren.

Ähnlich hatte sich zuvor auch schon Jamie Leweling, Torschütze des 1:0, geäußert. "Es zeichnet uns aus, dass wir unsere Spielzeit nutzen", sagte der 24-Jährige, der unzufrieden mit seiner eigenen Leistung war. So habe er ein "schlechtes Spiel" gemacht, konnte das allerdings mit seinem Tor übertünchen. "Als Stürmer hat man das Glück, dass man durch ein Tor alles wegmachen kann. Das habe ich gemacht." Letztlich sei der Erfolg aber "ein Team-Sieg" gewesen.