Die Saison von Red Bull Salzburg
Wie Red Bull Salzburg die abgelaufene Spielzeit doch noch auf dem zweiten Platz abschließen konnte, ist auch einige Tage nach dem Saisonende ein ungelöstes Rätsel. Denn eigentlich war die Saison 2024/25 für die Bullen eine zum Vergessen: Debakel en masse in der Champions League, Viertelfinal-Aus im Cup, keine Konstanz in der Bundesliga. Dieses Fußballjahr will man in der Mozartstadt trotz des einigermaßen versöhnlichen Endes wohl schnellstmöglich vergessen.
Moment der Saison: Abpfiff gegen Rapid
Am 32. Spieltag hatte Salzburg gleich dreifachen Grund zur Freude. Zum einen stellte der einstige Ligakrösus beim 4:2-Heimsieg über Rapid spät doch noch einmal sein Potenzial unter Beweis, zum anderen endete mit dem Schlusspfiff von Schiedsrichter Alexander Harkam die schwächste Saison seit Beginn der RB-Ära vor 20 Jahren. Und zum dritten durften die Mozartstädter dank der Schützenhilfe von Sturm und Blau-Weiß Linz doch noch über Platz zwei und einen Startplatz in der Champions-League-Qualifikation jubeln.
Entdeckung der Saison: Tim Trummer
Joane Gadou, John Mellberg, Valentin Sulzbacher & Co. Nein, an Talent mangelt es den Salzburgern wie schon in der Vergangenheit definitiv nicht. Das zeigte auch die Entwicklung von Tim Trummer: Lief der 19-Jährige zu Saisonbeginn noch in der 2. Liga für Liefering auf, wurde er unter Thomas Letsch zu einer echten Alternative auf der Außenverteidiger-Position. Trummer erledigte seine Aufgaben stets solide und kam folgerichtig in acht der zehn Meistergruppen-Spiele zum Einsatz.
Flop der Saison: Bobby Clark
Als großer Hoffnungsträger vom noch größeren FC Liverpool gekommen, mutierte Bobby Clark in seiner ersten Saison bei Salzburg zum Millionen-Flop. War der Engländer unter seinem Förderer Pepijn Lijnders noch regelmäßig zu Einsätzen gekommen, absolvierte er nach der Winterpause nur mehr 141 Spielminuten im Salzburg-Dress. Überzeugen konnte der 20-Jährige, der für seine zwischenzeitlichen Trainingsleistungen von Letsch auch öffentlich kritisiert wurde, dabei nie. Die Zeichen stehen auf Abschied.
Spruch der Saison
„Es hat sich angefühlt, als wären 25.000 im Stadion gewesen.“ (Pepijn Lijnders über die 2.437 Zuschauer im Cup-Achtelfinale gegen die WSG)
Transferpläne
Für die Leihspieler Janis Blaswich und Maximiliano Caufriez gibt es in Salzburg ebenso wenig eine Zukunft wie für Daouda Guindo und Lawrence Agyekum. Leandro Morgalla wird in der kommenden Saison auf Leihbasis in der 2. Deutschen Bundesliga für Bochum spielen. Mögliche fixe Abgänge betreffen unter anderem Oscar Gloukh, Nicolas Capaldo und Gadou.
Der zunächst nur verliehene Lucas Gourna-Douath, der seit dem Winter für die AS Roma spielt, dürfte Medienberichten zufolge in Italiens Hauptstadt bleiben. Offen ist hingegen, was mit Amar Dedic und möglichen Leih-Rückkehrern wie Kamil Piatkowski oder Dijon Kameri passiert. Erste Aufschlüsse über die Planungen der Salzburger wird es am 11. Juni bei der Bekanntgabe des Kaders für die Klub-WM geben. Fix in die USA mitfliegen wird Frans Krätzig, der vor wenigen Tagen an die Salzach wechselte. Nicht auszuschließen ist, dass vor der Klub-WM weitere Transfers über die Bühne gehen werden. So wurden zuletzt Sota Kitano und erneut Stefan Lainer mit Salzburg in Verbindung gebracht. Fest steht, dass Geschäftsführer Sport Rouven Schröder dem Kader insgesamt ein älteres Gesicht verpassen wird.
Gesamtnote der kicker-Redaktion: 4,0