Das Projekt, das ein neues Fussballstadion und zwei Wohntürme umfasst, hat bereits eine turbulente Geschichte hinter sich. Die Stadtzürcher Stimmbürger haben sich 2018 und 2020 zweimal dafür ausgesprochen. Trotzdem verzögerten Einsprachen den Fortschritt erheblich.
Die Komplexität des Falls zeigt sich in der ungewöhnlich langen Verfahrensdauer. Während das Verwaltungsgericht normalerweise innerhalb von sechs Monaten entscheidet, dauert es in diesem Fall bereits viermal so lange. Eine Sprecherin des Gerichts erklärte Ende August gegenüber dem Blick: "Mit einem Entscheid dürfte noch vor den Herbstferien zu rechnen sein."
Die Entscheidung des Verwaltungsgerichts ist ein entscheidender Schritt im langwierigen Prozess um das neue Stadion. Sollten die Einsprachen abgewiesen werden, könnten die Beschwerdeführer den Fall noch vor das Bundesgericht bringen. Zudem besteht die Möglichkeit, gegen das Baugesuch in drei Instanzen zu rekurrieren, wenn auch in eingeschränkter Form.
Die Geschichte des Hardturm-Areals als Fussballstadion reicht bis ins Jahr 1929 zurück, als GC dort seine Heimspiele austrug. 2007 wurde das alte Stadion abgerissen, seitdem wartet die Stadt auf einen Neubau. Ein früheres Projekt, das sogenannte Pentagon-Projekt der Credit Suisse, scheiterte an Einsprachen und den Auswirkungen der globalen Finanzkrise von 2008.
Die Verzögerungen haben bei den Fussballclubs für Frustration gesorgt. Sowohl GC als auch der FC Zürich haben die Gegner wiederholt aufgefordert, ihre Einsprachen zurückzuziehen und keine weiteren Verzögerungen zu verursachen. Die lange Wartezeit hat auch finanzielle Implikationen für die Clubs und die Stadt.
Trotz der Hindernisse gibt es Grund zur Hoffnung für die Stadionbefürworter. Das Engagement der UBS für das Projekt wird als positives Zeichen gewertet. Je nach Verlauf der rechtlichen Verfahren könnte der Baubeginn für das neue Stadion frühestens 2027 oder spätestens 2030 erfolgen. Im besten Fall könnte bereits ein Jahr nach Baubeginn der Ball im neuen Stadion rollen.
Die Entscheidung des Verwaltungsgerichts wird nicht nur für die Fussballclubs, sondern auch für die Stadtentwicklung Zürichs von grosser Bedeutung sein. Das Ensemble-Projekt verspricht, mehr als nur ein Fussballstadion zu sein. Mit den geplanten Wohntürmen soll es auch zur Lösung der Wohnraumknappheit in der Stadt beitragen.