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"Er bringt fast alles mit": Das ist Rapid-Neuzugang Janis Antiste

kicker

Marko Arnautovic? Nein! Davie Selke? Nein! Janis Antiste? Ja! Der SK Rapid hat seinen Einserstürmer für die Saison 2025/26 in Italien gefunden. Der 22-jährige Angreifer kommt zunächst per Leihe von Sassuolo nach Wien und könnte im kommenden Sommer dauerhaft in Österreichs Bundeshauptstadt wechseln. Denn wie Sassuolo auf seiner Homepage mitteilte, wird unter der Erfüllung gewisser Kriterien eine Kaupflicht für den in Toulouse geborenen Franzosen fällig.

Im Sommer 2022 für 5,7 Millionen Euro von Spezia Calcio verpflichtet, plant man in der Emilia-Romagna schon längst nicht mehr mit Antiste. "Das wundert mich schon ein Stück weit", staunt kicker-Reporter Christian Biechele, der seit fast 30 Jahren über Nürnberg berichtet und dem im Frühjahr nach Franken verliehenen Angreifer zuletzt genau auf die Beine schaute. "Er ist richtig schnell, hat eine gute Technik und auch das Auge für seine Mitspieler. Außerdem bringt er auch großen Willen mit. Davon war man beim Club sehr angetan."

Nürnberg-Fans riefen Petition ins Leben

Aus diesem Grund bemühte sich Nürnberg im Sommer um ein weiteres Leihgeschäft. Eine dauerhafte Verpflichtung war für den Zweitligisten aus finanziellen Gründen nicht möglich, Berichten zufolge bezog Antiste bei Sassuolo ein Jahresgehalt von 1,2 Millionen Euro. "Letztendlich war schnell klar, dass Nürnberg keine Chance hatte, ihn zu kriegen", meint Biechele. Auch weil dem Vernehmen nach mit St. Pauli und Mainz zwei Bundesligisten am jungen Franzosen interessiert waren.

Neben den Verantwortlichen hätte auch der Anhang Antiste gerne länger in Nürnberg gesehen. Mit fünf Treffern und zwei Vorlagen in zwölf Partien sowie seiner spektakulären Spielweise sicherte sich der Franzose auf Anhieb einen Platz in den Herzen der FCN-Fans, die deshalb sogar eine Petition für eine dauerhafte Verpflichtung ins Leben riefen. Antiste selbst hätte sich einen längerfristigen Verbleib in Franken durchaus vorstellen können. "Er hat sich in Nürnberg und in der Mannschaft sehr wohl gefühlt", erklärt Biechele. "Ich denke, das wird auch in Wien der Fall sein."

Ligue-1-Debüt mit 17 Jahren

Aus sportlicher Sicht werde Antiste, der für Toulouse im Alter von 17 Jahren in der Ligue 1 debütierte, Rapid jedenfalls weiterhelfen: "Er hat eine gewisse Spielfreude, zieht sein Spiel durch, ist eifrig und läuft viel. Er tut nahezu jeder Mannschaft gut." Neben seiner guten Technik sei man in Nürnberg vor allem von den Tiefenläufen beeindruckt gewesen. "Damit hat er viele Anspielstationen geschaffen und die Gegner aus der Ordnung gebracht."

Steigerungspotenzial habe der Stürmer noch im Abschluss. "Es ist kurios. Er macht Tore, die völliger Wahnsinn sind", erinnert sich Biechele unter anderem an Antistes spektakulären Fallrückzieher-Treffer im Heimspiel gegen Elversberg (1:3). "Und dann lässt er manchmal wirklich leichte Dinger liegen." Untermauert wird dieser Eindruck bei einem Blick auf die Statistik: Die acht Tore, die Antiste 2020/21 in seiner ersten vollen Profisaison bei Toulouse in der Ligue 2 erzielte, sind - über eine Spielzeit hinweg gesehen - bis heute Bestwert des 22-Jährigen.

Kaufpflicht soll vier Millionen Euro betragen

Die vergleichsweise schwache Trefferquote ist auch der Grund, warum Sassuolo Antiste nach seiner Verpflichtung im Sommer 2022 gleich dreimal verlieh (Amiens, Reggiana und Nürnberg). "Für ihn wird jetzt wichtig sein, dass er nicht schon wieder hin- und hergeschoben wird", meint Biechele. Sollte die Kaufpflicht für ihn schlagend werden, erhielte Antiste laut Sky-Informationen bei Rapid einen Vertrag bis 2029. In diesem Fall müssten die Wiener kolportierte vier Millionen Euro an Sassuolo überweisen.

Sorge, dass Antiste an der gewohnt hohen Erwartungshaltung in Wien zerbrechen könnte, hat Biechele nicht: "In Nürnberg hat er sich keinen großen Kopf gemacht." Auch deshalb traue er dem Franzosen eine erfolgreiche Karriere zu: "Er bringt sehr viel mit, fast alles. Er kann in Zukunft sicher bei einem guten Erstligisten in Europa eine Rolle spielen. Vielleicht nicht bei den Bayern, aber die Grundvoraussetzungen stimmen auf alle Fälle. Jetzt muss er das halt noch beweisen."