Wenn der 1. FC Nürnberg am Samstagabend zum Top-Spiel der 2. Bundesliga den VfL Bochum vor rund 34.000 Zuschauern empfängt, treffen laut Club-Trainer Miroslav Klose "zwei gute Mannschaften aufeinander". Nun ja, auf der einen Seite der noch sieglose Tabellenletzte aus Franken, auf der anderen der angeschlagene Revierklub, der gerade erst einen Kahlschlag hinter sich hat - Trainer Dieter Hecking und Sport-Geschäftsführer Dirk Dufner mussten am Montag gehen.
Was Klose mit seiner Aussage auf der Pressekonferenz wohl meinte, war die Qualität beider Teams auf dem Papier. Sowohl der FCN als auch der VfL blieben den Nachweis in dieser Saison aber noch schuldig. Das Top-Spiel ist ein wahrer Krisengipfel. Jedoch kein Endspiel für Klose, wie Sportvorstand Joti Chatzialexiou im Podcast Ka Depp beteuerte.
Klose ist sich der Tatsache bewusst, "dass wir das Spiel auch verlieren können", in der Endbewertung wird es wie zuletzt auch vor allem auf das "Wie" ankommen. Dieses war beim 1:2 in Karlsruhe zuletzt sehr ordentlich, nur erneut erfolglos, weil sowohl vor dem eigenen als auch vor dem gegnerischen Tor die Konsequenz fehlte.
Klose stellt klar: "Wir müssen punkten"
Auch diesmal ist der Club laut Klose "sehr, sehr ordentlich vorbereitet" auf den Gegner, wenngleich ob des Trainerwechsels man nicht wirklich wisse, "was auf uns zukommt". "Umso mehr", so Klose, "lag der Fokus auf uns". Der FCN-Trainer beteuert, dass der Zusammenhalt innerhalb des Vereins und der Mannschaft weiterhin "sehr groß" und "sich jeder der Situation bewusst" sei. Aber eins ist laut Klose klar: "Wir müssen punkten."
Kraft in dieser schwierigen Phase zieht Klose aus seiner persönlichen Erfahrung. "Ich bin in meiner Karriere durch viele Tiefen gegangen und habe immer irgendwo Reserven herausgeholt. Das ist jetzt auch als Trainer so."
So eine Reserve könnte Adam Markhiev sein. Der Königstransfer der Franken feierte in Karlsruhe ein kurzes, aber vielversprechendes Debüt und soll nun in die Startelf rücken. "Er muss auf die Platte", sagt Klose, "er hat gezeigt, dass er vielleicht der Richtige für die Situation ist." Bedeutet auch, dass aus dem eigentlich ordentlich funktionierenden Mittelfeld ein Spieler weichen muss. Wen es treffen wird, lässt Klose noch offen.
Was er verrät: "Wir müssen darauf achten, wer auch unter Druck liefern kann." Er selbst muss es jetzt auch.