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Ernst: "Die Wut mitnehmen und in Energie umwandeln"

kicker

Der Mai ist noch weit weg, aber für einen Moment war er trotzdem schon ein Thema. Als Hertha BSC das Freitagabendspiel gegen Arminia Bielefeld mit dem Last-Second-Schock des 1:1-Ausgleichs noch in den Köpfen und Knochen steckte, richtete Fabian Reese den Blick bereits voraus. "Ich glaube, der Gegner wollte heute nicht den Fair-Play-Award gewinnen", sagte Herthas Kapitän mit Blick auf die robuste Gangart der Ostwestfalen. "Aber wir haben ja noch ein Rückspiel. Wir werden alles dafür geben, dass wir da was zu feiern haben."

Der Start und das Ende dieser Hinrunde haben Hertha BSC ziemlich zugesetzt. Aber die zwischenzeitliche Aufholjagd mit fünf Zu-null-Liga-Siegen in Serie zwischen Ende Oktober und Ende November hat gezeigt, wozu das Team von Trainer Stefan Leitl in der Lage ist. Aus dem späten Dämpfer gegen Bielefeld, als der zweifelhafte Platzverweis für Abwehrchef Toni Leistner und der Ausgleich in Unterzahl den Gastgebern die Stimmung verdarben, wollen die Berliner Trotz und Kraft ziehen. "Am Ende wird uns so ein Rückschlag stärker machen", sagte Herthas Sportdirektor Benjamin Weber. Torhüter Tjark Ernst, stabilster Berliner in der Hinrunde und auch gegen die Arminia in der Schlussphase beim Schuss von Eyyüb Yasar mit einer Glanzparade zur Stelle, empfahl: "Mund abputzen, diese Wut mitnehmen in die Pause und im neuen Jahr in positive Energie umwandeln. Die Messe ist noch nicht gelesen."

Die Wahrsager kommen schon im Januar und Februar

Das glauben sie alle im Berliner Westend. Kapitän Reese erwähnte nach dem Schlusspfiff bei seiner Ansprache an die Fans via Stadion-Mikro "unser ganz großes Ziel". Die angepeilte 30-Punkte-Marke hat Hertha zwar um zwei Zähler verpasst. Aber die Überzeugung und der Glaube an den Bundesliga-Aufstieg sind intakt. "Die letzten drei Spiele haben wir uns natürlich anders vorgestellt", konstatierte Reese angesichts der mageren Resultate gegen Magdeburg (0:2), in Fürth (3:3) und gegen Bielefeld. "Jetzt gerade ist man bedrückt."

Dennoch sieht er Hertha auf dem richtigen Weg. "Wir haben ein System gefunden, eine Formation gefunden, eine Art und Weise, wie wir Fußball spielen möchten", sagte Reese. "Jetzt schalten wir kurz ab und dann bereiten wir uns gut vor, um in der Rückrunde direkt von Anfang an da zu sein." Denn klar ist auch: Ein ähnlicher Fehlstart wie in der ersten Halbserie wäre das vorzeitige Ende aller Aufstiegsträume. Und die Wahrsager kommen sofort: Auf alle fünf Teams, die aktuell vor ihnen platziert sind, treffen die Berliner bereits im Januar und Februar.