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"Etwas Großes und ganz Besonderes": FSV Fernwald feiert größten Erfolg der Vereinsgeschichte

kicker

Hessenmeister beweist goldenes Händchen bei Kaderplanung und Trainerwahl

So enttäuschend die vergangene Woche für den FSV Fernwald begonnen hat, so erfolgreich endete sie. Wenige Tage, nachdem die Mittelhessen verkündet hatten, ihre Bewerbung für die Regionalliga zurückzuziehen, sorgten sie für den größten Triumph der Vereinsgeschichte. Mit einem 2:0-Auswärtssieg beim FSV Wolfhagen kürte sich Fernwald zum Hessenliga-Meister; auf Platz 2 kam der FC Bayern Alzenau ins Ziel, der als Vizemeister in die Viertklassigkeit aufsteigt. Kohsuke Tsuda und Awed Issac Abeselom sorgten mit ihren Treffern für das i-Tüpfelchen auf einer Saison, die Vorstandssprecher Stefan Bechthold als "etwas Großes und ganz Besonderes" beschreibt.

Am vergangenen Montag wurden die Spieler darüber informiert, dass der Aufstieg in diesem Jahr nicht möglich ist. Unbeeindruckt davon löste die Elf auch die letzte Aufgabe. "Das Team hat super trainiert und war sehr konzentriert. Das spricht für den Charakter der Mannschaft", lobt Daniel Steuernagel. Wer sich auf die Suche nach den Gründen für den Erfolg begibt, landet unweigerlich bei der Rolle des FSV-Coaches. Ein goldenes Händchen bewies der Verein im vergangenen Sommer schließlich nicht nur bei der Zusammenstellung des Kaders, sondern auch bei der Besetzung des Trainerstabs.

Exzellente Zusammenarbeit

Steuernagel, der zuvor unter anderem beim KFC Uerdingen in der 3. Liga sowie bei Kickers Offenbach in der Regionalliga wirkte und schon 2016 mit dem SC Teutonia Watzenborn-Steinberg die Hessenmeisterschaft feiern konnte, formte die Überraschungsmannschaft der Saison. Denn als ernsthafter Anwärter auf den Titel galt der Tabellenachte der Vorsaison beileibe nicht. Anvisiert wurde zunächst eine Platzierung im oberen Tabellendrittel. "Daniel strahlt etwas aus, das nur in eine Richtung geht - zum Erfolg. Und er hat allen klargemacht, wie viel Arbeit dafür nötig ist, zugleich aber immer den Spaßfaktor aufrechterhalten", erklärt Bechthold. Steuernagel selbst hebt die exzellente Zusammenarbeit mit dem Sportlichen Leiter Marko Semlitsch, Co-Trainer Kamber Koc und Athletik-Coach Matthias Ott, der auch für Handball-Bundesligist HSG Wetzlar tätig ist, hervor.

Die "fitteste Mannschaft der Liga" (Steuernagel) kompensierte Abgänge wie die von Erdinc Solak (Eintracht Stadtallendorf) oder David Siebert (FC Gießen). Mehrere Neuverpflichtungen schlugen voll ein - unter anderem der aus Stadtallendorf zurückgekehrte Angreifer Tom Woiwod sowie Awed Issac Abeselom (VfB Marburg), die mit jeweils 18 Treffern zu den besten Schützen der Klasse zählen. "Die Gruppe hat sich neu gefunden. Vom ersten Tag an hat das super gepasst", erinnert sich Steuernagel.

„Daniel strahlt etwas aus, das nur in eine Richtung geht - zum Erfolg. Und er hat allen klargemacht, wie viel Arbeit dafür nötig ist, zugleich aber immer den Spaßfaktor aufrechterhalten.“ (Vorstandssprecher Stefan Bechthold über Trainer Daniel Steuernagel)

Wann war ihm klar, dass an der Oppenröder Straße etwas Besonderes entstehen könnte? "Nach vier Wochen Training wusste ich, dass es gut wird. Dann hat es eine Eigendynamik aufgenommen. Ich bin sehr stolz und ziehe meinen Hut vor den Jungs." Kontinuierlich habe sich die Elf um Kapitän Johannes Hofmann gesteigert und auch Schlüsselmomente gemeistert. Etwa die erste Partie nach der Winterpause, in der Fernwald den damaligen Tabellenführer Rot-Weiß Walldorf bezwang (2:1).

Taktisch agierte der FSV mit Schlüsselspielern wie Hofmann und Woiwod zunächst in einer 3:4:3-Formation, stellte aber früh auf 3:5:2 um. Ein Fundament des Erfolgs: Die Defensive - mit 35 Gegentreffern die beste der Liga - um Torhüter Tolga Sahin oder die Verteidiger Lucas Burger, Julian Bender und Axel Furkert präsentierte sich äußerst stabil.

Auf den Stamm seines Meisterkaders baut Fernwald auch in der Saison 2025/26, in der mit den Derbys gegen Aufsteiger TuBa Pohlheim und Regionalliga-Absteiger FC Gießen weitere attraktive Partien warten. "Unser Ziel muss es sein, unter die ersten Sechs zu kommen", sagt Steuernagel. Der UEFA-Pro-Lizenz-Inhaber attestiert seinem Team "die größte Bereitschaft, in jedem Training und in jedem Spiel alles zu geben". Ob die Mannschaft auch weiterhin bereit sei, so hart zu arbeiten, ist für den 45-Jährigen eine zentrale Frage. Äußerst vielversprechend klingt seine Einschätzung, was das Potenzial des Kaders angeht: "Ich glaube, dass wir noch nicht am Maximum sind."