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Fadinger: "Für viele Menschen ist dieser Klub der Anker"

kicker

Als sein Fürsprecher, der ehemalige Austria-Trainer Michael Wimmer, dem FC Motherwell im Mai überraschend den Rücken zuwandte, um in Deutschland bei Jahn Regensburg "wieder auf dem Radar" zu sein, zuckte Lukas Fadinger kurz. Seinen Zwei-Jahres-Vertrag bei den Steelmen hatte er da nämlich schon unterschrieben gehabt.

"Es hat sich schnell herausgestellt, dass sie trotzdem voll auf mich setzen. Das System von Trainer Askou kommt mir sogar noch mehr entgegen", erzählt Fadinger freudvoll im Gespräch mit dem kicker.

Wahnsinns-Einstand

Der Däne lässt mit Ball ein 4-2-2-2 spielen und gegen den Ball ein flaches 4-4-2. Fadinger agiert als linker "Zehner" und kippt nach Ballverlusten auf den linken Flügel. Im ersten Pflichtspiel im Fir Park setzte der 25-Jährige im League-Cup gegen Peterhead gleich seinen Marker, lieferte den Assist zum 1:1-Ausgleich und fixierte in der Nachspielzeit per Kopf den 2:1-Heimsieg.

"Für mein Standing in der Mannschaft war das sicherlich nicht schlecht", lacht Fadinger, "überhaupt will der Trainer richtig guten Fußball spielen lassen und nicht so einen, wie jemand, der offiziell in erster Linie nichts mit dem Abstieg zu tun haben will."

Zum Cup-Vorrundenspiel gegen den Drittligisten kamen über 2.600 Fans. In der Premiership pilgern im Schnitt rund 6.000 in den Fir Park, gegen Celtic und die Rangers aus dem 25 Kilometer entfernten Glasgow ist der alte Kasten (eröffnet 1895) mit knapp 8.800 erlaubten Besuchern voll.

"Die Verbundenheit mit dem Klub ist hier sehr groß. Für viele Menschen ist dieser Klub der Anker", wie Fadinger bereits zu spüren bekam. Nach dem Niedergang der Stahlindustrie in den 80er- und 90er-Jahren hat das ehemalige "Steelopolis" Motherwell aktuell nur mehr rund 30.000 Einwohner und eine der höchsten Arbeitslosenquoten in Großbritannien. "Dementsprechend starten wir auch viele soziale Aktionen", berichtet Fadinger.

Wenn die Schotten untereinander im Slang sprechen, versteht Fadinger allerdings gar nichts. "Das ist aussichtslos", lacht der Steirer, "im Dialog werde ich dann aufgeklärt. Unseren Engländern und Australiern kann ich aber gleich folgen."

Meisterrunde anvisiert

Ins Ausland wollte Fadinger immer schon. Sein ehemaliger Hartberg-Kollege Michael Steinwender (Heart of Midlothian) habe ihm auch viel Positives berichtet. Das Meisterschafts-Format ähnelt der österreichischen Bundesliga, die schottische Zwölfer-Liga wird allerdings erst nach drei Durchgängen (also 33 Runden) geteilt.

In der Meisterrunde der Top 6 waren die Steelmen zuletzt 2021/22 mit von der Partie. "In den letzten Jahren haben aber immer nur ein paar Punkte gefehlt", weiß Fadinger, "wir Spieler wollen in jedem Fall da hin."

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