Ob sich Manuel Feil das Heimspiel am 5. Spieltag gegen Aufsteiger Dynamo Dresden fett rot in seinem Kalender markiert hat? Es könnte eine ganz besondere Partie für den 30-Jährigen werden - sofern er an den ersten vier Spieltagen sowie in der ersten Runde des DFB-Pokals für "seine" SV Elversberg zum Einsatz kommt.
Aktuell steht Feil nämlich bei 247 Spielen im SVE-Trikot, seit 2018 - damals noch zu Regionalliga-Zeiten in Elversberg - ist er Teil des Vereins. Seither hat er zwei Aufstiege, die verlorene Bundesliga-Relegation (1 Einsatz) sowie 60 Zweitliga-Partien, 38 Drittliga-Spiele, acht Auftritte im DFB-Pokal, 128 Spiele in der Regionalliga sowie zwölf Partien im Landespokal mit der Elv erlebt.
Elversberg-Rekord? Feil: "Interessiert mich aktuell nicht wirklich"
Der Weg an die Spitze in Sachen SVE-Rekordspieler ist damit nicht mehr weit. Platz 1 belegt (noch) Sascha Loos, der 252 Einsätze in der Regional- und Oberliga für Elversberg bestritt. Sollte Feil in den ersten fünf Pflichtspielen der neuen Saison jeweils auf dem Rasen stehen, könnte er also gegen Dresden einen neuen Vereinsrekord aufstellen.
"Das ist sicher eine schöne Marke, interessiert mich aber aktuell nicht wirklich", sagte Feil dazu in der Saarbrücker Zeitung bescheiden. "Jetzt zählt nur die Vorbereitung mit vielen neuen Gesichtern auf die neue Saison."
Feil - mittlerweile hauptsächlich als Joker gefragt - ist nur noch einer von fünf Spielern im Kader, die mit Elversberg 2022 Regionalliga-Meister wurden. Nach der so erfolgreichen vergangenen Saison verließen einige Leistungsträger den Verein, zehn Abgänge versucht die SVE mit elf Neuzugängen zu kompensieren.
Neuer SVE-Trainer Wagner: "... dann darf man auch mal traurig sein"
Ebenfalls neu: Cheftrainer Vincent Wagner, der in die großen Fußstapfen von Horst Steffen treten will. "In den ersten anderthalb Wochen war zu spüren, dass bei den verbliebenen Spielern, aber auch den Menschen drumherum das Erlebte noch in den Knochen steckt", meinte der 39-Jährige gegenüber der dpa mit Blick auf den knapp verpassten Aufstieg in der Relegation gegen Heidenheim (2:2 und 1:2).
"Sowas geht nicht spurlos an einem vorbei. Was dieser Verein und diese jungen Spieler geleistet haben, war ein Riesenerfolg", betonte Wagner. "Wenn einem das i-Tüpfelchen dann verwehrt bleibt und ein Team danach wesentliche Stützen verliert, darf man auch mal traurig sein - vor allem, wenn Liebe drinsteckt."
SV Elversberg: Pinckert neuer Kapitän
Diesen Rückschlag galt es in den vergangenen Wochen und Monaten zu verarbeiten. Am Samstag startet Elversberg nun gegen Nürnberg (13 Uhr, LIVE! bei kicker) in das dritte Zweitliga-Jahr in Folge, was an sich genommen schon ein Erfolg für den kleinen Verein ist. Entsprechend zurückhaltend fällt auch die Zielsetzung aus, auch beim neuen Kapitän Lukas Pinckert, der die Binde vom zum FC Augsburg abgewanderten Robin Fellhauer übernimmt. Das habe sich der Innenverteidiger, der sich vergangene Saison zum Leistungsträger entwickelt hatte, "erarbeitet", sagte Wagner.
Das neue Amt sei natürlich "eine große Ehre und etwas Besonderes", freute sich Pinckert, bevor er auf die neue Saison blickte: "Wir wollen uns als Team verbessern sowie schönen Fußball spielen. Und wie vergangene Saison wollen wir erst einmal so schnell es geht den Klassenverbleib sichern." Mit einem Augenzwinkern ergänzte er: "Dann schauen wir mal, was darüber hinaus noch geht."