Aus Basel berichtet Paul Bartmuß
Deutschland gegen Frankreich: Das gerät im Frauenfußball langsam, aber sicher zu einer Dauerrivalität. Bei der vergangenen EM warf das DFB-Team den Nachbarn im Halbfinale mit 2:1 raus. Wenige Monate später kam es zu einem Testspiel mit gleichem Ergebnis.
Und auch in beiden bisherigen Nations-League-Ausgaben wurden die Nationen gegeneinander gelost - jeweils im Halbfinale. Vor einem Jahr gewann Frankreich 2:1, im Oktober kommt es zum zweimaligen Wiedersehen.
Bis dahin kennen sich die Teams wohl langsam auswendig. Denn wie es das Schicksal wollte, steigt zuvor noch am kommenden Samstag das EM-Viertelfinale mit dieser beliebten Paarung.
Während Deutschland zum Abschluss der Gruppe C gegen Schweden mit 1:4 unter die Räder gekommen war, hielt sich Frankreich in "Hammergruppe" D schadlos und beeindruckte beim 5:2 gegen die Niederlande einmal mehr. Elf Spiele am Stück haben Les Bleues nun gewonnen.
Trotzdem seien die Rollen fürs Viertelfinale klar vergeben, meint Laurent Bonadei. Der französische Nationaltrainer versuchte am Sonntagabend im Anschluss an die Partie gegen die Niederlande die Favoritenrolle nach Deutschland zu schieben.
"Um Favorit zu sein, muss man einen Titel gewonnen haben", sagte er. Das DFB-Team habe die EM in der Geschichte achtmal gewonnen: "Deutschland ist daher der Favorit. Aber wir sind ein harter Gegner und werden allen unseren Gegnern das Leben schwer machen. Deutschland ist in der Weltrangliste höher platziert als wir (Platz 3 gegenüber Platz 10, Anm. d. Red.). Sie wurden von Schweden deutlich geschlagen und werden sich sicherlich wieder aufrappeln."
Stürmerin Delphine Cascarino, am Sonntag zweimal erfolgreich, sah es ähnlich: "Sie sind eine große Mannschaft, eine große Nation. Wir wissen das, sie haben mehrere internationale Wettbewerbe gewonnen", sagte sie. Und Marie-Antoinette Katoto betonte, ihr Team müsse vor allem auf Jule Brand und Klara Bühl aufpassen, "die viel durchstoßen, die sehr schnell sind, sehr robust".
Kapitänin Toletti fürs Viertelfinale fraglich
Unterdessen ist noch nicht abzusehen, ob Kapitänin Sandie Toletti am Samstag gegen Deutschland einsatzfähig ist.
Während der EM-Vorbereitung hatte Toletti laut eigener Aussage mit einer Achillessehnenentzündung zu kämpfen. Am Sonntag traf sie zum 1:0, feierte zudem ihren 30. Geburtstag und erhielt von den französischen Fans nach ihrer Auswechslung ein Geburtstagsständchen.