Die Stuttgarter Kickers haben auf dem Transfermarkt zugeschlagen und sich mit Melkamu Frauendorf auf einen Vertrag geeinigt. Damit sind die Blauen aus dem Stadtteil Degerloch um die Erfahrung von 24 Drittliga-Spielen reicher, die der 21-Jährige vergangene Saison für die Zweitvertretung von Hannover 96 bestritt. Den Abstieg der 96-Reserve konnte Frauendorf aber auch nicht verhindern.
Fast noch spektakulärer als jene Einsätze in der 3. Liga ist die vorherige Station des Deutsch-Äthiopiers. Zwischen August 2020 und 2024 trug der offensive Außenbahnspieler das Trikot des FC Liverpool, schwerpunktmäßig im Nachwuchs, doch am 9. Januar 2022 beim 4:1 im FA-Cup gegen Shrewsbury Town und am 9. November gleichen Jahres im EFL-Cup gegen Derby County (3:2 nach Elfmeterschießen) schnupperte Frauendorf in zwei Pflichtspielen für die Profi-Mannschaft der Reds die Luft der Anfield Road. Dazu passend verriet der 15-malige deutsche U-Nationalspieler dem kicker im Januar, dass er eines Tages auch in der Premier League auflaufen möchte.
Vorerst lesen sich aber die beiden Pokal-Spiele für den LFC respektabel genug. Frauendorfs neuer Trainer Marco Wildersinn konzentriert sich indes auf die Stärken seines neuen Schützlings: "Melkamu bringt Eigenschaften mit, die unserer Offensive allgemein weiterhelfen werden. Er gibt uns zusätzliche Variabilität und wird mit seiner Dynamik und Schnelligkeit seine Impulse setzen." Sport-Geschäftsführer Lutz Siebrecht unterstreicht: "Er erfüllt das Profil, nach dem wir gesucht haben. Deshalb sind wir froh, ihn jetzt bei uns zu haben."
Frauendorf selbst betritt mit dem Wechsel in die baden-württembergische Landeshauptstadt kein gänzlich unbekanntes Terrain: "In meiner Jugend bei Hoffenheim habe ich häufig gegen die Kickers gespielt und war deshalb schon ein paar Mal auf der Waldau zu Gast. Jetzt freue ich mich umso mehr darüber, hier Heimspiele für die Kickers bestreiten zu dürfen."