Schaut man dieser Tage Partien mit Beteiligung der SpVgg Greuther Fürth, ist Spektakel fast garantiert: Als einziges Team der 2. Liga kommen die Franken nach vier Spieltagen bereits auf eine zweistellige Anzahl an Toren wie auch eine zweistellige Anzahl an Gegentoren. 21-mal klingelte es bereits in den Spielen des Kleeblatts, im Schnitt fielen also satte 5,25 Treffer pro Partie.
Hauptverantwortlich für die zehn Tore, die dabei auf das Konto des aktuellen Tabellenzehnten gehen, waren Felix Klaus und Noel Futkeu. 80 Prozent oder acht Tore gehen auf das Duo zurück, die sich gleichmäßig aufteilen. Je vier Erfolgserlebnisse feierten Klaus und Futkeu also in den ersten vier Spielen im Unterhaus - ein Fürther Novum. So erfolgreich startete bisher noch kein Angriffsduo aus dem Ronhof.
Futkeu und Klaus folgen auf Benes und Glatzel
Doch nicht nur vereinsintern, auch bezogen auf die Ligahistorie ist diese Marke bemerkenswert. Zwei Akteure mit jeweils mindestens vier Toren in den ersten vier Spielen gibt es in Liga 2 überhaupt erst zum achten Mal. Zuletzt war dieses Kunststück in der Saison 2023/24 Robert Glatzel und Laszlo Benes vom Hamburger SV gelungen. Beide jubelten ebenfalls in je vier Fällen - so wie sechs der insgesamt acht Pärchen.
Etwas erfolgreicher war das Debütanten-Duo von Tennis Borussia Berlin in der Spielzeit 1975/76: Viermal traf Albert Bittlmayer für TeBe, noch einmal öfter konnte sich Norbert Stolzenburg in die Torschützenliste eintragen. Damit landen die Torjäger aus der Hauptstadt im Ranking der Schnellstarter auf Platz 2.
Kölns Doppelsturm bleibt unerreicht
Das zu diesem Zeitpunkt der Spielzeit torhungrigste Offensiv-Pärchen der Zweitligageschichte kommt aus dem Rheinland. Genauer gesagt aus Köln. Für den "Effzeh" brachten es Patrick Helmes und Matthias Scherz 2006/07 in den ersten vier Spielen auf zusammengerechnet zehn Tore. Viermal traf dabei Routinier Scherz (35), ganze sechsmal sein 12 Jahre jüngerer Nebenmann.
Eine Erfolgsgarantie sind zwei früh heißlaufende Angreifer allerdings nicht. Von den sieben Teams, deren Offensiven sich vor Fürth in beeindruckender Frühform präsentierten, stiegen lediglich zwei auf: Tennis Borussia Berlin und der KFC Uerdingen, den Jan Mattsson und Wolfgang Lüttges 1978/79 erst in die Relegation und dann in die Bundesliga schossen.
Offensivrausch keine Erfolgsgarantie
Dem gegenüber stehen fünf Mannschaften, die in Liga 2 verblieben. Die Kickers Offenbach 1981/82 - Walter Krause und die spätere Werder-Legende Michael Kutzop hatten je viermal in den ersten vier Spielen genetzt - kamen dem Oberhaus am nächsten. Erst in der Relegation mussten die Kickers sich Bayer 04 Leverkusen in Addition mit 1:3 geschlagen geben. Am schwächsten schnitten derweil ausgerechnet die treffsichersten Torschützen des Saisonstarts ab: Auf Platz 9 liefen Helmes, Scherz und der 1. FC Köln im Frühsommer 2007 ins Ziel ein.
Über die furiose Offensivleistung inklusive Vereinsrekord darf sich das Kleeblatt also durchaus freuen, sich aber nicht darauf ausruhen - und sollte bei aller Torgefahr an der defensiven Stabilität arbeiten. Bei im Schnitt knapp drei Gegentreffern pro Partie (2,75) kommt auch die beste Angriffsreihe irgendwann nicht mehr hinterher.