Sportdirektor Kessler fahndet
Am Beginn einer Zusammenarbeit sollten keine Zweifel stehen. Weil es die in den Führungsgremien des 1. FC Köln aber gab, sagte Friedhelm Funkel für eine weitere Zusammenarbeit am Freitag doch lieber ab. Kein Funkel also, stattdessen muss Sportdirektor Thomas Kessler nun ein neues Gesicht für das Traineramt am Geißbockheim begeistern. Nur wo anfangen?
Gehandelt werden in Köln vor allem Lukas Kwasniok, Urs Fischer, Horst Steffen, Christian Titz und Christian Eichner. Zu Pellegrino Matarazzo, zuletzt in Stuttgart und bei der TSG Hoffenheim an der Seitenlinie, gibt es dagegen nach kicker-Informationen keinen Kontakt. Bleiben die fünf genannten Verdächtigen.
Kandidaten mit Offensivdrang
Titz, noch bis 2026 in Magdeburg unter Vertrag und deshalb ablösepflichtig, hat seinen Wechselwunsch beim Klub hinterlegt und würde dem Vernehmen nach gern zukünftig im Westen arbeiten, wo er bereits in der Spielzeit 2019/20 Rot-Weiss Essen in der Regionalliga West betreute. Für Titz spricht, dass er mit dem FCM selbst im Aufstiegsrennen mitmischte und Magdeburg mit der zweitbesten Offensive der Liga (64 Treffer) zu einem Spitzenteam entwickelte.
Ähnliches gilt auch für Kwasniok, der mit Paderborn auf Platz 4 nur einen Rang vor Magdeburg landete, und Steffen, der mit Elversberg in der Relegation gegen Heidenheim sogar noch reelle Aufstiegschancen besitzt. Kwasniok verlängerte seinen Vertrag in Paderborn nicht und wäre ablösefrei zu haben, sprach zuletzt aber auch über eine mögliche Auszeit.
Steffen ist wie Titz im Westen verwurzelt. Ob er allerdings im Erfolgsfall mit der SVE vom einen Aufsteiger zum anderen wechseln würde, ist fraglich. Auch er könnte außerdem Ablöse kosten, sein Vertrag läuft noch ein Jahr.
Ein Kandidat mit anderem Ansatz
Und dann ist da noch Christian Eichner. Der Kölner Ex-Profi wäre wohl schon im vergangenen Jahr aus Karlsruhe zum FC gekommen, vorgezogen wurde ihm dann der inzwischen wieder entlassene Gerhard Struber. Eichner, mit dem KSC Tabellenachter geworden, verlängerte seinen Vertrag deshalb bis 2027. Ihn loszueisen würde wohl ebenfalls eine ordentliche Ablösesumme kosten.
Alle vier Coaches stehen für Offensivfußball - ganz anders als Urs Fischer. Der Schweizer soll bereits seit einiger Zeit im Austausch mit dem FC sein und Wert darauf legen, ein Team nur geordnet im Sommer zu übernehmen. Fischer, der Union Berlin in die Champions League führte, vertritt allerdings einen eher zerstörerischen Spielansatz. Und der wäre nach einer Saison mit wenig Spektakel in Köln wohl nur mit viel Erfolg zu verkaufen. Viele Optionen für Kessler, nur eine Gewissheit: Eine Entscheidung soll in dieser Woche fallen.