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Gebenbach kämpft mit den Nachwehen früherer Erfolge

kicker

Defensive Nachlässigkeiten

Den Klassenerhalt via Relegation feiern - für gleich sieben Bayernligisten war dieses Szenario der letzte Strohhalm Richtung erfolgreichem Saisonende. Doch während die Halme von deren fünf bereits in Runde eins einknickten, scheint nun einzig die DJK Gebenbach dem Gang in die Landesliga entgehen zu können.

Dabei klopften die Oberpfälzer vor zwei Jahren sogar noch ans Tor zur Regionalliga an, wobei in der Relegation die SpVgg Ansbach eine Nummer zu groß war. "Damals war Gebenbach als Verein bekannt, der Fußball gespielt hat. Da wusste man: Die fressen zwei Tore, doch schießen gleichzeitig auch vier", blickt Trainer Markus Kipry zurück auf die ehemals glorreichen Zeiten, die heute einige Nachwehen mit sich bringen. Schließlich verlor die DJK in den vergangenen beiden Jahren einige hochkarätige Akteure - ohne sich gedanklich vom schönen Offensivfußball inklusive einer gewissen Nachlässigkeit in der Defensive zu verabschieden.

Sukzessives Abrutschen

Platz 10 war im Vorjahr daher das Resultat, diese Saison geriet man sogar "schon früh unter Druck" und kämpfte durchweg gegen den Abstieg. Trainer Kai Hempel nahm folglich im September seinen Hut und Markus Kipry rückte zum Chef auf - kämpft jedoch noch immer mit dem Rückfall in alte Muster. Oder wie Kipry es formuliert: "Die DNA einer Mannschaft vom Spielerischen hin zum Hauptaugenmerk aufs Umschaltspiel und die Defensive hinzubekommen, ist recht schwierig." Im Endspurt 2024 schien die Truppe um Top-Scorer Dominik Haller nach 21 Zählern aus zehn Begegnungen dann auf einem guten Weg. Das einzige Problem in der Folge: Das Team erreichte jene Form im Jahr 2025 nicht wieder - und stolperte nach schwacher Rückrunde und nur zwei Siegen aus zwölf Partien in die Saisonverlängerung via Relegation.

Dort rappelte sich die DJK aber schon in den Halbfinals gegen den Amberg-Sulzbacher Landkreis-Kontrahenten aus Ammerthal rechtzeitig auf: Geriet man Anfang Mai im Ligaduell durch einen "Sahnetag" des Vierfachtorschützen Oleksiy Ogurtsov noch mit 1:5 unter die Räder, war man im Relegationshinspiel "von Beginn an besser". Zwei Unachtsamkeiten in der Defensive ließen die Ammerthaler dennoch als 2:1-Sieger vom Platz gehen - von Pessimismus war im Lager Gebenbachs allerdings nichts zu spüren, schließlich sei "ein Tor im Fußball nichts". Im Rückspiel war die Kipry-Elf nach der Ampelkarte für Fabio Pirner (29.) dann früh in Überzahl, blieb aber weiterhin "ruhig, diszipliniert und ohne blind nach vorne zu rennen". Und so stellte erst Friedrich Lieder die Uhren wieder auf Null (63.), bevor Taylan Avci mit einem Strahl von der Strafraumgrenze für Jubel bei der DJK sorgte (90.+1).

Giftig und lautstark

Vollkommen ausgelassen war die Stimmung bei den Gebenbachern jedoch keineswegs: Einerseits, weil "unsere Jungs mit den Ammerthalern befreundet sind" und deren Abstieg (und auch der des FC Amberg aus der Landesliga) generell "nicht gut für die Region Amberg-Sulzbach sei". Andererseits, weil nach einem erfolgreichen Halbfinale stets noch das Finale wartet - Gegner dort: Süd-Bayernligist SpVgg Unterhaching II. Der lud hinter den Toren Münchens in Neuried bereits am Mittwoch zum Hinspiel - mit schlechten Vorzeichen für die DJK: Denn auf dem Weg in die Landeshauptstadt geriet der Oberpfälzer Tross in einen Stau und benötigte so vier Stunden für die Anreise.

Folglich wurde mit Verzögerung angepfiffen - wach waren zu Beginn allerdings nur die Hachinger. Erst nach zwei brenzligen Situationen kämpfte sich die Kipry-Elf in die Partie und siegte letztendlich durchaus verdient mit 2:0, wie der Coach bilanziert: "Wir waren insbesondere in Halbzeit eins giftiger, aggressiver und lauter als Haching und haben den jungen Burschen so den Schneid abgekauft." Fabian Vogl per Elfmeter (19.) und Johannes Golla (35.) trafen folgerichtig noch vor dem Seitenwechsel für die DJK, die zu Beginn der zweiten Halbzeit dann aber unter Druck geriet. "Wir haben jedoch alles wegverteidigt und konnten das Spiel anschließend wieder beruhigen. Eventuell können wir bei zwei Möglichkeiten sogar noch das 3:0 machen - wobei das in Summe zu viel des Guten gewesen wäre", schließt Kipry seinen Kurzbericht vom Final-Hinspiel.

Trügerischer Vorsprung

Ein Schritt ist für die Truppe um Kapitän Timo Kohler somit nur noch zu gehen - ein Selbstläufer wird das Rückspiel vor heimischer Kulisse allerdings keineswegs. Denn das Potenzial der hochtalentierten Hachinger blitzte bereits im Hinspiel immer wieder auf: "Die sind verdammt schnell, können Fußball spielen und haben einen klaren Plan. Da müssen wir höllisch aufpassen", zählt Kipry die Qualitäten des Gegners auf. Die Zwei-Tore-Führung sei daher ein "trügerisches Ergebnis". Dass ein solcher Vorsprung schnell verspielt ist, hat der Fußball schon häufig gezeigt - beispielweise kürzlich in der Zweitligarelegation zwischen Braunschweig und Saarbrücken.

"Wenn wir nur verwalten wollen, geht das Ganze in die Hose. Für uns gilt es eine gute Mischung aus Offensiv- und Defensivfußball zu finden. Und im besten Fall sorgen wir relativ schnell für klare Verhältnisse", gibt Kipry die Marschroute vor. Wobei klare Verhältnisse ebenso trügerisch sein können - wie Gebenbach im Mai letzten Jahres erfahren musste: Gegen den TSV Abtswind führt man im Heimspiel bereits mit 4:0 - nur um in verrückten 17 Minuten zum Ende noch mit 4:5 zu verlieren. Trainer und Mannschaft sei der damalige Spielverlauf daher "Warnung genug" - der letzte Strohhalm soll schließlich nicht im finalen Moment umknicken, sondern in die achte Bayernliga-Saison in Folge tragen.