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Gechter: Sperre vorbei - Stammplatz weg?

kicker

In den vergangenen Wochen war Stefan Leitl häufiger froh, überhaupt noch genügend Innenverteidiger für eine taugliche Startelf zusammenzubekommen. Gegen den SC Paderborn hat Herthas Coach am Samstag dagegen womöglich fast schon ein Luxusproblem light: Linus Gechter, der beim Sieg in Hannover (3:0) seine Gelb-Rot-Sperre absaß, kehrt in den Kader zurück - und muss womöglich auf die Bank. Dass Leitl an der gegen seinen Ex-Klub gewählten Aufstellung und taktischen Grundformation festhält, ist kein Naturgesetz. Es spricht aber einiges dafür.

Das 4-2-3-1 war auch eine Antwort auf Hannovers System

In Hannover hatte sich der Trainer auch wegen Gechters Absenz vom 3-5-2 verabschiedet und auf ein 4-2-3-1 umgestellt - mit dem Innenverteidiger-Duo Toni Leistner und Marton Dardai. Die veränderte Grundordnung war auch eine Antwort auf das 3-4-3 der Niedersachsen. "Für uns waren in Hannover die Eins-eins-Situationen am Flügel mit den hohen Außenstürmern von Hannover entscheidend", sagt Leitl. "Die wollten wir mit vier Mann unter Kontrolle bringen. In der Situation, in der wir waren oder sind, ist es - wenn du mit fünf spielst - gefordert, mit der kompletten Kette durchzuschieben. Dem wollten wir aus dem Weg gehen, weil wir gesehen haben, dass wir das im Moment nicht tun."

Leistner und Dardai: Im tiefen Block funktionierte das Duo

In Hannover verteidigte Hertha über weite Strecken in einem tiefen Block - in einem Spiel, das in seiner Anlage den Berliner Innenverteidigern entgegenkam. Leistner war der Turm in der Schlacht, Dardai - in den Wochen zuvor häufiger indisponiert - zeigte seine stabilste Saisonleistung. Sobald Hertha höher verteidigt und mehr Raum hinter der letzten Kette bietet, könnte es in dieser personellen Konstellation allerdings schwierig werden - dann wären eher Gechters Qualitäten gefragt. "Als Trainer hat man immer die Möglichkeit, die Trainingswoche zu beobachten und zu schauen, wie sich etwas entwickelt. Das haben wir diese Woche getan", erklärt Leitl. "Wir können grundsätzlich sehr zufrieden mit der Art und Weise sein, wie wir das letzte Spiel gespielt haben. Trotzdem ist es so, dass mit Linus ein sehr wichtiger Spieler zurückkehrt. Von daher haben wir Optionen, um Einfluss auf die Aufstellung zu nehmen."

"Wir werden nicht jede Woche gucken, was der Gegner macht"

Noch immer fehlen in John Anthony Brooks, der nach seiner Muskelverletzung kommende Woche ins Mannschaftstraining teilintegriert werden soll, Niklas Kolbe (Rippenbruch) und Pascal Klemens (Sprunggelenk-OP) drei Innenverteidiger. Aber allmählich mehren sich die personellen Optionen für den Trainer, der sich, was das System angeht, verschiedene Möglichkeiten offen lässt. "Wir sind flexibel", sagt Leitl. "Wir spielen nicht nur eine Grundordnung, sondern mehrere. Aber ich bin kein Trainer, der die Mannschaft immer nach dem Gegner richtet. Es geht schon darum, bei sich zu bleiben. Wir werden jetzt nicht jede Woche gucken, was der Gegner macht, und darauf reagieren."

Klar ist allerdings: Sein Team fühlte sich auf dem Hochplateau der 2. Liga, beim Tabellenführer in Hannover, im neuen 4-2-3-1 trittsicher. Die Systemänderung habe "uns extrem viel Stabilität gegeben", hatte Keeper Tjark Ernst nach dem ersten Sieg dieser Zweitliga-Saison erklärt. Auch darum ist denkbar, dass sich die etatmäßige Stammkraft Gechter jetzt fürs Erste gedulden muss.