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Gedenken an toten Fan: Magdeburg lässt Heimbereich gegen Halle geschlossen

kicker

Die Nacht vom 1. auf den 2. Oktober 2016 hat den Fußball in Sachsen-Anhalt verändert. Der damals 25-jährige Hannes S., ein Fan des 1. FC Magdeburg, soll in einem Zug von Anhängern des rivalisierenden Halleschen FC bedrängt worden sein. Hannes stürzte aus dem Zug und starb nach elf Tagen im Krankenhaus an seinen schweren Kopfverletzungen. Noch immer ist der Fall nicht aufgeklärt. War es ein Sprung aus Panik? Oder haben ihn HFC-Fans aus dem Zug gestoßen beziehungsweise zumindest gedrängt? Zudem fragten sich viele, warum der Zug trotz der geöffneten Tür weiterfuhr und warum Hannes erst nach Stunden bewusstlos im Gleisbett gefunden wurde? Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft wurden zwischenzeitlich eingestellt, da keinem Beteiligten ein Verschulden nachgewiesen werden könne.

Aktuellster Beweis, dass der Schrecken dieses Ereignisses noch immer nachhallt: Der 1. FC Magdeburg wird beim Heimspiel seiner U 23 am 31. Juli gegen den HFC den Heimbereich nicht öffnen und auch keine eigene Berichterstattung zum Spiel auf seinen Vereinskanälen anbieten. "Wir wollen mit dem Verzicht auf die Öffnung des Heimbereichs ein Zeichen setzen. In Gedenken an den verstorbenen FCM-Fan Hannes. Hannes unvergessen", schreibt Magdeburg auf seiner Internetseite. Weiter macht der Zweitliga-Klub unmissverständlich klar: "Was bleibt, ist die Trauer, die Wut. Es darf nie wieder passieren, dass ein Fan sein Leben verliert, nur weil er vermeintlich die falschen Farben eines Vereins trägt. Die Leidenschaft für einen Verein darf nie dazu führen, dass er dafür mit dem Leben bezahlt."

Ein Geisterspiel ist Ende Juli in der Avnet Arena jedoch nicht zu erwarten. Die Magdeburger erklären in ihrem Statement: "Der FCM kommt seinen Verpflichtungen selbstverständlich nach, öffnet den Gästebereich und stellt dem gegnerischen Verein wie üblich zehn Prozent der Gesamtkapazität des Stadions als Kontingent zur Verfügung."