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Genervter Nübel wundert sich über "Man of the Match"-Wahl

kicker

Wenn das laute "Nübel, Nübel, Nübel" durch das Stadion hallt, fühlt sich Alexander, Nachname Nübel, logischerweise geschmeichelt. Allerdings auch nicht immer. Wie beim 8:7 n. E. (4:4, 3:3, 1:1) in der ersten DFB-Pokal-Runde bei Eintracht Braunschweig. Erst geht der VfB-Torhüter nach dem Schlusspfiff zögerlich in die Fankurve, dann wundert er sich über die Auszeichnung zum "Man of the Match".

"Das war mir ein bisschen unangenehm", sagt der 28-Jährige und meint damit die Lobeshymnen und ganz besonders seine Leistung, die Höhen und Tiefen hatte. Beginnend mit letzteren, als Nübel einen Fernschuss von Braunschweigs Kapitän Sven Köhler durch die Hände zum 0:1 rutschen ließ. "Den muss ich halten. Zu 100 Prozent. Punkt, aus", so der Nationalkeeper, der außerdem kritisiert: "Ich habe wieder vier Gegentore kassiert. Das nervt mich brutal. Das Spiel wird mich auf jeden Fall noch beschäftigen."

"Das ist schon Wahnsinn. Ich weiß nicht, wer das wählt"

Zum Zeitpunkt des ersten Rückstands war noch gar nicht abzusehen, dass Nübel in der Folgezeit weitere Aufreger erleben würde. Zum Beispiel in der 77. und 85. Minute die beiden Traumtore von Fabio Di Michele Sanchez, der den Keeper zweimal aus spitzem Winkel düpierte. Oder in der 99. Minute, als der Wahlschwabe Glück hatte, dass der Kopfball von Lukas Frenkert über ihn nur an die Latte klatschte. Oder bei seiner Parade gegen Christian Joe Conteh (105.+3), die das 4:5 verhinderte und das Elfmeterschießen brachte, das er mit drei gehaltenen Eintracht-Versuchen für den VfB gewann.

"Es war ein sehr wilder Abend, ein sehr langer Abend mit vielen gemischten Gefühlen", so der Keeper. "Ein schönes Torwartspiel war es nicht, aber es war alles drin."

Am Ende kamen die Schwaben eine Runde weiter, und Nübel erhielt nach den Nackenschlägen den Ritterschlag. Mannschaft und Fans feierten ihn. Dazu gab es auch noch die Trophäe als "Man of the Match" - für den besten Spieler des Spiels, der sich gar nicht so fühlte. "Das ist schon Wahnsinn. Ich weiß nicht, wer das wählt. Medo (Demirovic (Anm. d. Red.) hat drei Tore geschossen. Ich hätte es wahrscheinlich eher ihm gegeben."

Nübel hält sich strikt an seinen Spickzettel

Nübel war glücklich, aber nicht vollumfänglich zufrieden. Daran änderten auch die gehaltenen Elfmeter nichts, die er dank eines Spickzettels so gut pariert hat. Gemeinsam mit Torwartrainer Steffen Krebs und seinem Stellvertreter Fabian Bredlow habe er mittags noch die Vorlieben vom Punkt der gegnerischen Schützen herausgearbeitet und verschriftlicht. Er habe "gehofft, dass ich noch ein paar Ecken mehr weiß. Aber ein paar Elfer waren auch gut geschossen", so der 28-Jährige, der sich strikt an den Zettel hielt. "Ich habe es mal anders gemacht und bin nicht so gut damit gefahren."

An diesem Mittwoch hat die Mannschaft frei, morgen geht es mit der Vorbereitung auf das nächste Bundesligaspiel am Samstag gegen Gladbach weiter.  Es gelte zu regenerieren und dann neu anzupacken. Mit dem Pokalerfolg im Rücken, der einerseits gezeigt hat, dass der VfB weiterhin Probleme hat, sein Spiel gegen zweikampfstarke Gegner wie Union oder Braunschweig durchzubringen. Allerdings sich auch weiterhin nicht so leicht unterbuttern lässt, wenn es nicht glatt läuft. "Charakter haben wir. Das hatten wir letztes Jahr schon und werden es dieses Jahr wieder zeigen", sagt Nübel. "Aber wir müssen auch cleverer werden."