Trainer Marian Wilhelm hatte seinen Spielern ganz klare Anweisungen für das Erstrundenspiel im DFB-Pokal mitgegeben. "Die Marschroute war, die ersten 15 Minuten zu überstehen", verriet Viktoria Kölns Kapitän Christoph Greger über die Vorbereitung auf den SC Paderborn - was mit zwei Gegentoren nach acht Minuten wirklich furchtbar schiefging.
Beteiligt daran war auch Greger, jedenfalls indirekt: Bei einem seiner Rückpässe stand Kölns Torhüter Dudu komplett auf dem Schlauch, sodass er den kullernden Ball erst wegzuschlagen versuchte, als der herannahende Paderborn-Stürmer Adriano Grimaldi ihn quasi schon über die Linie gedrückt hatte. Ein Bock, der die 1:3-Niederlage einleitete.
"Dudu braucht nichts sagen. Das passiert und ist auch unserem Spiel geschuldet, dass wir ihm viele Bälle geben", nahm Greger seinen Schlussmann in Schutz. Ganz genau wie Wilhelm, der betonte: "Kein Vorwurf, wir wollten genau das." Die zusätzliche Anspielstation in der letzten Reihe ist schließlich gern gesehen, der Brasilianer zwischen den Pfosten fester Bestandteil des Spieleröffnungskonzepts - und die Anspiele zum 26-Jährigen gewollt. "Genauso wird er uns auch wieder Tore einleiten mit seinen guten Bällen. Er wird aufstehen, das Selbstvertrauen hat er. Er ist gut genug, da mache ich mir keine Sorgen", sagte Greger. Was Dudu, sonst meist Leistungsträger, mit einer tadellosen Leistung nach seinem Patzer unterstrich.
Das Pokal-Wunder war zu weit entfernt
Besonders nach dem Seitenwechsel wehrte sich der Drittligist sehenswert, sodass Wilhelm versöhnlich wurde: "Ich bin maximal zufrieden mit der Leistung, die wir nach der Pause gezeigt haben." Doch da war es beim Stand von 0:3 schon zu spät, ein Pokal-Wunder weit entfernt. "Die zweite Hälfte hat gezeigt: Wir können erfolgreich sein und Mannschaften wehtun", fand Wilhelm. Aber die ersten 45 Minuten gab es eben auch, was Greger zu einer Mahnung an die Kollegen veranlasste.
"Diese zwei Gesichter müssen uns eine Warnung sein", appellierte der 28-Jährige. "Mit dem Gesicht der ersten Hälfte werden wir auch in der 3. Liga nicht bestehen. Mit dem der zweiten Hälfte können wir eine gute Rolle spielen." Dafür dürfte es in Zukunft dann ganz hilfreich sein, die Anweisungen von Coach Wilhelm zukünftig etwas ernster zu nehmen...