Drittligist als Favorit
Platz 9, zehn Punkte Rückstand auf den Tabellendritten 1. FC Saarbrücken und damit die Aufstiegsrelegation, 15 Punkte Rückstand auf einen direkten Aufstiegsplatz, den Dynamo Dresden als Tabellenzweiter belegte: Die Saison verlief für den SV Wehen Wiesbaden nach dem Abstieg aus der 2. Bundesliga nicht ganz rund. Mit der sofortigen Rückkehr ins deutsche Unterhaus wurde es nichts.
Nils Döring zeigte sich dennoch nicht unzufrieden, schließlich hat der SVWW die Zielvorgabe, "uns zu stabilisieren und konsolidieren", erreicht. Zumal eine Spielzeit nach einem Abstieg "durch den Umbruch oft nicht leicht" sei, wie der Coach auf der Vereinswebsite betont.
Wiesbaden könnte die Saison sogar noch sehr positiv ausklingen lassen - mit einem Sieg im Landespokal-Finale bei Hessen Kassel (Samstag, 17.30 Uhr, LIVE! bei kicker). Dann wäre der Drittligist wieder in der 1. Runde des DFB-Pokals vertreten. Wie 2024/25, auch wenn da nach einem Spiel bereits Schluss war. Doch das 1:3 nach Verlängerung im Derby gegen Bundesligist 1. FSV Mainz 05 hat Appetit auf mehr gemacht.
"Der Stellenwert", betont Döring mit Blick auf den Landespokal, "ist enorm groß, da es um den Einzug in den DFB-Pokal geht. In der Vergangenheit hatten wir mit Dortmund, Leipzig und Mainz immer wieder attraktive Gegner in der Brita-Arena zu Gast. Das sind großartige Erinnerungen, die wir in der nächsten Saison gerne wieder sammeln würden." Zumal es für den Klub ja "um viel Geld und Prestige" gehe.
"Die Vorfreude innerhalb der Mannschaft ist spürbar", so Döring. Sein Team kommt mit der Empfehlung, die letzten drei Liga-Spiele siegreich beendet zu haben - und mit Fatih Kaya, der beim Abschluss mit einem Doppelpack den 2:1-Sieg gegen Aachen bescherte und sich gleichzeitig die kicker-Torjägerkanone sicherte.
"Harte Nuss": Kassel kommt als punktstärkstes Team 2025
Kassel, über Liga-Konkurrent TSV Steinbach Haiger (1:0) ins Endspiel vorgedrungen, muss sich aber nicht verstecken. Der KSV hat von den letzten neun Liga-Spielen lediglich gegen Meister TSG Hoffenheim II verloren und mit sieben Dreiern geglänzt. Die Hessen sind das punktstärkste Team im neuen Jahr in der Regionalliga Südwest.
Formstark gegen formstark, KSV Hessen Kassel gegen SV Wehen Wiesbaden. "Das wird eine harte Nuss für uns", unterstreicht Döring, "und ein Spiel, in dem Kleinigkeiten entscheiden werden. Trotzdem haben wir als klassenhöhere Mannschaft die Favoritenrolle inne."