Fehlercode: %{errorCode}

Guerreiro: Ein Mann für gewisse Spiele

kicker

Joshua Kimmich fand die Leistung seines Mitspielers Raphael Guerreiro "überragend", ein Einspruch gegen diese Wertung wäre sinnlos gewesen, Zeitverschwendung. Der Portugiese bewies beim 5:1-Sieg gegen Pafos auf der Mittelmeerinsel seinen Wert für den FC Bayern, allerdings kommt es auch darauf an, gegen welchen Gegner er sein Können zeigen darf.

Trainer Vincent Kompany brachte Guerreiro als Linksverteidiger, was er mittlerweile selten tut. Für einen Top-Abwehrspieler fehlen dem Europameister von 2016 schlicht das Tempo sowie die körperliche Robustheit im Zweikampf. Lieber bringt Kompany dort in Abwesenheit der verletzten Alphonso Davies und Hiroki Ito Rechtsfüßer wie Josip Stanisic, der aktuelle ebenso ausfällt, oder Konrad Laimer.

Ein Gegner wie Pafos ist jedoch ideal für Guerreiros Spiel. Die Bayern haben fast nur den Ball, dominieren, kombinieren, der Gegner bekommt kaum Luft zum Atmen, geschweige denn zu schnellen Gegenangriffen. Im Alphamega-Stadion von Limassol nutzte Guerreiro dies, um von seiner Grundposition aus immer wieder weit vor und dort auf die Halbspur zu rücken. Alles andere als zufällig trat er als Torschütze in Erscheinung, als er beim 2:0 einen Doppelpass mit Nicolas Jackson gekonnt vollendete. Es war Guerreiros erstes Tor in der Champions League seit dem 9:2-Auftaktsieg gegen Dinamo Zagreb vor gut einem Jahr.

Der Vertrag läuft am Saisonende aus

Als Harry Kane frühzeitig in den Feierabend geschickt wurde, wechselte Guerreiro auf die Zehnerposition. Dort kann er aufgrund seiner spielerischen Klasse noch größeren Einfluss nehmen. Gerade in der Bundesliga, gegen schwächere Gegner, dürfte dies eine Option bleiben. Bislang stand er nur in 230 von möglichen 810 Pflichtspielminuten auf dem Rasen, musste wegen einer kleinen Verletzung im Spiel gegen den HSV jedoch auch kurzzeitig pausieren.

Während bei Serge Gnabry und Dayot Upamecano längst Fragen an Sportvorstand Max Eberl und Sportdirektor Christoph Freund gestellt werden, ob und wann deren 2026 auslaufende Verträge verlängert werden, läuft Guerreiro diesbezüglich unter dem Radar. Gut möglich, dass seine dritte Bayern-Saison auch die letzte wird, der 31-Jährige im nächsten Sommer eine neue Herausforderung suchen muss.

Oder aber die Bayern schätzen Guerreiro so sehr, dass er als wertvolle Alternative bleiben darf. Leistungen wie gegen Pafos sind dafür nicht das schlechteste Argument. Bis zu einer Entscheidung bleibt der ehemalige Dortmunder zumindest ein Mann für spezielle Spiele wie jenes auf Zypern.