Erholt, gut gelaunt und voller Tatendrang - so präsentiert sich Freiburgs Identifikationsfigur Christian Günter zu Beginn der Sommervorbereitung. Zu den wichtigsten Themen, die die Mannschaft und seine eigene Rolle betreffen, bezieht der Kapitän Stellung.
Christian Günter spricht über ...
... das Saisonziel als Mannschaft: Sich die Liga verdienen, so lautet unser Saisonziel. Das bleibt Jahr für Jahr schwierig. Die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass selbst Mannschaften, die sich für die Champions League qualifiziert haben, im Jahr darauf Probleme bekommen können. Es kommt eine Dreifachbelastung auf uns zu. Da geht es um eine realistische Einschätzung, die haben wir hier mit einem gesunden Selbstvertrauen. Trotzdem gilt es so schnell wie möglich, diese Punktzahl zu erreichen und alle andere kommt on top. Wir sind in drei Wettbewerben und wollen natürlich sportlich den maximalen Erfolg. Aber wie der schlussendlich aussieht, wird sich in der Saison zeigen.
... den fußballerischen Ansatz: Wir haben auch den Anspruch, einen ansehnlichen Fußball zu spielen. Das hat man letztes Jahr gesehen. Aber wenn es sein muss, darf es auch mal pragmatisch sein. Wenn es ein Gegner pragmatisch angeht und man ihm ins offene Messer rennt, dann macht es keinen Sinn, sich in Schönspielerei zu verlieren. Dann geht es darum, dass man auch mal pragmatisch ist. Es geht darum, da die richtige Mischung zu finden. Die haben wir letztes Jahr sehr gut gefunden über die Saison hinweg. Und dieses Jahr wird es eine neue Herausforderung mit der Dreifachbelastung. Da wird man sehen, wie können wir diese Intensität alle drei Tage gehen?
... die Sommerzugänge: Hier ist es zum Glück so, dass die Verantwortlichen schon auch darauf schauen, dass die Charaktere bei uns reinpassen. Die ersten Gespräche hat es schon gegeben mit den Jungs, auch im Vorhinein schon, weil man dann doch dem einen oder anderen Hilfe anbietet, die neu in der Stadt sind. Das ist bei uns gang und gäbe und schön, dass wir das als Mannschaft pflegen. Man hat schon gesehen, die Jungs haben Qualität, die werden uns weiterbringen. Ich freue mich, dass sie hier sind.
„Am Ende steht die Mannschaft über allem“ (Christian Günter)
... seinen Konkurrenzkampf hinten links mit Jordy Makengo, der ihn im jüngsten Saisonfinale erstmals fünf Spiele in Serie auf die Bank verdrängt hatte: Konkurrenzkampf ist wichtig und richtig in der Mannschaft. Jetzt war es so, dass ich über viele, viele Jahre jedes Spiel gefühlt gespielt habe. Jetzt war es fünf Spiele nicht der Fall. Das ist für mich kein Beinbruch. Ich habe meine Qualitäten, auch das Trainerteam kennt mich schon lange. Ich weiß aber auch, dass wir Jungs haben, die einfach gut sind und Jordy hat es dann auch gut gemacht. Es wird darum gehen, dass wir uns gegenseitig pushen, dass wir uns gegenseitig fordern und aus dem anderen das Maximale rausholen. Und am Ende steht die Mannschaft über allem. Da geht es nicht um mich oder Jordy oder irgendeinen Einzelnen, sondern wir wollen als Mannschaft erfolgreich sein. Ich werde von Anfang an Dampf und maximal Druck machen und mich anbieten, wie ich es jedes Jahr mache, weil ich natürlich auf dem Platz stehen will. Jordy wird auch Gas geben und am Ende wird sich der Julian (SCF-Coach Julian Schuster; d. Red) dann entscheiden.
... den insgesamt großen Konkurrenzkampf im Kader: Wir haben viele Spiele, wir brauchen jeden. Wir haben einen Kader, der eng beieinander ist, wo viele Jungs auf sehr, sehr gutem Niveau sind und da wird es hoffentlich ein Hauen und Stechen geben. Wenn jeder Gas gibt und an sich arbeitet und dann auch Entscheidungen mal wegsteckt, die vielleicht mal gegen einen ausfallen und das Team über alles stellt, dann sieht es bei uns sehr gut aus. Dann kann man erfolgreich sein.
... den neuen Europa-League-Modus und die internationalen Ziele: Ich finde auch das neue Format tatsächlich ganz cool, weil du gegen acht Mannschaften spielst. Da sind vier total schöne Auswärtsreisen dabei an andere Orte mit anderen Gegnern. Das ist für uns ein toller Wettbewerb, total außergewöhnlich, dass wir da drin sind, obwohl wir das die letzten Jahre jetzt schon ein paar Mal miterleben durften. Es ist wahnsinnig schön, in anderen Länder und auch hier gegen andere Mannschaften zu spielen. Wenn man in so einem Wettbewerb dabei ist, hat man natürlich das Ziel, eine Runde weiterzukommen. Jetzt warten wir aber mal die Auslosung ab, was für Brecher wir vielleicht bekommen, und dann werden wir das mit totaler Freude angehen.