Mindestens 14 der 18 Experten trauen dem HFC die Meisterschaft zu. Da will auch der neue Trainer Robert Schröder (für Mark Zimmermann) aus den Ambitionen kein großes Geheimnis machen. "Unser Ziel muss es sein, erneut ganz oben mitzuspielen", betont der 37-Jährige.
Als erster Herausforderer geht der Titelverteidiger ins Rennen. Den 1. FC Lokomotive Leipzig, der nach dem Gewinn der Meisterschaft in den Aufstiegsspielen am Nord-Meister TSV Havelse scheiterte (1:1/0:3 nach Verlängerung), haben zumindest elf Trainer erneut auf der Rechnung. "Wir gehen nicht mit einer bestimmten Erwartungshaltung in die Saison, wollen aber wieder die großen Konkurrenten ärgern", formuliert Lok-Trainer Jochen Seitz.
Ebenfalls in der Spitzengruppe werden erneut der FC Carl Zeiss Jena (acht Stimmen) und der Greifswalder FC (sieben) sowie Rot-Weiß Erfurt (fünf) erwartet. Als Außenseiter gehen der FSV Zwickau, der Chemnitzer FC (jeweils drei) und der BFC Dynamo (zwei) ins Rennen, während die U 23 von Hertha BSC einmal genannt wurde. Insgesamt erwarten die meisten Nordost-Trainer einen sehr engen und spannenden Kampf um die Meisterschaft. "Es ist die vielleicht größte Konkurrenzsituation aller Regionalligen", meint etwa der Chemnitzer Benjamin Duda.
Die kicker-Trainerumfrage:
Ersan Parlatan (VSG Altglienicke):
Bei mir steht der Hallesche FC ganz oben auf der Liste. Nach der bereits starken Rückrunde wurden im Sommer vielversprechende Transfers getätigt. Auch der FC Carl Zeiss Jena und Titelverteidiger 1. FC Lokomotive Leipzig werden oben dabei sein. Wir wollen eine gute Rolle spielen, uns im oberen Tabellendrittel festsetzen sowie unsere jungen Spieler fördern und in ihrer Entwicklung weiterbringen.
Ronny Ermel (SV Babelsberg 03):
Der Hallesche FC ist aufgrund der Zugänge und der Kontinuität im Kader für mich der Top-Favorit. Auch der Greifswalder FC hat sich gut verstärkt, mit dem 1. FC Lokomotive Leipzig ist ebenfalls zu rechnen. Mein Geheimtipp ist der Chemnitzer FC. Unser Ziel ist es, nach Rang 13 in der zurückliegenden Saison nun besser abzuschneiden. Wir wollen mit mehr Konstanz einen einstelligen Platz erreichen.
Dennis Kutrieb (BFC Dynamo):
Mein Meisterschaftsfavorit ist der aktuelle Meister 1. FC Lokomotive Leipzig. Ich könnte mir vorstellen, dass auch ein Überraschungsteam oben mitmischen könnte. Wir haben einen riesigen Umbruch im Team. Nach zehn Spieltagen werden wir schauen, wie die Situation ist und wohin sich unsere Saison entwickeln kann.
Daniel Volbert (BFC Preussen):
Meine Favoriten sind der Hallesche FC und der FC Carl Zeiss Jena. Als mögliches Überraschungsteam räume ich dem BFC Dynamo gute Chancen ein. Wir sind keine Tagträumer, wollen möglichst schnell die nötigen Punkte für den Klassenverbleib holen.
Rejhan Hasanovic (Hertha BSC II):
Die größten Titelanwärter sind meines Erachtens der 1. FC Lokomotive Leipzig und der Hallesche FC. Leipzig konnte trotz des knapp verpassten Aufstiegs fast alle Stammspieler halten. Der HFC hat schon jahrelang in der 3. Liga gespielt, kann mit der Stadt und seinen Fans eine große Wucht entwickeln. Für uns geht es darum, die Jungs gut auszubilden und unsere Art und Weise des Fußballs auf den Platz zu bringen. Wir wollen nichts mit dem Abstieg zu tun haben und eine möglichst stabile Saison spielen.
Benjamin Duda (Chemnitzer FC):
Der Hallesche FC hat nach der Vizemeisterschaft für mich die beste Ausgangslage im Titelrennen. Dahinter wird es wohl ein Hauen und Stechen geben. Bestimmt neun, zehn Teams haben viel Tradition und auch die Ambition, die 3. Liga anzupeilen. Es ist die vielleicht größte Konkurrenzsituation aller Regionalligen. Als Chemnitzer FC befinden wir uns in einem Prozess der Gesundung und des Imagewandels. Das wollen wir fortführen und auch in unserer sportlichen Entwicklung jede Woche einen Schritt nach vorne machen. Wozu es dann reichen wird, wird man sehen.
Kevin Rodewald (FC Eilenburg):
Meisterschaftsanwärter Nummer eins ist der Hallescher FC. Der Klub verfügt finanziell über die größten Mittel und ist sehr ambitioniert. Dahinter räume ich dem FC Carl Zeiss Jena und dem Greifswalder FC gute Chancen ein. Als Überraschungsteams habe ich den Chemnitzer FC und Rot-Weiß Erfurt auf dem Zettel. Wir wollen keine 60 Gegentore kassieren, mehr Punkte holen und möglichst nicht bis zum letzten Spieltag um den Klassenverbleib zittern.
Fabian Gerber (Rot-Weiß Erfurt):
Ich kann mich schlecht nur auf drei, vier Titelaspiranten festlegen. Der Hallesche FC und der 1. FC Lokomotive Leipzig haben wieder gute Teams. Hinzu kommen noch der FSV Zwickau und der FC Carl Zeiss Jena. Der Greifswalder FC und der BFC Dynamo gehören zu den Vereinen, die gut aufrüsten. Wir wollen ebenfalls zu den Teams dazugehören, die oben dabei sind und dabei die Großen immer wieder ärgern, unseren Fans attraktiven Fußball bieten und unsere Jungs weiterentwickeln.
Markus Zschiesche (Greifswalder FC):
Einen Favoriten auf die Meisterschaft sehe ich nicht. Dafür ist die Liga zu ausgeglichen. Jeder Verein, der für sich das Ziel ausgegeben hat, ganz oben mitzuspielen, ist auch dazu in der Lage. Wir gehen mit einem gewissen Anspruch in die neue Saison. Nach dem Umbruch im Kader geht es aber zunächst darum, uns als Team zu finden. Um ein Saisonziel öffentlich zu formulieren, ist es noch zu früh.
Robert Schröder (Hallescher FC):
Der 1. FC Lokomotive Leipzig gehört als Titelverteidiger natürlich zum Favoritenkreis. Rot-Weiß Erfurt und der FC Carl Zeiss Jena sind Vereine, die mit ihrem Umfeld eine große Wucht entfalten können. Dazu kommt der Greifswalder FC, der sich gut verstärkt hat. Unser Ziel muss es sein, nach der Vizemeisterschaft erneut ganz oben mitzuspielen.
Volkan Uluc (FC Carl Zeiss Jena):
Der 1. FC Lokomotive Leipzig musste nach der gewonnenen Meisterschaft nicht viele Spieler abgeben. Die Abgänge, die es letztlich gab, wurden adäquat ersetzt. Außerdem würde ich noch den Halleschen FC zum Favoritenkreis dazunehmen. Wir haben viele Spieler verloren - darunter auch Hamza Muqaj, für den der Wechsel in die 2. Bundesliga zu Holstein Kiel eine super Sache ist. Dennoch wollen wir uns nach Platz fünf in der zurückliegenden Saison nicht verschlechtern.
Adrian Alipour (BSG Chemie Leipzig):
Ich schätze, dass die üblichen Verdächtigen - also die Teams, die schon in der letzten Saison ganz oben mitgespielt haben - erneut um den Titel mitmischen werden. Hinzu kommt noch eine Mannschaft, die im Meisterschaftsrennen für Überraschungen sorgen wird. Da könnte ich mir den FSV Zwickau vorstellen. Unser Kader ist fast rundum erneuert. Daher wollen wir uns schnell als Team finden, einen guten Start hinlegen und uns vor allem eine weitere Zittersaison ersparen.
Jochen Seitz (1. FC Lokomotive Leipzig):
Ich habe den Halleschen FC und Rot-Weiß Erfurt ganz oben auf der Liste für das Meisterschaftsrennen. Beide Vereine sind personell gut besetzt und verfügen über die entsprechenden finanziellen Mittel. Wir haben nach dem Titelgewinn eine neuformierte Mannschaft. Wir gehen nicht mit einer bestimmten Erwartungshaltung in die Saison, wollen aber wieder die großen Konkurrenten ärgern.
Michael Braune (FSV 63 Luckenwalde):
Wegen der meiner Meinung nach besten Kombination aus Trainer und Mannschaft ist der Greifswalder FC mein Top-Favorit. Dahinter folgt der Hallesche FC. Für uns wird es erneut um den Klassenverbleib gehen, den wir gerne schon etwas früher als in der vergangenen Saison perfekt machen wollen.
Petrik Sander (1. FC Magdeburg II):
Ich sehe den Halleschen FC in der Favoritenrolle. Nach der Meisterschaft und dem verpassten Aufstieg glaube ich nicht, dass der 1. FC Lokomotive Leipzig wieder eine so dominante Saison spielen wird. Dennoch wird das Team sicherlich oben mitmischen. Als Aufsteiger ist es unser Ziel, schnell in der neuen Spielklasse anzukommen und uns zurechtzufinden, damit wir nach Möglichkeit nichts mit der unteren Tabellenregion zu tun haben werden. In der Regionalliga Nordost können wir unseren Talenten eine gute Plattform zur Weiterentwicklung bieten. Davon wird auch die Durchlässigkeit zu den Profis profitieren.
Georg-Martin Leopold (ZFC Meuselwitz):
Der FC Carl Zeiss Jena bringt enorm viel Power und Wucht mit und hat während der Vorbereitung bereits angedeutet, zu welchen Leistungen das Team in der Lage ist. Auch dem Greifswalder FC, der sich sehr gut verstärkt hat, räume ich gute Chancen im Titelrennen ein. Wir wollen die Leistungen aus der letzten Saison bestätigen und möglichst besser als Platz elf abschneiden.
Steffen Israel (FC Hertha 03 Zehlendorf):
Der Hallesche FC hat jahrelange Erfahrung in der 3. Liga und damit bei der Infrastruktur oder den Finanzen auch die besten Rahmenbedingungen für das Titelrennen. Dahinter erwarte ich vor allem den FSV Zwickau, Rot-Weiß Erfurt und den FC Carl Zeiss Jena. Für Meister 1. FC Lokomotive Leipzig wird es schwierig, die herausragende Saison zu bestätigen. Vor uns liegt nun das zweite Jahr in der Regionalliga Nordost, was nicht zu Unrecht als besonders schwierig gilt. Hinter uns liegt ein größerer personeller Umbruch als zunächst gedacht. Daher ist es unser Ziel, den Klassenverbleib zu schaffen und uns weiter in der Regionalliga Nordost zu etablieren.
Rico Schmitt (FSV Zwickau):
Der Hallesche FC ist sehr ambitioniert und hat neben dem entsprechenden Etat auch das Personal, um sehr gute Karten im Titelrennen zu haben. Rot-Weiß Erfurt verfügt nach der guten Rückrunde über ein gefestigtes Team. Der FC Carl Zeiss Jena hat zu seinem jungen Kader noch Qualitätsspieler dazubekommen. Auch den Chemnitzer FC und den 1. FC Lokomotive Leipzig muss man auf der Rechnung haben. Hinzu kommt sicherlich noch eine Überraschungsmannschaft, möglicherweise der Greifswalder FC oder die U 23 von Hertha BSC. Im Prinzip gibt es kaum ein Team, dem man nicht eine gute Rolle im Meisterschaftsrennen zutrauen würde. Durch unsere gute Rückrunde werden wir vermutlich auch von dem einen oder anderen Kontrahenten im Favoritenkreis wahrgenommen. Wir wollen den positiven Drive mitnehmen und vor allem einen besseren Saisonstart hinlegen als in den beiden Jahren zuvor.
MSPW