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Harders turbulenter Transfer-Sommer - und das große Ziel WM

kicker

Aus Leipzigs Trainingslager in Almancil berichtet Oliver Hartmann

Mit reichlich Rückenwind kommt Conrad Harder (20) aus der kurzen Winterpause, das strahlt der junge Däne beim Trainingslager von RB Leipzig sowohl auf dem Übungsplatz wie auch in der kleinen Medienrunde aus. "Ich habe es sehr genossen und glaube, dass ich mich gut präsentiert habe", sagt Harder über die letzten Spiele vor der Winterpause. Kein Wunder: Eine Sehnenreizung im Knie von Mittelstürmer Romulo spülte den Angreifer am 23. November gegen Werder Bremen (2:0) erstmals in die Leipziger Startelf - mit der Folge, dass er von Trainer Ole Werner auch in den fünf weiteren Pflichtspielen bis Weihnachten in die Anfangsformation berufen wurde.

Harder zahlte zurück. Das 6:0 gegen Eintracht Frankfurt eröffnete der wuchtige und für sein Alter körperlich schon sehr ausgereifte Däne bereits nach fünf Minuten mit seinem ersten Pflichtspiel-Treffer für RB, der nach wochenlangem Anlauf wie eine Erlösung wirkte. 26 Minuten später folgte beim 2:0 durch Christoph Baumgartner der erste Bundesliga-Assist. "Jetzt möchte ich einfach nur da anknüpfen und weitermachen", lautet Harders sportlicher Vorsatz fürs neue Jahr.

Zuletzt auf der rechten Seite eingesetzt

Die Chancen, dass er auch am kommenden Samstag im Gastspiel beim FC St. Pauli starten darf, stehen gut, und das liegt nicht etwa daran, dass der inzwischen von seiner Knieblessur vollständig genesene Brasilianer Romulo am Samstag nach einem Foul von Kosta Nedeljkovic mit bandagiertem Knöchel vorzeitig den Übungsplatz verließ. "Das war nur ein kleiner Schlag, wie er im Training normal ist und öfters passiert", stuft Harder den Zwischenfall als harmlos ein und betont: "Ich bin nicht darauf angewiesen, dass sich jemand verletzt. Ich bin darauf angewiesen, den Trainer davon zu überzeugen, dass er mich aufstellt."

Gut möglich, dass Harder wie im letzten Pflichtspiel 2025 gegen Bayer Leverkusen (1:3) nicht im Zentrum, aber dafür von der rechten Seite aus startet. Die etatmäßigen Flügelflitzer sind entweder beim Afrika-Cup (Yan Diomande) oder noch im Aufbautraining (Antonio Nusa, Johan Bakayoko). "Es war neu für mich, aber ich denke, ich habe ganz gut gespielt", bewertet Harder die in der Tat ganz ordentliche Vorstellung gegen Leverkusen (kicker-Note 3,5). Bei Sporting Lissabon fand er in der vergangenen Saison häufiger auf der linken Seite Verwendung, da im Zentrum kein Vorbeikommen an Viktor Gyökeres war.

Harder: "Nicht immer die Entscheidungen selbst in der Hand"

Viel mehr Worte will Harder über die vergangene Saison nicht verlieren, obwohl das Jahr bei Sporting Lissabon ein für ihn doch förderliches war. Für 19 Millionen Euro war er vom dänischen Erstligisten Nordsjaelland zu Sporting transferiert worden, und er fasste auch auf Anhieb Fuß. 47 Pflichtspiele bestritt er für den Renommierklub, davon zehn von Anfang an. Zehn Scorerpunkte (5 Tore, 5 Assists) trug er zum Gewinn der portugiesischen Meisterschaft bei, und im Pokalfinale gegen den ewigen Rivalen Benfica war er in der Verlängerung mit dem Treffer zum 2:1 und dem Assist zum 3:1 der spielentscheidende Mann.

Warum er Sporting dennoch verließ? "Man hat nicht immer die Entscheidungen selbst in der Hand, ich kann nicht mehr in die Details gehen", entgegnet Harder auf die Frage des kicker. Dem Vernehmen nach wurde ihm nach dem Abgang von Platzhirsch Gyökeres zum FC Arsenal eine Zukunft auf der Mittestürmerposition versprochen, zugleich verpflichtete Sporting jedoch mit dem Kolumbianer Luis Suarez von UD Almeira und dem Griechen Fotis Ioannidis von Panathinaikos Athen gleich zwei hochkarätige Mittelstürmer-Konkurrenten.

Harder jedenfalls sah offenbar nur noch in der Flucht aus der vermeintlichen Sackgasse einen vielversprechenden Ausweg, vollendet wurde er am 31. August, dem letzten Tag des Transferfensters. Als der für 24 Millionen Euro versiegelte Deal wenige Minuten vor Schließung des Transferfensters vollzogen, die Unterschrift unter den bis 2030 datierten Fünf-Jahres-Vertrag getätigt war und Harder damit Gewissheit hatte, nicht wieder nach Lissabon zurückfliegen zu müssen, soll der Däne vor Erleichterung Freudensprünge im RB-Leistungszentrum gemacht haben.

WM im Blick

Jetzt will er in Leipzig durchstarten, und damit auch den Weg ins dänische Nationalteam zurückfinden. Dort debütierte der Stürmer im März im Nations-League-Viertelfinale gegen Portugal, seitdem aber hat er von Dänemarks Nationaltrainer Brian Riemer nichts mehr gehört und war stattdessen wieder in die U21 versetzt worden. Er hoffe auf Riemers Anruf im neuen Jahr, sagt Harder, und die Berufung für die WM im Sommer in Mexiko, Kanada und den USA. Jedes Tor für Leipzig bringt ihn diesem Traumziel näher.