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Hertha-Antrag kommt im zweiten Schritt

kicker

Es war ein Aufregerthema hinter den Kulissen: Ausgerechnet der klamme Hauptstadtklub - nach allem was man weiß der einzige Verein, dem die Deutsche Fußball-Liga (DFL) im Lizenzierungsverfahren für die Spielzeit 2025/26 konkrete Bedingungen auferlegt hatte, also den Nachweis von Sicherheiten für seine Finanzierung - hatte mit einem Antrag zur Änderung der Lizenzierungsordnung im laufenden Verfahren den Ärger der Konkurrenz auf sich gezogen.

Wettbewerber hatten eine "Lex Hertha" befürchtet

Es ging dabei darum, neben Bankgarantien auch solche von Versicherungskonzernen als Sicherheit für Liquidität zu akzeptieren. Bislang sind als Sicherheiten-, Darlehens- und Kontokorrentkreditgeber nur Kreditinstitute nach Paragraph I des deutschen Kreditwesengesetzes zugelassen, die über mindestens eine Zweigstelle hierzulande verfügen. Inhaltlich ist gegen den Vorstoß wenig zu sagen, denn Versicherer sind in aller Regel genauso gut durchkapitalisiert wie eine Bank.

Politisch aber war das Timing schlicht suboptimal: Aufgrund der im November abzulösenden 40-Millionen-Euro-Anleihe hatte die Liga Hertha BSC nach Abgabe der Lizenzunterlagen Bedingungen auferlegt, die es bis Anfang Juni zu lösen galt. Was Finanzgeschäftsführer Ralf Huschen auch glückte. Zwischendurch aber hatten die Berliner den Antrag zumindest beim DFL-Präsidium eingebracht, während sie offenbar mit einem Versicherer über die genannte Anleihethematik verhandelten. Der Antrag allerdings fand nicht überall positiven Widerhall, weil er eben mitten im laufenden Lizenzverfahren gestellt worden wäre und Wettbewerber eine "Lex Hertha" befürchteten. Also wurde der Antrag zurückgezogen.

Huschen: "Werden Antrag in Abstimmung mit der DFL einreichen"

Gut möglich, dass er bei der nächsten DFL-Mitgliederversammlung Anfang September auf die Agenda kommt. Das unterstrich auch Huschen im Trainingslager des Zweitligisten in Kitzbühel: "Inhaltlich sprach der Antrag für sich. Nur der Zeitpunkt war nicht ideal. Wir werden diesen Antrag zu gegebener Zeit in Abstimmung mit der DFL einreichen. Es kann auch sein, dass die DFL diesen Antrag einbringt." Die Reform käme also mit Verzögerung zustande, interessiert sein an mehr Optionen zur Finanzierungssicherung dürfte so mancher Klub im Ligaverband.