Es kommt in nächster Zeit einiges an Arbeit zu auf Benjamin Weber, den Sportdirektor von Hertha BSC. Die Verträge von Pascal Klemens, Michal Karbownik, Toni Leistner (Kluboption auf ein weiteres Jahr), Diego Demme, John Anthony Brooks und Jeremy Dudziak laufen zum 30. Juni aus, ebenso die Arbeitspapiere der Winterabgangskandidaten Agustin Rogel und Tim Hoffmann. Einer, der bislang in diesen Kreis eingereiht wurde, darf dort gestrichen werden. Der ursprünglich bis 2026 laufende Kontrakt von Marius Gersbeck hat sich nach kicker-Informationen inzwischen um ein weiteres Jahr verlängert.
Verantwortlich dafür ist eine Vertragsklausel, in der es um Gersbecks Verfügbarkeit beziehungsweise die Zahl seiner Spieltagskader-Nominierungen ging. Auf dieser Grundlage hat sich der Vertrag des 30 Jahre alten Torhüters bereits vor geraumer Zeit automatisch bis 2027 verlängert - was der Zweitligist nicht kommuniziert hat.
Im Sommer 2023 stand die Karriere auf der Kippe
Gersbeck war im Sommer 2023 nach Jahren der Wanderschaft (Chemnitzer FC, VfL Osnabrück, Karlsruher SC) zu seinem Heimat- und Herzensklub zurückgekehrt und hätte nur wenige Wochen später seine Karriere fast ruiniert. Nach einer körperlichen Auseinandersetzung mit einem Einheimischen im Hertha-Trainingslager im österreichischen Zell am See erhob die Staatsanwaltschaft Salzburg Anklage wegen schwerer Körperverletzung. Hertha suspendierte den Keeper - und begnadigte ihn auch auf Betreiben des damaligen Präsidenten Kay Bernstein, der im Januar 2024 verstarb, schließlich.
Gersbeck hatte sich mit dem Geschädigten zivilrechtlich auf eine Entschädigungszahlung geeinigt. Das Landesgericht Salzburg hatte das Strafverfahren nach Gersbecks Schuldeingeständnis auf der Grundlage einer Diversion Ende September 2023 eingestellt, der Profi zahlte seinerzeit 40.000 Euro an die österreichische Staatskasse. Gersbeck hatte im Oktober 2023 auf Herthas Mitgliederversammlung um Entschuldigung gebeten und erklärt: "Ich habe den größten Fehler meines Lebens gemacht und bereue diesen zutiefst. Ich möchte euch in Zukunft den Menschen Marius Gersbeck zeigen, der sein Handeln bereut und für Werte einsteht."
Ernst ist bei Nicht-Aufstieg ein Wechselkandidat
Im Januar 2025 hatte ihn der damalige Chefcoach Cristian Fiel kurzzeitig zur Nummer 1 gemacht, Fiels Nachfolger Stefan Leitl hatte in einer seiner ersten Amtshandlungen Tjark Ernst zurück ins Tor beordert. Ernst (Vertrag bis 2027) gilt im Fall des Nicht-Aufstiegs als Transferkandidat für den kommenden Sommer, er spielt eine Top-Saison und wird von mehreren Bundesligisten intensiv beobachtet. Sein Vertreter Gersbeck, der 2004 als Neunjähriger bei Hertha begonnen hatte und 2012 mit Herthas B-Jugend nach einem 2:0 im Finale gegen den VfB Stuttgart (mit Joshua Kimmich und Timo Werner) Deutscher Meister wurde, wird dem Hauptstadtklub hingegen erhalten bleiben - auch über den Sommer 2026 hinaus.