Kein Schnick Schnack Schnuck bei Standards
Er selbst bezeichnet sich als einer der "Zuarbeiter" von Antonio Di Salvo: "Am Ende ist Toni der Cheftrainer und für das große Ganze zuständig - er entscheidet", sagt Ovid Hajou über den U-21-Nationalcoach, der zugleich sein ehemaliger Zimmergenosse bei den Ausbildungen der Trainerlizenzen B und A war.
Seit vergangenem November ist der 41-Jährige nun ebenfalls bei der deutschen U-21-Nationalmannschaft tätig, als einer der beiden Co-Trainer - neben Hermann Gerland (Hajou: "Eine Legende im deutschen Fußball - es ist ein absolutes Privileg, mit ihm arbeiten zu dürfen").
Während des Länderspiellehrgangs im Oktober hatte Hajou gerade erst bei der DFB-Auswahl hospitiert - und wurde kurz darauf Nachfolger von Daniel Niedzkowski, der zum Jahreswechsel ins Trainerteam von Brighton & Hove Albion wechselte. Als solcher verantwortet er auch die Standardsituationen bei der U 21.
Inspiration statt "Hokuspokus"
"Wenn die positiv ausfallen, dann kann man das so schreiben", bestätigt der Assistenztrainer mit einem Lachen. Bereits bei seinen vorherigen Stationen als Co-Trainer in Darmstadt unter Torsten Lieberknecht oder in Dresden unter Maik Walpurgis war ihm dieser Aufgabenbereich zugekommen, berichtet Hajou: "Ich lasse mich da überall inspirieren."
Manchmal sogar auf Social Media - und DFB-intern natürlich auch im Austausch mit Mads Buttgereit, dem "Spezialisten" dafür beim deutschen A-Team, wie Hajou sagt: "Ich versuche, überall Dinge aufzuschnappen und schaue, was für unsere Mannschaft das Beste ist."
Allheilmittel oder "Hokuspokus-Geschichten", so der 41-Jährige, gebe es dafür jedoch nicht: "Ich bin nicht der Super-Guru, der das beste Rezept hat." Stattdessen sei er stets auf der Suche nach Verbesserungen.
"Das kann den Unterschied ausmachen"
Denn insbesondere auf dem höchsten Leistungsniveau - und damit bei der bevorstehenden U-21-EM - könnte den Standards eine nicht unwichtige Bedeutung zukommen, wie Hajou betont: "Das kann den Unterschied ausmachen, positiv wie negativ." Und: defensiv wie offensiv.
Bislang wurde im Trainingslager in Blankenhain insbesondere an Ersterem gearbeitet, mit "vielen Details", auf die zu achten seien, so Hajou: "Die Jungs machen es gut in den Einheiten, und ich bin guter Dinge, dass sie es im Spiel auch gut machen. Wir haben uns da auch schon auf die Slowenen, die Tschechen und die Engländer eingestellt."
Dabei sucht der Co-Trainer zuvor jedoch immer auch die Abstimmung mit den Spielern selbst: "Am Ende sind sie es, die es umsetzen müssen - da bringt es nichts, wenn ich eine tolle Idee habe, die Jungs aber nicht daran glauben."
Wer kommt als Standardschütze infrage?
Wer wiederum die offensiven Standards ausführen wird, sei noch nicht festgelegt: "Viele Jungs kommen da infrage, da möchte ich noch nicht vorgreifen - aber Paul Wanner ist mit Sicherheit ein Kandidat, Paul Nebel kann das, Nathaniel Brown schlägt super Bälle im Verein, Brajan Gruda hat einen Superfuß … Das wird sich noch herauskristallisieren."
Bis zum Turnierstart soll in dieser Angelegenheit zumindest mehr Klarheit herrschen: "Das geben wir schon vor", erklärt der Co-Trainer. Zwei Spieler werden sich letztlich auf dem Platz noch abstimmen können - "dann kommt nicht noch ein anderer dazu oder es wird Schnick Schnack Schnuck gespielt", so Hajou: "Das geht nicht."