Der erste Sieg unter Pavel Dotchev ist eingetütet: Am vergangenen Wochenende hat der SSV Ulm sein Auswärtsspiel bei Viktoria Köln gewonnen und damit den ersten Dreier nach dem Trainerwechsel verbucht. "Ich habe auch gesehen, wie viele Spieler sich gefreut haben und wie groß die Freude nach dem Abpfiff war - nicht nur bei uns, sondern auch bei den Fans. Das ist natürlich genau das, was ich der Mannschaft vom ersten Tag an gesagt habe: Ich möchte Spaß haben mit euch. Für mich bedeutet Spaß, erfolgreich zu sein", blickte der 60-jährige Routinier am Donnerstag zurück.
Schon nach dem Spiel in der Domstadt habe er seinem Team aber erklärt, dass die drei Punkte nur dann wertvoll sind, "wenn wir es jetzt schaffen, auch zu Hause nachzulegen. Wir haben eine tolle Leistung gezeigt, aber jetzt steht uns ein schweres Spiel bevor. Wir dürfen uns nicht auf dem bisherigen Erfolg ausruhen und denken: 'Okay, jetzt haben wir gewonnen, schauen wir mal, was kommt.' Im Gegenteil, ich hoffe, dass dieser Hunger und die Lust auf mehr tatsächlich bestehen bleiben."
Mit Osnabrück, das am vergangenen Wochenende knapp von Wiesbaden ausgebremst worden ist (0:1), steht den Ulmern allerdings eine harte Nuss bevor. Der VfL hat bislang erst 16 Gegentore kassiert, ist aus dem Spiel heraus schwer zu knacken - weshalb Dotchev extra Standards üben ließ. "Ich habe der Mannschaft einige Varianten gezeigt. Auf dem Platz müssen die Spieler dann selbstständig Entscheidungen treffen und überzeugt sein von dem, was sie tun. Wie gesagt: Bis jetzt war dafür kaum Zeit, aber wir werden das künftig offensiv und defensiv weiter vertiefen", kündigt der SSV-Coach an, der am Freitagabend auf die Unterstützung der zuletzt leidgeprüften Fans setzt - und vielleicht auch deshalb ankündigt: "Wir gehen auf Sieg, definitiv. Wir spielen zu Hause und brauchen die Punkte. Ich werde nicht anfangen, defensiv zu mauern oder nur zu reagieren. Wir wollen an die Leistung aus Köln anknüpfen und zu Hause gewinnen. Ob es gelingt, wird man sehen. Aber ich möchte mir später nicht vorwerfen, nicht mutig genug gewesen zu sein."
Erfreulich dabei: Neben den Langzeitverletzten Jonas David, Dominik Martinovic, Johannes Reichert, und Marcel Wenig (alle Reha nach Kreuzbandriss) steht nur hinter Stürmer Lucas Röser ein Fragezeichen. Der 31-Jährige hat einen Schlag abbekommen und deshalb einen geschwollenen Fuß.