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"Hätten mehr zeigen müssen": Lieberknecht nutzt Platzverweis nicht als Ausrede

kicker

Es wäre ganz einfach gewesen. Torsten Lieberknecht hätte die Rote Karte für Maxwell Gyamfi kurz vor der Pause als Erklärung heranziehen können, weshalb der 1. FC Kaiserslautern in Paderborn eben nicht den vierten Sieg in Folge holen konnte. Ein Mann weniger, auswärts, eine ganze Halbzeit - wer hätte widersprochen?

Kaiserslauterns Trainer tat es quasi selbst. Die von vielen als Schlüsselszene ausgemachte Situation in der ersten Hälfte spielte natürlich eine Rolle. Aber: "Insgesamt war es, unabhängig von der Roten Karte und dem Elfmeter, ein verdienter Sieg für Paderborn. Wir hätten heute einfach mehr zeigen müssen, um etwas mitzunehmen", lautete sein Fazit.

Erst mit etwas Versatz hatte sein Team, das er zum dritten Mal in Serie mit derselben Startelf ins Rennen geschickt hatte, in die Partie gefunden. "Schon im Elf-gegen-elf hat man gesehen, welche Ideen die Paderborner hatten: das Eins-gegen-eins, die Wechsel- und Tiefenläufe, bis hin zum Spiel über den Torhüter. Das wirkte phasenweise wild", so Lieberknecht. "Nach rund 20 Minuten hatten wir die Situation etwas besser im Griff. Aber die Bälle, die wir verteidigt haben, sind meist ins Zentrum gefallen. Gerade dort, wo wir in den letzten Spielen stark waren - nämlich im aggressiven Nachsetzen und Einsammeln der zweiten Bälle - waren wir heute oft einen Schritt, auch gedanklich, zu spät."

Das passte die wilde Entstehung von Platzverweis und Elfmeter kurz vor der Pause ins Bild - auch wenn Julian Krahl mit seiner Parade ja noch zumindest ergebnistechnisch alles offen gelassen hatte. "In der zweiten Halbzeit wollten wir mit zwei Stürmern spielen, um vorn mehr Präsenz zu haben", schilderte Lieberknecht die mutige Herangehensweise, trotz eines Mannes weniger. Alle Hoffnungen und taktischen Überlegungen erstarben jedoch mit den schnellen Gegentoren nach Wiederbeginn, die allerdings weniger mit der Unterzahl, sondern mit situativ nachlässigem Verteidigen zusammenhingen - was dann auch Lieberknechts Selbstkritik unterstrich.

Neue Sorgen um Prtajin

Spannend nun die Frage, ob der Coach neben der zwingenden Änderung, Gyamfi zu ersetzen, weitere personelle Veränderungen vornimmt. Sorgen bereit in dieser Hinsicht wieder Toptorjäger Ivan Prtajin. Der Stürmer war zur Pause ausgewechselt worden und hatte schon vor dem SCP-Spiel mit Wadenproblemen gekämpft. Diese hatten ihn schon zu Saisonbeginn ausgebremst, schmerzlich war der Mittelstürmer damals vermisst worden. Ein neuerlicher Ausfall wäre ein Rückschlag für die Roten Teufel.

Gegen Bochum (Samstag, 13 Uhr, LIVE! bei kicker) jedenfalls will der FCK wieder den eigenen Ansprüchen gerecht werden. "Wir werden uns nun auf das nächste Spiel vorbereiten", lautet Lieberknechts Ankündigung: "Und die Niederlage wettmachen."