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"Ich weiß, wie schwer mein Weg war"

kicker

Rückkehrer Goretzka soll erneut Anführer und Antreiber sein

Im Sommer 2017 gehörte Leon Goretzka zu jener Abordnung, die der damalige Bundestrainer Joachim Löw in Abwesenheit seiner Stammkräfte für den Confederations Cup in Russland nominierte. Und auch und vor allem dank eines glänzend aufgelegten Goretzka gewann diese bunt zusammengestellte Auswahl in St. Petersburg durch ein 1:0 gegen Chile den bislang letzten Titel einer deutschen Nationalmannschaft. "Ich kann mich noch gut an den ConfedCup erinnern", sagte Goretzka am Dienstag auf der Pressekonferenz in der Allianz Arena: "Der Wettbewerb wurde damals in Deutschland auch etwas abgetan, aber für mich war es eine großartige Erfahrung."

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Am Mittwoch (21 Uhr) kämpfen Goretzka und seine Kollegen gegen Portugal um den Einzug ins Endspiel der Nations League, die lange Zeit hierzulande von früheren Bundestrainern und der Fußball-Basis müde belächelt wurde. Jetzt aber sieht Goretzka das Vier-Nationen-Turnier als "Möglichkeit, unserem Land einen Titel, wenn auch einen etwas kleineren, zu schenken. Das ist unser Ziel."

Goretzka verspürt "Dankbarkeit" - und will seine Position stärken

Für Goretzka persönlich geht es darum, die nach 16 Monaten Zuschauerrolle gerade erst wieder aufgebaute Position in der Nationalmannschaft zu festigen. "Meine Situation hat sich insofern geändert, weil ich mit einem Hauch mehr Dankbarkeit darauf blicke, weil ich weiß, wie schwer der Weg war, den ich gegangen bin", sagte der Münchner mit Blick auf die Vergangenheit, in der er sowohl beim FC Bayern als auch im Nationalteam infrage gestellt und aussortiert wurde - und jeweils die Rückkehr schaffte.

Rückblick: Im Herbst 2023, als die Nationalmannschaft gegen die Türkei eine empfindliche 2:3-Heimpleite kassierte, in Wien von Ralf Rangnicks Österreichern mit 2:0 vorgeführt wurde und schon wieder Zweifel an Julian Nagelsmann aufkamen, hatte dieser als ein Gesicht der Krise auch Goretzka ausgemacht. Als der neue Bundestrainer vier Monate später den runderneuerten Kader für die Länderspiele in Frankreich und gegen die Niederlande berief, gehörte der Mittelfeldspieler ebenso wie Mats Hummels und Niklas Süle zu den Streichkandidaten, die auch bei der Heim-EM keine Berücksichtigung fand.

Nagelsmann gibt Startelfgarantie - Vorteil als Gastgeber?

Im Gegensatz zu Hummels und Süle aber gab es für Goretzka einen Weg zurück. In den Viertelfinal-Spielen vor gut zwei Monaten gegen Italien feierte er mit zwei starken Leistungen ein beeindruckendes Comeback, schlüpfte gleich wieder in die Rolle des Anführers und Antreibers im Mittelfeld. "Da hat er herausragend gut gespielt", urteilte Nagelmann rückblickend über die beiden Vorstellungen, in denen Goretzka als offensiver Sechser agierte. "Auf dieser Position konnte er eine seiner größten Stärken einbringen", so Nagelsmann, der mit Blick auf die morgige Partie keine Zweifel an der erneuten Startelf-Nominierung des 30-Jährigen aufkommen ließ: "Natürlich spielt er."

Ob er und seine Kollegen unter Druck stehen würden angesichts der Erwartungshaltung der heimischen Fans, wurde Goretzka am Dienstag gefragt. "Ich bin voller Vorfreude", entgegnete der Routinier und sieht in der Gastgeberrolle beim Mini-Turnier vielmehr einen möglicherweise entscheidenden Vorteil: "Ich empfinde es als Privileg und glaube schon, dass das in manchen Momenten einen Unterschied ausmachen könnte." Wie bei der EM 2021, als man an gleicher Stätte Portugal mit 4:2 besiegte. Das war allerdings die einzige Sternstunde der DFB-Auswahl im enttäuschenden und schon im Achtelfinale beendeten Turnier. Jetzt sollen zwei zum Titel führen.