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Janßen fordert defensive Stabilität: Homberg vor den Wochen der Wahrheit

kicker

Der VfB Homberg steht an einem wegweisenden Punkt der Saison. Nach sechs Ligaspielen mit drei Siegen und drei Niederlagen wartet nun eine Reihe von Gegnern, die vor der Saison allesamt zum erweiterten Favoritenkreis gezählt wurden. Einige von ihnen suchen allerdings noch nach ihrer Form. Den Auftakt dieser Wochen der Wahrheit macht am Sonntag (18 Uhr) das Heimspiel gegen den KFC Uerdingen. Es folgen Auswärtsspiele bei Schwarz-Weiß Essen und beim SC St. Tönis.

Für Homberg kann das Duell mit Uerdingen zum Stimmungsbarometer werden. Wer Trainer Stefan Janßen zuhört, spürt seinen Optimismus. "Charakterlich ist die Truppe absolute Spitze, jede Einheit macht Spaß", sagt der 55-Jährige. Er spricht von Trainingsfreude, Teamchemie und einer Mannschaft, die bereit ist, "alles herauszuhauen".

Anders als in der Vorsaison, als eine Verletztenmisere den Kader an die Belastungsgrenze brachte, kann Janßen dieses Mal auf mehr Breite bauen. Neben den Stammkräften hat Homberg bewusst auch in die Breite investiert. James Shepard (Innenverteidiger aus den USA, kam von Ratingen 04/19), Yussuf Ayinla (Rechtsverteidiger, TSV Meerbusch), Alessio Tafa (Linksaußen, FC Wegberg-Beeck) und Marcio Blank (Mittelstürmer, SV Scherpenberg) sind Spieler, die sich schnell integriert haben und mittelfristig noch wichtiger werden können. Torwart Leon Schübel (kam vom SV Schermbeck) hat sich längst als Nummer 1 etabliert.

Bode steht wieder zur Verfügung

Ein weiterer gefühlter "Neuzugang" ist Julian Bode. Der Mittelfeldmann fehlte fast neun Monate verletzt, war in der Vorsaison aber einer der besten Torschützen. Dass er wieder dabei ist, gibt dem Kader zusätzliche Tiefe - und die Option, im Mittelfeld neue Akzente zu setzen.

Doch der Blick auf die Tabelle bremst die Euphorie. "Das Einzige, was uns fehlt, sind die Ergebnisse", sagt Janßen nüchtern. Der jüngste 2:1-Erfolg beim FC Büderich tat deshalb doppelt gut: drei Punkte, dazu ein Schub fürs Selbstvertrauen. "Ein Stück weit glücklich" sei er zustande gekommen, räumt der Coach ein. Sorgen bereitet primär die Defensive. Acht Pflichtspiele, kein einziges Mal zu null. "Wir machen zu viele individuelle Fehler. Wir müssen den Laden endlich dicht bekommen", fordert Janßen.

Der Trainer könnte den Abgang von Vahidin Turudija als Erklärung anführen. Der 20-Jährige, der mittlerweile beim VfL Bochum II spielt, war im Vorjahr nicht nur defensiver Anker, sondern auch torgefährlich. "Er hat eine Wahnsinnssaison gespielt", sagt Janßen. Doch in den Jammermodus will er nicht verfallen: "Über Spieler nachzudenken, die weg sind oder die mir nicht zur Verfügung stehen, bringt mir nichts. Ich vertraue den Spielern, die ich habe." Einen 1:1-Ersatz im Kader zu suchen, hält er ohnehin für unrealistisch: "Wie soll das gehen? Es geht um Entwicklung."

Die Probleme sind für Janßen eher in kleinen Konzentrationsschwächen zu finden. Genau dort möchte er ansetzen, ohne die Grundidee infrage zu stellen: "Defensiv mauern liegt mir nicht. Ich will nach vorn spielen und attraktiven Fußball bieten." Der Anspruch: Fehler minimieren, ohne die Lust am Offensivspiel zu verlieren.

Verantwortungsträger und Talente

Janßen sieht seine Aufgabe darin, junge Talente an das Leistungsmaximum heranzuführen. "Die Spieler, die ich dachte, die werden den nächsten Schritt machen, sind im Moment aber nicht so weit. Sie haben ein bisschen mit sich selbst zu kämpfen. Aber ich werde diesen Spielern helfen, sich da herauszuziehen." Gleichzeitig verweist er auf erfahrene Kräfte: "Wir haben zwei, drei erfahrene Spieler jenseits der 30, die den ganzen Zug ziehen - und die anderen müssen mit Schub hinterherkommen."

Mit Prognosen hält sich Janßen bewusst zurück. "Nach zehn Spieltagen ziehe ich Bilanz, nicht vorher", betont er. Bis dahin gehe es darum, Schritt für Schritt stabiler zu werden. Den Blick in Richtung oberes Tabellendrittel hebt er sich auf, wenn die Basis stimmt.

Der KFC Uerdingen ist sportlich noch auf der Suche nach Stabilität, doch der Name allein sorgt für Aufmerksamkeit. Hinzu kommt die Kulisse. "Das ist die einzige Mannschaft in der Liga mit einer richtigen Fanunterstützung. Die können zum zwölften Mann werden", warnt Janßen. Für Homberg wird es zum Charaktertest - und zur Gelegenheit, die eigenen Ambitionen mit Taten zu untermauern.