Für Luis Diaz wird es fortan ein bisschen schwieriger mit der Kommunikation beim FC Bayern. Am Donnerstag, seinem ersten richtigen Tag in Diensten des Rekordmeisters, verbrachte der fast nur Spanisch sprechende Kolumbianer die meiste Zeit an der Seite von Joao Palhinha, der zwar aus Lissabon kommt, aber trotzdem fließend Spanisch spricht.
Diaz versteht zwar das meiste auf Englisch, spricht selbst aber nur wenig. Und nun wird mit Palhinha der letzte Mitspieler die Bayern verlassen, der sich problemlos mit dem 67,5 Millionen Euro teuren Neuzugang verständigen konnte.
Joao Palhinha haben die Bayern aber auch nicht als Dolmetscher geholt, sondern für rund 50 Millionen Euro als Fußballspieler. Und als solcher konnte der seit kurzem 30-Jährige kaum Spuren hinterlassen. Nachdem er mit einem Jahr Verspätung doch noch vom FC Fulham an die Säbener Straße gewechselt war und bei fast jeder Gelegenheit über beide Backen strahlte, lief auf dem Platz nur wenig zusammen.
Tuchel wollte Palhinha, Kompany brauchte ihn nicht
Sieben Sekunden dauerte es bei seiner Premiere in Seoul (gegen Tottenham!), ehe Palhinha zur ersten Grätsche ansetzte, seiner Kerndisziplin. Als Holding Six hatte Thomas Tuchel den Nationalspieler einst verpflichten wollen, Vincent Kompany brauchte eine solche im Sommer darauf aber nicht mehr wirklich. Zum Pressing-Ansatz des Belgiers passte Palhinha nicht, spielte nur sporadisch und bei der Klub-WM zuletzt fast gar nicht mehr.
Eine teure Wiedergutmachung, die nun ein vorzeitiges Ende findet. Zwar hatte Palhinha während der Vorsaison bei jeder Gelegenheit betont, sich diesen Traum beim FC Bayern bewahren und sich durchsetzen zu wollen, doch sportlich reichte es nicht. Im Mittelfeld erhielten Joshua Kimmich und Aleksandar Pavlovic oder Leon Goretzka weiterhin den Vorzug.
Noch am Freitag soll Palhinha nach London fliegen und bei Tottenham den Medizincheck absolvieren. Die Spurs, die kürzlich erst Mathys Tel für 35 Millionen Euro fest vom FC Bayern verpflichtet hatten, leihen die "Holding Six" für eine Saison mit Kaufoption aus, übernehmen zudem das volle Gehalt. Im kommenden Sommer ist Palhinha dann 31, eine Zukunft in München scheint vorerst unwahrscheinlich.
Bis zum Wiedersehen dauert es übrigens nicht mal eine Woche. Schon am Donnerstag tritt Palhinha wieder in der Allianz-Arena an. Dann allerdings mit Tottenham - gegen die Bayern.