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"Jungs sind zu Vereins-Legenden geworden": Underdog Stadeln will in der Bayernliga bestehen

kicker

Während das verflixte siebte Jahr für so manch Beziehung das Ende bedeutet, gehen Trainer Manfred Dedaj und sein FSV Stadeln den umgekehrten Weg: Denn in der siebten Spielzeit nach Beginn der Zusammenarbeit glückte der größte Erfolg der Vereinsgeschichte - der Aufstieg in die Bayernliga. Als Vize-Meister der Landesliga Nordost setzte sich der Verein aus dem gleichnamigen Gemeindeteil der Stadt Fürth souverän in der Relegation durch und behielt gegen den Bayernligisten aus Münchberg (1:1 und 3:0) sowie den Nordwest-Vize Frammersbach (4:0 und 2:1) die Oberhand.

Ein Erfolg, der auch für den langjährigen Coach nicht hoch genug einzustufen ist. "Die Jungs sind für den Verein zu Legenden geworden. Der Aufstieg hat in der Vereinsgeschichte eine ganz hohe Bedeutung", greift der Übungsleiter ins höchste Regal der Lobeshymnen für seine Truppe und verweist auf die "normalen Mittel", die dem Verein zur Verfügung stünden: Im Gegensatz zu vielen Bayern- oder Landesligisten zahlt der FSV seinen Akteuren nämlich keine Grundgehälter, sondern ausschließlich Punktprämien.

Defensiver Ansatz - ohne Stärken zu vernachlässigen

Ganz ohne Gelder stand die Mannschaft am Ende der vergangenen Saison jedoch keineswegs da: 67 Punkte plus umgerechnet zehn Zähler in der Relegation standen auf der Habenseite - deutlich weniger sind dagegen in der anstehenden Spielzeit zu erwarten.

Dedaj ist sich ebenso bewusst, dass seine Elf vor einer großen Herausforderung steht: "In der Landesliga mussten wir die Spiele gegen defensive Gegner oft anschieben - jetzt werden wir uns natürlich etwas anpassen und sicherlich öfter mal defensiv spielen." Gleichzeitig wollen die Mittelfranken ihre Stärken keineswegs über Bord werfen. Die Kunst wird daher sein, die fußballerische Komponente in einem gesunden Maß beizubehalten. "Wir wollen unser Spiel in der Bayernliga ebenso durchziehen. Da wird es wichtig sein, dass wir weiterhin Vertrauen in das haben, was wir können. Zudem müssen wir cool bleiben, selbst wenn wir nicht gut starten sollten", kennt der 51-Jährige den schmalen Grat, der eine Liga weiter oben wartet.

„Wir wollen keineswegs blind in die Liga laufen.“ (Manfred Dedaj)

Erschwerend kommt die kurze Regenerationsphase dazu: Schließlich fand das letzte Relegationsspiel erst am 31. Mai statt - keine sieben Wochen später wartet nun der Auftakt zur neuen Spielzeit. "Das ist nicht optimal, aber auch nicht schlimm", wischt der Trainer alle Ausreden beiseite, "so müssen wir eben in den dreieinhalb Wochen Vorbereitung Gas geben. Die Jungs haben schon einige harte Einheiten hinter sich, wir wollen nämlich keineswegs blind in die Liga laufen."

Vor allem das alljährliche Trainingslager im österreichischen Flachau tat da in doppeltem Sinne gut: Einerseits bot sich so die Möglichkeit, Kondition zu trainieren und taktische Inhalte zu studieren - andererseits hatten vor allem die neuen Spieler die Möglichkeit, sich schnell in die Gemeinschaft zu integrieren. "Das war enorm wichtig, damit sich die Spieler in der kurzen Zeit schnell zusammenfinden", sieht Dedaj das Trainingslager als vollen Erfolg an. Zudem gab es personell trotz der hohen Belastung keine längerfristigen Ausfälle, sodass die Mannschaft bis auf "ein paar Jungs mit Blessuren" komplett ist.

Zum Auftakt im Derby beim Top-Favoriten

Jene Akteure sollten jedoch spätestens bis zum Freitag fit sein. Dann startet nämlich die Bayernligasaison, die zum Auftakt gleich mehrere Highlights für Stadeln parat hat: Denn der FSV ist nicht nur Teil des Eröffnungsspiels, sondern reist gleich zum Top-Favoriten nach Eltersdorf. Und weil dessen Sportgelände nur fünf Kilometer entfernt von der eigenen Anlage am Kronacher Wald liegt, ist die Partie zudem ein waschechtes Derby.

„Manchmal sind solche schwierigen Spiele einfacher für eine Mannschaft.“ (Manfred Dedaj)

Fußballherz, was willst du mehr? "Ich freue mich ungemein - es gibt nichts Schöneres als so ein Derby mit wohl über 1.000 Zuschauern zum Auftakt", sprudelt daher die Vorfreude aus Dedaj, der als Spieler außerdem selbst einmal beim SCE kickte. "Eltersdorf ist natürlich eine Hausnummer, sodass wir voller Selbstvertrauen reingehen müssen. Am Ende werden wir zusätzlich ein bisschen Glück benötigen, können in Summe aber nur gewinnen. Wenn wir dort verlieren, ist das für alle Neutralen ganz normal - manchmal sind solche schwierigen Spiele somit auch einfacher für eine Mannschaft", hofft der Coach auf ein befreites Auftreten seiner Truppe.

Die hat ohnehin weder beim Top-Favoriten noch gegen den Rest der Liga etwas zu verlieren. Und doch will der FSV "mit aller Macht" in der Liga bleiben - ein Plan, der erfolgsversprechend klingt: Was soll in Spielzeit acht schon schiefgehen, wenn die verflixte Sieben schon derart erfolgreich war?