Tim Kleindienst verletzt, Alassane Plea verkauft, Tomas Cvancara vor dem Abgang: Borussia Mönchengladbach wird zum Saisonstart auf keinen der drei Stürmer aus der letzten Saison zurückgreifen können. Deshalb rüsten die Fohlen nun nach: Nach der Ausleihe von Hoffenheims Haris Tabakovic hat die Borussia am Samstag auch die Verpflichtung von Shuto Machino bekannt gegeben. Der Japaner wechselt von Holstein Kiel in den Borussia-Park und hat bei den Fohlen einen Vertrag bis 2029 unterschrieben. Nach kicker-Informationen befindet sich Machino schon in Nürnberg bei der Mannschaft und wird das Testspiel beim FCN (Anstoß 14 Uhr) im Stadion verfolgen.
"Shuto ist ein variabler Stürmer, der auf verschiedenen Positionen einsetzbar ist und uns damit viele Möglichkeiten in der Offensive gibt", so Roland Virkus, Borussias Geschäftsführer Sport. "Er hat in der letzten Saison bewiesen, dass er in der Bundesliga zweistellig treffen kann. Von daher freut es uns sehr, dass er sich für Borussia entschieden hat."
Machino, der 2023 aus seiner japanischen Heimat zum damaligen Zweitligisten Kiel gewechselt war, hatte in der vergangenen Bundesligasaison mit elf Toren in 32 Spielen für Holstein auf sich aufmerksam gemacht - davon erzielte er zwei beim spektakulären 4:3 gegen seinen neuen Verein Mönchengladbach am 31. Spieltag.
Auch Union Berlin, der Hamburger SV und Klubs aus England sollen am 25 Jahre alten Angreifer interessiert gewesen sein, den Zuschlag erhielt nun die Borussia. Dafür fließen nach kicker-Informationen sechs bis acht Millionen Euro nach Kiel - Machino wird damit zum Rekordverkauf des Absteigers.
Während den Norddeutschen ein wichtiger Bestandteil im Kampf um den Wiederaufstieg wegbricht, setzt Gladbach nach dem Kleindienst-Ausfall und dem Plea-Verkauf große Hoffnungen in die Doppellösung mit Machino und Tabakovic. Im Gegensatz zum großgewachsenen Tabakovic kann Machino nicht nur auf der Mittelstürmerposition eingesetzt werden, sondern auch andere Rollen in der Offensive bekleiden - und gemeinsam mit Kleindienst auf dem Feld stehen, sobald dieser wieder fit ist. Weil das aber wohl erst im November der Fall sein wird, dürfte Machino in Mönchengladbach schon früh als Goalgetter gefragt sein.
Bei Wanner muss die Tür erst aufgehen
Der größte Handlungsdruck ist mit der Machino-Verpflichtung raus bei den Borussen. Der Markt wird aber weiter genau verfolgt, denn nach dem Verkauf von Alassane Plea könnte ein zusätzlicher Spielmachertyp noch in den Kader passen. Paul Wanner zählt, wie der kicker Mitte Juli berichtete, zum Kreis der Kandidaten. Allerdings müsste für eine mögliche Ausleihe erst die Tür aufgehen. Durch die Verletzung von Jamal Musiala liegen beim FC Bayern die Überlegungen für ein weiteres Ausleihgeschäft - zumindest vorerst - auf Eis.