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Karius verlängert und wird Schalkes neue Nummer 1

kicker

Rückennummer mit Aussagekraft

Loris Karius war erst in diesem Winter zu Schalke 04 gestoßen und hatte einen stark leistungsbezogenen Vertrag bis zum 30. Juni 2025 unterschrieben. Denn seit Sommer 2024 war Karius vereinslos gewesen, zudem hatte er auch die Jahre zuvor so gut wie keine Spielpraxis gesammelt.

Muskelverletzung bremste Karius aus

Mit dem leistungsbezogenen Vertrag vermied Schalke ein Risiko, Karius bekam die Chance, sich auf größerer Fußballbühne bewähren zu können. Und nutzte diese, nachdem er im Februar vom damaligen Schalke-Coach Kees van Wonderen zur Nummer 1 ernannt worden war. Vier Spiele konnte sich Karius zeigen, ehe er sich beim 3:3 in Fürth so schwer verletzte, dass die Saison für ihn vorzeitig beendet war.

Das Vertrauen der Verantwortlichen in die Fähigkeiten von Karius als Torhüter und Führungsfigur ist ebenso unerschütterlich geblieben wie der Glaube daran, dass der Körper des 31-Jährigen, der sich im März eine schwere strukturelle Muskelverletzung in der Wade zugezogen hatte, die Dauerbelastung einer gesamten Saison standhält.

Die neue Rückennummer des Keepers ist als klares Statement zu interpretieren. Karius, bisher mit der 27 auf dem Trikot ausgestattet, wird noch vor Beginn der Sommervorbereitung der Status als unangefochtene Nummer 1 zugeschrieben, die künftige Ziffer auf seinem Trikot unterstreicht dies. Der Verein zieht damit auch die Lehren aus der Vergangenheit, als über Jahre hinweg ständig ein neues Kapitel im Torhüter-Theater aufgeführt wurde.

Ende des ständigen Torwart-Theaters?

Das jüngste Torwart-Tohuwabohu ist noch in frischer Erinnerung. Vor einem Jahr hatten die Schalker Ron-Thorben Hoffmann aus Braunschweig geholt. Geködert wurde der 26-Jährige damit, die Rolle als Stammkraft zwischen den Pfosten zu erhalten. Diesem Plan folgte nicht jeder: Der damalige Trainer Karel Geraerts ernannte kurz vor Saisonbeginn Justin Heekeren zur Nummer 1, interne Machtspiele dürften bei dieser Überraschung nicht unerheblich gewesen sein.

Im Verlauf der Spielzeit, in der die amateurhaft verteidigende gesamte Mannschaft der Königsblauen die indiskutabel hohe Zahl von 62 Gegentoren kassierte, kamen mit Heekeren, Hoffmann und dem im Winter verpflichteten Karius drei Torhüter zum Zug.

Dass die Schalker insbesondere nach den Wirrungen der Vergangenheit keinerlei Diskussionen um den Nummer-1-Status von Karius, der sogar Chancen auf den Posten als Stellvertreter von Kapitän Kenan Karaman besitzt, zulassen wollen, ist intern abgesprochen.

Der neue Trainer Miron Muslic trägt die Entscheidung ausdrücklich mit - noch bevor er sich überhaupt ein Bild von Karius und seinem Herausforderer Heekeren, der mit Blick auf die jüngsten Entwicklungen sicherlich über einen Abschied nachdenken wird, gemacht hat: Trainingsstart auf Schalke ist erst in einer Woche.

Muslic macht Karius zum Führungsspieler

Muslic meint: "Neben den Qualitäten im Torwartspiel bringt Loris viel Erfahrung und große Leistungsbereitschaft mit. Er möchte Verantwortung übernehmen und wird einer der Führungsspieler in unserer Mannschaft sein."

Youri Mulder sagt in seiner Funktion als Sportdirektor: "Die Gespräche mit Loris waren sehr gut, entsprechend glücklich sind wir, dass wir uns auf eine Vertragsverlängerung verständigen konnten. Wir sehen Loris als Torhüter mit sehr guten Fähigkeiten, der zugleich ein wertvoller Teamplayer ist. Loris hat in seiner Reha sehr professionell gearbeitet, um zu Beginn der Vorbereitung auf den Trainingsplatz zurückzukehren."

Durchbruch in Mainz, Champions League mit Liverpool

Karius schaffte seinen Durchbruch als Profi beim 1. FSV Mainz 05, von dort führte ihn sein Weg zum FC Liverpool. Für die Reds hütete er 2018 das Tor im Champions-League-Finale gegen Real Madrid, griff beim 1:3 aber gleich zweimal daneben. Später erbrachte allerdings eine Untersuchung, dass Karius vor den Gegentoren eine Gehirnerschütterung erlitten hatte, die auch sein Sehvermögen beeinträchtigte. Anschließend begann sein Stern allerdings zu sinken - nun hofft er auf einen zweiten Frühling mit den Königsblauen.