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Kessels To-do-Liste und der Braunschweiger Kampf um Tempelmann

kicker

"Wir werden alles versuchen"

Eigentlich, das räumt Benjamin Kessel ein, sei er urlaubsreif. Ausgelaugt nach einer intensiven Saison mit einer hochemotionalen Extra-Runde in der Relegation. Immerhin: Zwei Spiele gegen den 1. FC Saarbrücken mit einem Happy End für Eintracht Braunschweig, die sich weiterhin Zweitligist nennen darf.

"Wir sind unfassbar erleichtert", sagte Kessel sichtlich erschöpft kurz nach Mitternacht in den Katakomben des Eintracht-Stadions, "es hat sich ein bisschen wie die ganze Saison angefühlt. Es war eine Achterbahn der Gefühle." Nach der Saison ist für Kessel nun vor der kommenden Spielzeit, Zeit zum Ausruhen gibt es dabei erst einmal nicht.

Die Eintracht startet direkt schon mal mit einem kleinen Nachteil in die Vorbereitungen auf die nächste Runde, die bei aller Freude und Erleichterung am Dienstagabend weniger Nervenkitzel bereithalten soll. "Jetzt", weiß der Sport-Geschäftsführer, "haben wir relativ spät Planungssicherheit", deswegen gehe die Arbeit "direkt wieder los".

Bei Erfolgsgarant Hoffmann greift die Kaufpflicht

Doch wie kompliziert wird es, endlich eine schlagkräftige Mannschaft aufzubauen?  "Es macht es erst einmal einfacher, weil wir 2. Bundesliga spielen", unterstreicht Kessel. Vorarbeit hat der 37-Jährige mit seinem Team selbstredend schon geleistet, mit dem Klassenerhalt ging schon mal eine verdammt positive Nachricht einher.

"Ron-Thorben Hoffmann bleibt hier, es freut mich, dass bei ihm die Kaufpflicht greift." Nach seinem Wechsel im Sommer zu Schalke 04 war der Schlussmann im Winter zunächst per Leihe zurückgekehrt und wurde zum Garanten für die Rettung, unterstrich dies auch noch mal gegen Saarbrücken (kicker-Note 1). Kessel: "Wir haben gesehen, wie wichtig es ist, einen guten Torwart zu haben."

„Bei Lino werden wir alles versuchen, was in unserer Macht steht.“ (Eintracht-Geschäftsführer Benjamin Kessel kämpft um den ausgeliehenen Mittelfeldmann Lino Tempelmann)

Mit Hoffmann kam im Winter Lino Tempelmann von den Königsblauen, eine zweite Personalie, bei der man sich fragen muss, wie es sich der FC Schalke leisten konnte, solche Spieler ziehen zu lassen. Anders als bei Hoffmann besitzt die Eintracht beim Mittelfeldmann, der mit sechs Toren und zwei Vorlagen eine ganz starke Rückserie spielte, keine Kaufoption. Und dennoch Hoffnung, dass der 26-Jährige irgendwie zu halten ist.

"Bei Lino", sagt Kessel, "werden wir alles versuchen, was in unserer Macht steht. Er fühlt sich hier wohl." Aber hat die Eintracht angesichts der Darbietungen Tempelmanns, die auch andere Interessenten auf den Plan gerufen haben dürften, überhaupt eine realistische Chance? "Warten wir mal ab."

Bleibt Pfitzner? "Er hat an Reife und Persönlichkeit gewonnen"

Das gilt auch in der Trainerfrage, deren Beantwortung ganz oben auf der To-do-Liste des Managers steht. Ob Marc Pfitzner, der als Nachfolger von Daniel Scherning die Relegationsspiele letztlich erfolgreich bestritten hat, ein Kandidat ist, will Kessel nicht beantworten. Aber: "Man sieht, dass er auch durch seine Fußballlehrer-Ausbildung extrem an Reife und Persönlichkeit gewonnen hat. Wir werden es alles analysieren."

Auch die eigene Arbeit. Kessel weiß: "Ziel war es, eine ruhige Saison zu spielen, das haben wir nicht geschafft. Wir wollen alle gemeinsam nicht noch einmal so eine Saison erleben." Die nun positiv beendete alte Spielzeit müsse "offen und ehrlich" analysiert werden, "es muss alles auf den Tisch. Mit dem Wissen, dass wir viel Arbeit vor uns haben." Zeit für Urlaub bleibt da erst einmal nicht.