Das Missgeschick beim 0:1 blieb gegen Sporting Lissabon letztlich folgenlos: Joshua Kimmich lenkte eine scharfe Hereingabe von Joao Simoes ins eigene Tor ab, unhaltbar für Manuel Neuer. Nach dem 3:1-Sieg am Dienstagabend konnte der 30-Jährige über seine Premiere lachen und mit Sky-Reporter Torben Hoffmann scherzen, dem als Bundesligaprofi ein ähnliches Missgeschick unterlaufen war. "Habe ich noch nie ein Eigentor gemacht? Echt? Das war mir gar nicht so bewusst. Krass", sagte der Nationalspieler.
Viel wichtiger war für Kimmich und seine Mitspieler das 3:1 gegen die Portugiesen, der fünfte Sieg im sechsten Champions-League-Ligaspiel. Damit fehlt noch ein Punkt, vielleicht ein Sieg in den abschließenden beiden Partien gegen Union Saint-Gilloise und bei der PSV Eindhoven, um im Gegensatz zum Vorjahr die K.-o.-Runden-Play-offs zu vermeiden und stattdessen im Februar zwei englische Wochen weniger zu haben.
"Es wäre schon wichtig, wenn wir die Schleife nicht drehen müssen. Ich habe noch den vergangenen Februar im Kopf, als wir Celtic, Leverkusen, Celtic spielen mussten, das war schon intensiv", erinnerte Kimmich an die Play-offs gegen das Team aus Glasgow und ein glückliches 0:0 dazwischen im Spitzenspiel bei Bayer Leverkusen. "Wir sind mit Ach und Krach weitergekommen, haben ein schlechtes Auswärtsspiel gemacht, das ist kräftezehrend, das wollen wir umgehen."
"Aus der Bundesliga kann sich niemand über zu viele Spiele beschweren"
Als Vorteil, so glaubt Kimmich, könnte sich die Winterpause in Deutschland erweisen, auch wenn sie kurz ist. "Es ist ein Faktor, dass wir die Winterpause in Deutschland haben. Ich spiele sehr gerne und gerne viel, trotzdem tut so eine Winterpause gut, ich freue mich drauf. Man kann abschalten und Energie tanken und dann ins neue Jahr starten."
Bevor es so weit ist, müssen die Münchner noch zwei Bundesligaspiele bestreiten, am Sonntag daheim gegen Mainz, einen Sonntag darauf in Heidenheim. "Es wird viel über Belastung gesprochen, aber wir Deutschen können gar nicht so mitreden. Natürlich sind es zwei Champions-League-Spiele mehr", erklärte Kimmich mit Blick auf den Modus seit 2024/25, "aber sonst ist es in den vergangenen zehn Jahren nicht wirklich mehr geworden."
"Wir haben nur 18 Vereine in der Liga, andere Länder mehr, die haben vielleicht sogar einen zweiten Pokal. Dementsprechend kann sich aus der Bundesliga niemand über zu viele Spiele beschweren", hielt Kimmich ein Plädoyer gegen Larmoyanz. Wer Kimmich kennt, der weiß: Er wird die Pause nutzen und anschließend mit umso mehr Energie die Ziele des FC Bayern vorantreiben. Etwas ausgeruhter zu sein als die internationale Konkurrenz kann dabei ja nicht schaden.