Wieder ein Umbruch im Kader
Lange Jahre schwebte der SV Schalding-Heining unter Stefan Köck auf der Erfolgswelle: Zunächst viele Jahre in der Regionalliga, 2023 wurde dann der Abstieg in die Bayernliga postwendend mit der Meisterschaft und der Rückkehr in Liga vier gekrönt. Zwar ging es für den Dorfverein in der vermehrt professionalisierten Regionalliga Bayern direkt wieder nach unten, doch mit einem tollen Saisonstart und in Summe nur vier Niederlagen in 20 Partien spielte sich der SVS in der Herbstrunde der abgelaufenen Saison erneut ins Spitzenfeld der Bayernliga Süd.
Auch Trainer Stefan Köck war daher insbesondere aufgrund der Art und Weise der Auftritte vollauf zufrieden: "In den ersten zwei Dritteln der Saison haben wir die Umstellung unserer Spielweise zu mehr Ballbesitz gut hinbekommen. Im Winter haben wir weiter an den Details gefeilt und eine mega Vorbereitung gespielt und viele Tore erzielt." Dies sei in den Vorjahren nie der Fall gewesen, sodass die Niederbayern dementsprechend optimistisch in die Restrunde starteten.
Intensive Analyse nach Absturz
Doch stattdessen folgte ein nicht für möglich gehaltener Absturz: Dem Auftaktsieg in Kirchanschöring folgten elf sieglose Spiele in Serie, wodurch der SVS in der isolierten Tabelle des Jahres 2025 mit lediglich sechs Zählern auf dem letzten Platz in der Liga abschloss. Die Analyse dieses Verlaufs würde laut Köck "den Rahmen sprengen" - Stellung nimmt der 40-Jährige aber dennoch: "Ein erster Knackpunkt war für mich die Partie in Grünwald, als wir in Überzahl einen Elfmeter kassieren und noch verlieren", pickt sich der langjährige Coach das dritte Rückrundenspiel Mitte März im Münchner Vorort heraus (3:4). Danach "sei eins zum anderen gekommen".
Konkret hatte sich der Trainer mit Themen zu beschäftigen, die in einer erfolgreichen Phase stets kaschiert werden. Oder wie Köck es ausdrückt: "In einer Mannschaft hat jeder seine Rollen. Im Erfolg kommt die Unzufriedenheit in bestimmten Rollen allerdings nicht so zum Tragen wie im Misserfolg. In so einer Phase haben dann selbst Kleinigkeiten eine negative Auswirkung."
"Für diesen Kader zu schwach"
Negative Auswirkungen hatte der Abwärtstrend ebenso auf die Gesamttabelle: Nach Rang drei zur Winterpause schloss Schalding nun als Neunter ab. "Für diesen Kader ist das Abschlussergebnis zu schwach und unzureichend. Auch für mich als Trainer ist ein solches Abschneiden mit so einem Personal eine Niederlage", urteilt Köck knallhart.
Immerhin bewahrte die gute Halbserie vor Jahreswechsel die Mannschaft vor dem Horrorszenario Abstiegskampf, sodass seit dem Saisonende Mitte Mai durchschnaufen ansteht. Allein die Akkus aufzuladen werde für die neue Spielzeit allerdings nicht helfen, betont der ehemalige Regionalligaspieler: "Abschalten hilft nicht. Wir müssen auf die Negativspirale definitiv reagieren - am Ende kann man ja immer wieder in einen solchen Strudel kommen. Und wenn es so kommt, müssen wir dafür sorgen, dass es nicht so negativ ausartet wie zuletzt."
Die Analyse der Umstände sei jedoch umfangreich und intensiv gewesen - schließlich hätte selbst der erfahrene Trainer "eine solche Saison noch nie erlebt". Wichtig sei nun, die "richtigen Schlüsse" zu ziehen - und da zeigt sich der 40-Jährige optimistisch an den notwendigen Stellschrauben drehen zu können.
Fluktuation im Kader erschwert Wende
Ganz einfach wird ein Turnaround allerdings nicht: Denn erschwerend zur ohnehin sensiblen Situation kommt hinzu, dass der SVS erneut einen Umbruch im Kader zu verkraften hat. Wirklich neu ist jener Aderlass für den Verein gleichzeitig nicht, wie der Coach betont: "Uns wird fälschlicherweise nachgesagt, dass wir jedes Jahr die gleiche Mannschaft hätten. Dabei haben wir in den letzten Jahren im Durchschnitt den halben Kader verloren - leider auch vor der kommenden Spielzeit." Fünf Stammspieler gehen - teilweise in Funktion als spielender Co-Trainer - zu anderen Teams, in Summe hat Schalding zehn Abgänge zu verzeichnen, wobei die Fluktuation "der Region und den Verhältnissen geschuldet" sei.
Jene Besonderheiten erläuterte der Übungsleiter bereits im letzten Austausch: Abseits der Ballungsräume kann sich der Verein bei neuen Spielern nicht bei Nachwuchsleistungszentren bedienen, sondern greift häufig bei unterklassigen Vereinen zu. Manchen Akteuren gelingt der Sprung in den gehobenen Amateurbereich, andere verlassen die Mannschaft nach einer Spielzeit mit dem Wunsch nach mehr Spielzeit.
Auf ein derartiges Wechselspiel sind die Verantwortlichen aufgrund der Vorjahre eingestellt - und haben ihre Hausaufgaben dementsprechend bereits erledigt: "Wir sind noch auf der Suche nach zwei Spielern, ansonsten haben wir ein ordentliches Gerüst zusammengestellt", vermeldet Köck den Vollzug einiger unterklassiger Neuzugänge. Denen gelingt der Sprung in Liga fünf bestenfalls dann recht zügig - schließlich soll unruhige Fahrwasser des Frühjahrs 2025 beim SV Schalding-Heining schnellstmöglich einer erneuten Erfolgswelle weichen.