Zwei Dreier in Folge sind der Spielvereinigung in dieser Saison noch nicht gelungen. Letztmals war das im Februar dieses Jahres der Fall, als Fürth auf einen 3:0-Heimsieg gegen Eintracht Braunschweig ein 2:1 bei Fortuna Düsseldorf folgen ließ. Sieben lange Monate ist das nun schon her. Grund genug, wenn es nach Thomas Kleine geht, das zu ändern. "Das ist unser Ziel, einfach jetzt auch nachzulegen", betonte der Trainer auf der Pressekonferenz am Donnerstag.
Wie es klappen kann, bei einem starken Gegner drei Punkte mitzunehmen, dafür lieferte der jüngste Auftritt bei Arminia Bielefeld die perfekte Blaupause. Beim 3:1-Auswärtssieg präsentierte sich das Kleeblatt defensiv stabil und offensiv gefährlich. "Gerade in Bielefeld", so Kleine, "haben wir gesehen: Wenn wir viel investieren, großen Aufwand betreiben, als Team wirklich auch zusammenarbeiten, viel marschieren und die Zweikämpfe annehmen, dann sind wir wirklich eine sehr, sehr gute Mannschaft."
Fürth und Schalke sind in puncto Ballbesitz am Tabellenende
Das Problem: Noch ist es dem Kleeblatt in dieser Saison nicht gelungen, einen solch starken Auftritt nach einem Sieg zu bestätigen. Genau das soll sich auf Schalke nun ändern. Im Duell zweier Klubs, die in puncto Ballbesitz im Tabellenkeller rangieren. Schalke kommt im Durchschnitt auf 44 Prozent Ballbesitz, die SpVgg auf 45 Prozent. Für Kleine kein Kriterium, aus dem sich Chancen auf eine höhere Erfolgsquote ablesen lassen. "Das Entscheidende", betont er, "ist, dass man in den Phasen, die man hat - seien es 10 Prozent oder 60 Prozent -, wirklich auch einen klaren Plan mit Ball hat, um gefährlich zu sein - das ist unser Auftrag." Es sei "nicht immer entscheidend, wie viel Prozent Schalke hat und wie viel Prozent wir haben, sondern es geht darum, die entscheidenden Duelle zu gewinnen, 90 plus x Minuten hellwach zu sein und nur wenige Fehler zu machen."
König ist wieder eine Option - Für Dietz kommt die Partie noch zu früh
Viele Veränderungen in seiner Startelf dürfte Kleine nicht vornehmen, einzig und allein der Platz in der Innenverteidigung neben Abwehrchef Philipp Ziereis könnte verändert werden. Schließlich ist Noah König nach seiner Roten Karte wieder einsatzfähig. Ob er aber im Abwehrzentrum Brynjar Ingi Bjarnason direkt wieder verdrängt, bleibt abzuwarten. Nachdem der Isländer in Bielefeld angeschlagen raus musste, ist er wieder vollständig fit. Und damit einen Schritt weiter als Maximilian Dietz, der nach seinen Knieproblemen noch Trainingsrückstand hat und damit erst nächste Woche wieder eine Option für den Kader ist. Anders als Reno Münz, der seine Sache als Einwechselspieler zuletzt gut gemacht hat. Neben Dietz fallen auch die Langzeitverletzten Nils Körber (Bandverletzung in der Schulter), Timo Schlieck (Aufbautraining nach Oberschenkelverletzung) und Sacha Bansé (Knie-OP) aus.
Egal, für wen sich der Chefcoach in puncto Kader und Startelf auch entscheidet - bedeutend ist für Kleine vor allem eines: "Was wichtig ist - und das haben wir in Bielefeld gesehen - ist, dass nicht nur die ersten elf Spieler entscheidend sind, sondern gerade die, die reingekommen sind und auch die Spieler, die nicht reingekommen sind, aber wirklich eine sehr, sehr gute Energie hatten." Im Kollektiv soll es an diesem Freitagabend auch auf Schalke klappen, um so erstmals seit Februar dieses Jahres wieder zwei Siege aneinanderzureihen.